Tobit 4

Die Nova Vulgata überarbeitet bei diesem Buch nicht die Übersetzung des heiligen Hieronymus, wie sie es sonst tut: Sie druckt an ihrer Stelle eine ältere lateinische Übersetzung, sodass dieselbe Kapitel- und Versnummer in ihr und in der Clementinischen Vulgata verschiedenen Text bezeichnet.

II. Reise des jungen Tobias nach Medien unter der Führung des Engels Raphael. Befreiung des älteren Tobias von seiner Heimsuchung und Saras von ihrem Unglück. (4,1- 13,23) 1. Raphael bietet sich dem jungen Tobias als Reisegefährten an. (4,1 – 5,28) A. Da der ältere Tobias seinen Tod nahe glaubt, empfiehlt er seinem Sohne treue Kindesliebe gegen dessen Mutter, Beobachtung des Gesetzes und Spendung von Almosen (V. 20) und trägt ihm auf, das Gabel geborgte Geld zu holen.

Da nun Anknüpfend an die Beendigung des Gebetes [Tob 3,6]. - Tobias glaubte, sein Gebet, sterben zu können, werde erhört, Tobias glaubt in menschlicher Beschränkung, sein Gebet werde dadurch erhört, dass Gott ihn von der Erde wegnimmt. Doch Gott gewährt entweder das, um was wir bitten, oder etwas Besseres, und so wurde auch Tobias Bitte erfüllt. - rief er seinen Sohn Tobias zu sich und sprach zu ihm: V. 2 folgt im Griech., als Schluss nach V. 20. Lege sie als Grundfeste in dein Herz, präge sie deinem Herzen unvergänglich ein. - Höre, mein Sohn! die Worte meines Mundes und lege sie als Grundfeste in dein Herz. Wenn Gott meine Seele zu sich genommen hat, so begrabe meinen Leib und halte deine Mutter alle Tage ihres Lebens in Ehren; denn du musst eingedenk sein, welche und wie große Gefahren sie um deinetwillen in ihrem Mutterleibe erduldet hat. Vergl. [2Mak 7,27, JSir 7,29]. Wie vollkommen hat Tobias allen Groll gegen seine Frau überwunden! - Wenn aber auch sie die Zeit ihres Lebens vollendet hat, so begrabe sie neben mir. Vergl. [1Mos 49,29ff]. - Alle Tage deines Lebens habe Gott im Herzen und hüte dich, jemals in eine Sünde einzuwilligen und die Gebote des Herrn, unseres Gottes, außer acht zu lassen. Dies hatte Tobias seinen Sohn von Jugend auf gelehrt: [Tob 1,10]. In diesem feierlichen Augenblicke gesprochen, werden diese Mahnungen dem Sohne als letzter Wille des Vaters besonders heilig sein. Die Mahnungen lassen sich auf sechs zurückführen: Religiosität (V. 6), Almosen und Barmherzigkeit überhaupt (V. 7-13, V. 17, V. 18), Weisheit im Handeln, die verbunden ist mit Gebet, und Befragen von Weisen. (V. 19, V. 20) Das Griech. fügt noch die Mahnung hinzu, nach dem Beispiele der Patriarchen ein Weib aus der Verwandtschaft zu nehmen, die Warnung vor Trunkenheit und eine eindringlichere Aufforderung zur Weisheit im Handeln. Bezeichnend für Tobias ist, dass er die Werke der Liebe zweimal empfiehlt V. 10-12 und V. 17-18. - Gib von deinem Vermögen Almosen und wende dein Auge von keinem Armen ab, denn so wird es geschehen, dass sich auch von dir des Herrn Angesicht nicht abwendet. Soweit du nur vermagst, sei barmherzig. Wenn du viel hast, so gib reichlich; wenn du wenig hast, so suche auch das wenige gerne mitzuteilen. Denn du sammelst dir einen guten Lohn für den Tag der Not. Jede Not, insbesondere aber jener Zeitpunkt, in dem der Mensch sich von allem Irdischen trennen muss und nichts ihm folgt als seine guten