Tobit 11
Die Nova Vulgata überarbeitet bei diesem Buch nicht die Übersetzung des heiligen Hieronymus, wie sie es sonst tut: Sie druckt an ihrer Stelle eine ältere lateinische Übersetzung, sodass dieselbe Kapitel- und Versnummer in ihr und in der Clementinischen Vulgata verschiedenen Text bezeichnet.
Biblia Sacra (Allioli-Arndt)
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B. In der Mitte des Weges eilt Tobias dem Engel voraus, die übrigen zurücklassend. (V. 4) Von den Eltern mit Freuden empfangen, bringt Tobias dem Vater durch die Galle des Fisches Heilung von seiner Blindheit. (V. 17) Die Ankunft Saras mehrt die Freude aller.
1 Als sie nun auf der Heimreise waren, kamen sie am elften Tage nach Charan, das auf dem halben Wege nach Ninive liegt. Jeder Text weiß eine andere Stadt. So lässt sich nicht feststellen, welche Stadt gemeint ist. Charan, richtiger wohl Charam, war eine nicht weiter bekannte Stadt in Assyrien oder Medien. Es muss ein dringender Grund gewesen sein, der sie abhielt, die Karawane früher zu verlassen. Gewiss war der Übergang eines so großen Zuges aus Medien nach Assyrien mit Schwierigkeiten verbunden, weshalb es wahrscheinlicher ist, dass Charan eine assyrische Grenzstadt war. - 2 Und der Engel sprach: Bruder Tobias! du weißt, wie du deinen Vater verlassen hast. 3 Wenn es dir also gefällt, so lass uns vorausgehen und das Gesinde möge zugleich mit deinem Weibe und mit dem Viehe langsamen Schrittes auf unserm Wege nachkommen. 4 Da es ihm wohlgefiel, dass sie gehen sollten, sprach Raphael zu Tobias: Nimm etwas von der Galle des Fisches mit dir, denn sie wird notwendig sein. Also nahm Tobias etwas von dieser Galle und sie gingen von dannen. Da sie bis Charan 11 Tage gebraucht und Sara 7 Tage später in Ninive ankam als Tobias, brauchte dieser 3 ½ Tage. - 5 Anna aber saß täglich Nicht den ganzen Tag, wohl wiederholt am Tage. - am Wege auf der Spitze eines Berges, von wo sie in die Ferne schauen konnte. 6 Und da sie von diesem Orte nach seiner Ankunft ausschaute, sah sie ihn von fern und erkannte alsbald ihren daherkommenden Sohn; und sie lief und verkündigte es ihrem Manne und sprach: Siehe, dein Sohn kommt! 7 Raphael aber Diese Partikel fehlt oft im Anfange einer Bitte, Ermunterung usw. und gehört zum Imperativ. - sprach zu Tobias: Sobald du in dein Haus eintrittst, so bete sogleich den Herrn, deinen Gott, an, und ihm dankend, tritt hin zu deinem Vater, und küsse ihn 8 und streiche alsbald etwas von der Galle des Fisches, die du bei dir trägst, über seine Augen; denn wisse, dass seine Augen sich alsbald auftun werden und dein Vater das Licht des Himmels sehen und sich deines Anblickes freuen wird. 9 Da lief der Hund, der mit auf der Reise gewesen war, voran und, als wäre er ein angekommener Bote, legte er, mit seinem Schweife wedelnd, seine Freude an den Tag. Was die Vulgata von dem vorauslaufenden Hunde erzählt, fehlt in den übrigen Texten. Wie ein Bote ankommend, überbrachte der Hund durch seien Ankunft und sein Wedeln die Freudenbotschaft. - 10 Sein blinder Vater stand auf, fing an, strauchelnd zu laufen, Kennzeichnung der hast des blinden Vaters. - dann eilte er, einem Knaben die Hand gebend, seinem Sohne entgegen, 11 umarmte und küsste ihn mit seinem Weibe und beide fingen an vor Freude zu weinen. 12 Und als sie Gott angebetet und ihm gedankt hatten, setzten sie sich. 13 Da nahm Tobias etwas von der Galle des Fisches und bestrich die Augen seines Vaters, Wenn auch der Volksglaube der Galle Heilkraft zuschrieb, erwartete Tobias doch die Heilung des Vaters besonders von Gottes Eingreifen. (V. 12) - 14 Und er wartete ungefähr eine halbe Stunde, da begann der weiße Fleck sich aus dessen Augen abzulösen, wie das Häutchen eines Eies. 15 Tobias fasste dies und zog es aus seinen Augen weg und sogleich erhielt er das Gesicht zurück. 16 Da priesen sie Gott, er nämlich und sein Weib und alle, die ihn kannten. 17 Und Tobias sprach: Ich preise dich, Herr, Gott Israels! weil du mich gezüchtigt Er dankt auch für die Züchtigung, insofern er diese Wohltat nicht in ihrer wahren Größe geschätzt hätte. - und wieder geheilt hast, und siehe, ich sehe meinen Sohn Tobias! 18 Nach sieben Tagen Nach der Ankunft des Tobias. - kam auch Sara, das Weib seines Sohnes, und das ganze Gesinde wohlbehalten an und das Vieh und die Kamele und das viele Geld des Weibes, dazu auch das Geld, das er von Gabel erhalten hatte. 19 Und er erzählte seinen Eltern alle Wohltaten Gottes, die er an ihm durch den Mann getan, der ihn geführt hatte. Tobias erzählte doch wohl nicht erst nach Saras Ankunft seine Erlebnisse. Dieser Vers ist also nicht mit dem vorgehenden zu verbinden. Die andern Texte sind ausführlicher und deutlicher. 20 Auch Achior und Nabath, die Bruderssöhne des Tobias, kamen voller Freuden zu Tobias und wünschten ihm Glück um all des Guten willen, das Gott ihm erwiesen hatte. 21 Und sie hielten an sieben Tagen Mahlzeit und alle freuten sich überaus.