Tobit 13

Die Nova Vulgata überarbeitet bei diesem Buch nicht die Übersetzung des heiligen Hieronymus, wie sie es sonst tut: Sie druckt an ihrer Stelle eine ältere lateinische Übersetzung, sodass dieselbe Kapitel- und Versnummer in ihr und in der Clementinischen Vulgata verschiedenen Text bezeichnet.

4. Der ältere Tobias preist Gott mit dankbarem Herzen in einem Hymnus. (Kap. 13) A. Gott straft, aber rettet auch. (V. 2) Möchten doch die unter die Heiden zerstreuten Israeliten, sein wunderbares Schicksal den Sündern erzählend, diese belehren, dass nur ein wahrer Gott ist, damit sie, seine Werke schauend, ihn mit den Israeliten preisen. (V. 10) B. Auf Jerusalem den Blick richtend, das Gott wegen seiner Werke gezüchtigt hat, sagt er in prophetischem Geiste dessen Wiedererweckung und zukünftige Herrlichkeit voraus, die alle Völker, mit Gaben zu demselben eilend, feiern werden.

Der ältere Tobias aber tat seinen Mund auf, pries den Herrn und sprach: Nach der Itala und einigen griech. Handschriften schrieb er dies Gebet auch auf. Wie das eigene Leiden Tobias an das Leiden und die Sünden seines Volkes gemahnt hat [Tob 3,3], so denkt er jetzt bei seiner freudigen Errettung nur an die Rettung seines Volkes. Gewiss hatte Gott auch so große Wunder nicht einzig getan zu Nutzen und Frommen zweier Familien, sondern mehr noch zum Troste des in die Verbannung geführten israelitischen Volkes und zur Mahnung an die Völker, unter welche sie zerstreut waren. Eines der Ziele Gottes bei der Versetzung des jüdischen Volkes in heidnische Länder war ja die Aufhebung des jüdischen Partikularismus und die Vorbereitung der allgemeinen Kirche. Diese Erhebung des prophetischen Blickes von den individuellen Verhältnissen zu einer besseren Zukunft findet sich in allen Prophezeiungen des A. T. Wie in diesen, so fließt auch hier Individuelles und Allgemeines, Gegenwärtiges und Zukünftiges ineinander. Viele Sätze sind den Psalmen entnommen. - Groß bist du, o Herr! in Ewigkeit und in alle Ewigkeit währt deine Herrschaft. Denn du schlägst und heilst, du führst zur Unterwelt hinab und wieder herauf und niemand kann deiner Hand entfliehen. Preiset den Herrn, ihr Kinder Israels! und lobet ihn vor dem Angesichte der Völker, denn darum hat er euch unter die Völker zerstreut, welche ihn nicht kennen, damit ihr seine Wundertaten verkündet und jenen zu wissen tuet, dass kein anderer der allmächtige Gott ist als er. Er hat uns um unserer Missetaten willen gezüchtigt und er wird uns um seiner Barmherzigkeit willen erlösen. Tobias Errettung ist keine volle, solange sein Volk noch nicht aus der Verbannung befreit ist. - Sehet also, Sinait.: Und nun. „Also“ drückt bei Imperat. verstärkten Befehl aus, oder es nimmt die Aufforderung zum Lobe Gottes (V. 3) wieder auf. - was er an uns getan, und preiset ihn mit Furcht und Zittern und erhebet den König der Ewigkeit durch euer Tun. Rechtes Lob setzt voraus, dass man dem im Werke gefallen will, den man preist. - Ich aber will ihn preisen im Lande meiner Gefangenschaft, denn er hat seine Herrlichkeit an einem sündigen Volke erwiesen. Die Israeliten und dann auch die Heiden, unter denen diese leben. - Bekehret euch daher, ihr Sünder! Besonders die Volksgenossen. - und übet Gerechtigkeit vor Gott und glaubet, dass er euch seine Barmherzigkeit erweisen wird. Ich aber und meine Seele, Wenn auch sonst niemand es tut. (Ähnlich deutlich: seelenallein) - wir wollen uns in ihm freuen. Preiset den Herrn, ihr alle seine Auserwählten! Im Griech. werden dieser genauer als die Bewohner von Jerusalem bestimmt, das auserwählte Volk. - feiert Freudentage und danket ihm. Jerusalem, Von V. 11 an redet Tobias mit prophetischem Ausblicke in die Zukunft. Die Worte klingen