Werke. Vergl. [Ps 40,1]. - Das Almosen befreit ja von aller „Aller“ hat nur die Vulgata, doch stimmen die anderen Texte dem Sinne nach überein. An sich befreit das Almosen nur von der lässlichen Sünde, von der Todsünde aber nur, insoweit es zur Nachlassung disponiert und nach der Vergebung zur Genugtuung für die zeitlichen Strafen sowie zur Befestigung in der heiligmachenden Gnade beiträgt. Wenn auch das Gleiche von jedem guten Werke gesagt werden kann, hat doch das Erbarmen gegen den Mitmenschen eine besondere Beziehung zur Barmherzigkeit Gottes. Vergl. [Lk 11,4]. Der Tod ist der ewige Tod als Folge der Sünde. - Sünde und vom Tode und lässt nicht zu, dass die Seele in die Finsternis Finsternis: Ewige Verdammnis. Vor zeitlicher Finsternis hat ja sein Almosengeben Tobias nicht bewahrt. (Aug.) - komme. Eine große Zuversicht gibt das Almosen vor Gott dem Höchsten allen, die es geben. Hüte dich, mein Sohn! vor aller Unzucht, begnüge dich mit deinem Weibe und gestatte dir nie etwas Lasterhaftes. Im Griech. ist dieser Mahnung eine Belehrung über die Notwendigkeit, eine Frau aus der Verwandtschaft zu wählen, beigefügt. - Lass den Stolz niemals in deinem Sinne oder in deinen Worten herrschen, Jede Sünde besteht in der Abkehr von Gott, also in einer Erhebung des eigenen Ich über die ihm gebührende Stellung und Abhängigkeit von Gott. - denn von ihm hat alles Verderben seinen Anfang genommen. Wer für dich etwas arbeitet, dem gib alsbald seinen Lohn, Im Lat. drückt das restituere diese Pflicht noch schärfer aus. - und der Lohn deines Arbeiters bleibe ja nicht bei dir. Als ob es ein dir anvertrautes Geld wäre. - Siehe zu, dass du niemals das, was du nicht willst, dass dir von einem andern widerfahre, einem andern tuest. Vergl. [Mt 7,12]. Der Inbegriff aller Pflichten gegen den Mitmenschen. - Iss dein Brot mit den Hungernden und Dürftigen und mit deinen Kleidern bedecke die Nackten. Dein Brot und deinen Wein verwende auf das Begräbnis des Gerechten Begrabe die Toten und veranstalte den Hinterbliebenen das übliche Totenmahl. Man spendete so den Hinterlassenen zeitliche Hilfe und geistigen Trost. - und iss und trink davon nicht mit den Sündern. Wenn lebende Sünder dich einladen. (Gegensatz zu V. 18a) - Suche allezeit bei einem Weisen Rat. Das ganze Leben hindurch. Doch da aller Menschen Einsicht beschränkt ist, nimm auch zum Gebete deine Zuflucht, und damit das Gebet Erhörung finde, preise Gott allezeit. - Preise Preisen: Gott verehren und zu ihm beten. - Gott zu aller Zeit und bitte ihn, dass er deine Wege lenke und dass alle deine Pläne in ihm verbleiben. Hebraismus: Bestand haben, gedeihen. - Auch teile ich dir mit, mein Sohn, dass ich, als du noch ein kleines Kind warst, dem Gabel in Rages, der Stadt der Meder, zehn Talente Silber gegeben und eine Verschreibung von ihm bei mir habe. Deswegen trachte darnach, zu ihm zu gelangen und das oben erwähnte Gewicht Silber wieder von ihm zu erhalten und ihm seine Verschreibung zurückzustellen. Fürchte dich nicht, mein Sohn! wir führen zwar ein armes Leben, aber wir werden viel Gutes Zeitliches, doch besonders ewiges. erhalten, wenn wir Gott fürchten und alle Sünden meiden und Gutes tun.

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