Zephanja 2
Biblia Sacra (Allioli-Arndt)
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II. Mahnung zur inneren Einkehr. (Kap. 2 – Kap. 3,8) a. Mahnung zur Buße. (V. 3) b. Das Gericht über die Philister. (V. 7) c. Das Gericht über die Moabiter und Ammoniter. (V. 11) d. Das Gericht über die Äthiopier und Assyrier.
1 Scharet euch zusammen, scharet euch zusammen, Um durch gemeinsames Flehen Gottes Zorn abzuwenden. - Volk, unwürdig der Liebe! Vielmehr des Hasses würdig. - 2 ehe der Beschluss Der Beschluss Gottes, die Sünder zu strafen. - den Tag plötzlich wie daherfahrenden Staub bringt, Ehe jener Tag so leicht und schnell vom Herrn herbeigeführt wird, wie der Wind die Spreu zerstreut. Die Gewalt des Windes sinnbildet den Zorn Gottes. - ehe über euch der grimmige Zorn des Herrn hereinbricht, ehe über euch der Tag des Zürnens des Herrn hereinbricht. 3 Suchet den Herrn, all ihr Sanftmütigen im Lande, Die gegen den Nächsten sanftmütig, gegen Gott fromm sind, sollen den Herrn mit noch größerem Eifer suchen, ihre Sanftmut und Frömmigkeit insbesondere in der Widerwärtigkeit bewähren. - die ihr nach seinen Geboten tut! strebet nach Gerechtigkeit, strebet nach Demut, ob ihr so vielleicht geborgen werdet am Zornestage des Herrn. Wenn der Prophet selbst an der Rettung der Frommen zweifelt, was haben da die Gottlosen zu erwarten? Die Frommen leiden freilich nicht ihrer selbst willen, sondern als Glieder des Volkes mit dem ganzen reiche. Doch damit sie sich desto mehr bemühen, durch ihr Gebet auch die zeitliche Heimsuchung abzuwenden, stellt der Prophet einige Beispiele des Gottesgerichtes an auswärtigen Völkern vor Augen. Wird der Herr die Philister und andere, die ihn nicht kannten, so hart strafen, wie könnt ihr, die ihr Gott so eng verbunden seid, hoffen, euch werden die Verbrechen, durch welche ihr ihn beleidigt, ungestraft hingehen? - 4 Denn Gaza wird zerstört und Askalon zur Wüste werden, Azot, am hellen Mittage wird man es vertreiben und Akkaron wird von Grund aus zerstört werden. Dieselben vier Städte zählt Amos auf [Amos 1,6-8] mit Weglassung von Gaza. Bei dem ersten und letzten Namen ist im Hebr ein schönes Wortspiel. Am hellen Mittag: bei hellem Tage und übertragen: während es in der Fülle des Glückes schwelgt. - 5 Wehe euch, ihr Bewohner des Landstriches Wörtlich: Strick, langgestreckt, doch nicht breit. Mit Strick und Messschnur maß man zudem Landteile zu. - am Meere, Volk des Verderbens! Die ihr Verderben gebracht, ihr werdet die gerechte Strafe leiden. Sept.: vom Kretervolk. Auch der hl. Hieronymus übersetzt das hebr. Wort oft mit Cerether. - das Wort des Herrn ergeht wider euch, Kanaan, Land der Philister! ich werde dich vertilgen, so dass du ohne Bewohner bist. 6 Und der Landstrich am Meere wird zum Lager der Hirten, zur Hürde der Schafe werden 7 und der Landstrich soll dem Überreste des Hauses Juda zuteil werden, dass sie darauf weiden, in den Häusern Askalons Die Überreste der Paläste sollen als Schafställe dienen. - werden sie am Abend lagern; denn der Herr, ihr Gott, wird sie heimsuchen und wird ihre Gefangenschaft wenden. Das ist die Verheißung aller Propheten, dass das Volk Israel, nach der Züchtigung und der Gefangenschaft erneuert, sich an der den Feinden abgenommenen Beute bereichert. Die volle Erfüllung brachte erst die Himmelfahrt des Heilandes. (Theod.) - 8 Ich habe die Schmähung Moabs gehört und die Lästerworte der Söhne Ammons, mit denen sie mein Volk schmähten und Übermut übten wider dessen Gebiet. Vom Osten wendet sich der Prophet nach Westen. Vorfälle, auf die hier angespielt wird, siehe [4Mos 22; Rich 3,12; Rich 10,7; 1Sam 11,1; 2Sam 10; 2Koe 1,1; 2Koe 3,5; 2Koe 13,20] Schmähungen gegen das Volk Gottes treffen Gott selbst. - 9 Darum, so wahr ich lebe! So wahr es