an [Jes 60] an, doch fügt Tobias Umstände bei, welche sich dort nicht finden, wie den baldigen Untergang Ninives [Tob 14,6]. Hat gezüchtigt: Das Exil wird als schon eingetreten geschaut. Die Stadt V. 11, V. 12, V. 16 ist Jerusalem – V. 12 die Bewohner. Eben so wie V. 16, V. 18. In V. 18 ist auch das ganze Land einbegriffen, das zurückkehren soll. V. 13, V. 14 ist Jerusalem Typus der Kirche Christi. – V. 21 ist es das durch die Kirche auf Erden vorbereitete und dargestellte Reich Christi. Manche Stellen lassen mehrere Beziehungen zu, z.B. V. 15, 19, 20. In V. 12 wird das himmlische mit dem irdischen Jerusalem verbunden. Dass das Gegenwärtige als Bild des Zukünftigen gewiesen wird, vermischt sich das vom Bilde Gesagte in Anschauung und Darstellung mit dem dadurch Bezeichneten. - du Stadt Gottes! Jerusalem ist seiner Bestimmung nach die Hauptstadt des auserwählten Volkes, die Stätte seines Tempels zu sein, die Stadt Gottes. Diese Bestimmung dauerte fort, bis Jerusalem seinen Erlöser verwarf. Doch auch alsdann enthielt der Name noch Wahrheit, da nun in Jerusalem Gott selbst gelebt, gewirkt und gelitten hatte. - dich hat der Herr wegen der Werke deiner Hände gezüchtigt. Wegen deiner Werke, durch deine Werke, besonders durch Buße. (Justin) - Lobsinge dem Herrn wegen deiner Güter und preise den ewigen Gott, dass er seine Wohnung wieder in dir aufbaue und alle Gefangenen zu dir zurückrufe und du dich freuest in alle Ewigkeit. Du wirst in glänzendem Lichte erstrahlen und alle Grenzen der Erde werden dich verehren. Großartiger [Jes 60,1ff, Jes 2,2ff]. Diese Prophezeiung ist erst in der christlichen Kirche voller zur Wahrheit geworden; ganz wird sie es erst in der triumphierenden Kirche sein. Die Einleitung dazu wurde durch die Anbetung der Weisen gemacht. - Die Völker werden aus der Ferne zu dir kommen und, Geschenke darbringend, den Herrn in dir anbeten und dein Land heilig halten, denn sie werden den großen Namen Der Name über alle Namen ist der Name Jahve und der Name Jesus. - in dir anrufen. Verflucht werden sein, die dich verachten, und verdammt alle, die dich lästern; gesegnet aber werden sein, die dich aufbauen! Zwischen Jerusalem und Gott ist die Verbindung so eng, dass Jerusalems Freund Gottes Freunde sind, Jerusalems Feinde Gottes Feinde. - Du aber wirst dich deiner Kinder freuen, denn alle werden gesegnet und zu dem Herrn versammelt werden. Dahin, wo sein heiliger Name ist, nach Jerusalem. Das ist erst in der Kirche zur Wahrheit geworden. - Selig sind alle, die dich lieben und welche sich deines Friedens freuen! Meine Seele preise den Herrn, denn der Herr, unser Gott, hat Jerusalem, seine Stadt, von allen ihren Trübsalen befreit. Perfectum propheticum. - Selig werde ich sein, wenn Reste meiner Nachkommen da sein werden, um die Herrlichkeit Jerusalems zu schauen. Die Tore Jerusalems werden aus Saphir und Smaragd gebaut werden und aus kostbarem Steine der ganze Umkreis seiner Mauern. Nur im Himmel ist die höchste Herrlichkeit (V. 21, V. 22), der höchste Friede und getrübte ewige Freude (V. 23), wie sie hier geschildert werden. Da die Stadt Jerusalem der Typus des Himmels ist, ist es natürlich, dass diese aus dem kostbarsten Material gebaut sein muss, das die Menschen kennen, aus Edelsteinen. - Mit glänzenden und reinen Steinen Im Griech. werden bestimmte Steine genannt. - werden alle seine Straßen gepflastert sein, Griech.: Mit Mosaik belegt werden. - und auf seinen Gassen wird man Alleluja singen. Gepriesen sei der Herr, der es erhöht hat, und seine Herrschaft über dasselbe Auch die Herrschaft Gottes über die Seinigen ist ein Moment der Glückseligkeit. währe von Ewigkeit zu Ewigkeit! Amen.

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