sicher ist, dass ich lebe und allmächtig bin, dass ich der lebendige Gott bin, während die Götzenbilder tot sind. - spricht der Herr der Heerscharen, Der erfüllen kann, was er androht. - der Gott Israels: Der in dem Volke selbst beleidigt wird. Schon Abraham hat der Herr zugeschworen: Ich will verfluchen, die dich verfluchen. - Moab soll wie Sodoma werden Auf das vollständigste zerstört werden. Die Beispiele liegen umso näher, als Moab und Ammon am Toten Meere wohnten und deshalb das traurige Andenken an jene zerstörten Städte vor Augen hatten. - und die Söhne Ammons wie Gomorrha, dürre Dornen, Salzhügel Hebr.: Salzgrube. - und auf ewig Wüstenei; Sie sollen nie zu ihrer alten Macht zurückkehren, während das Volk Gottes sich wieder erhebt und ein neues theokratisches Reich gründet. Der Prophet weist auf die Zeit des Messias an, wie V. 11 zeigt, wo von einer geistigen Herrschaft die Rede ist. - der Überrest meines Volkes soll sie ausplündern und die von meinem Volke übrigen sie zu eigen nehmen. 10 Solches wird ihnen widerfahren für ihren Übermut, dass sie geschmäht und sich über das Volk des Herrn der Heerscharen Und damit den Herrn selbst. - erhoben haben. 11 Furchtbar wird sich der Herr wider sie erweisen, denn er wird alle Götter der Erde dahinschwinden lassen; alle werden ihn anbeten, Alle Gerichte Gottes haben als Ziel dass die Kenntnis und Verehrung des wahren Gottes über die ganze Erde verbreitet werde. - ein jeder von seiner Stätte aus, alle Inseln der Völker. Die Inseln der Völker sind die weit jenseits der Meere gelegenen Völker. Die Opfer, welche im Alten Bunde allein im Tempel von Jerusalem dargebracht werden durften, werden im Neuen Bunde allerorten dargebracht. Der Alte Bund wird also aufgehoben, der nur für ein Volk und ein Heiligtum bestimmt war, alle Völker werden an dem Neuen Bunde teilhaben und an der Stelle des einen Heiligtums werden so viele Tempel treten als Stätten des Gebetes erbaut werden. (Cyr., Theod., Hier., Theod. Gr.) Ähnlich hatte [Jes 19,18.19] gesprochen, das Gleiche verkündete Malachias voraus. - 12 Aber auch ihr, Äthiopier! werdet durch mein Schwert erschlagen werden. Nach Süden und nach Norden wendet sich der Seher jetzt, um durch die Aufzählung zu zeigen, dass der Herr der Gott des Erdkreises ist, der nicht, wie die Götter der Heiden, auf ein Land beschränkt ist, sondern alles mit höchster Macht leitet. Deshalb erwähnt der Prophet zuerst das Volk, das nach der Meinung der Juden in tiefster Verborgenheit seinen Sitz hatte. Da vor Psammetich drei Könige von Äthiopien, deren hauptsächlichster Tharaka [2Koe 19,9; Jes 37,9], Ägypten beherrschten, sind wohl auch die Ägypter zugleich mit den Äthiopiern in demselben Namen einbegriffen. - 13 Und er wird seine Hand gegen Mitternacht Da die Heere der Assyrer und Chaldäer von Norden in Judäa einbrachen, schaut der Prophet sie in dieser Himmelsrichtung. - ausstrecken und wird Assur verderben und die anmutige Stadt Ninive. - zur Einöde machen, zum unwegsamen Land und der Wüste gleich. 14 Dann werden die Herden mitten darin lagern, die Tiere der umliegenden Völker; Nachteulen und Igel in ihren Häusern herbergen; horch, wie es singt in den Fenstern, In den Spalten nisten die Vögel. - Raben sitzen auf den Pfosten; Besser: Verödung auf der Schwelle. - denn ich werde ihre Macht dahinschwinden lassen. 15 Dies ist die herrliche Hebr.: die ausgelassene. - Stadt, die so sicher wohnte, die in ihrem Herzen sprach: Ich bin und außer mir ist keine mehr! Sie forderte göttliche Ehren, sie genügte sich allein und keine andere Stadt war würdig, mit ihr verglichen zu werden. - Wie ist sie zur Wüstenei geworden, eine Lagerstätte des Wildes! Alle, die an ihr vorüberziehen, werden zischen und die Hand schwingen. In höhnischer Schadenfreude.