Tobit 9

Die Nova Vulgata überarbeitet bei diesem Buch nicht die Übersetzung des heiligen Hieronymus, wie sie es sonst tut: Sie druckt an ihrer Stelle eine ältere lateinische Übersetzung, sodass dieselbe Kapitel- und Versnummer in ihr und in der Clementinischen Vulgata verschiedenen Text bezeichnet.

Der Engel begibt sich unterdessen auf Tobias Wunsch nach Rages, erhält das Geld von Gabel (V. 7) und führt diesen zur Hochzeit herbei.

Hierauf Bald am Anfange der Hochzeitsfeier, wohl schon am ersten Tage. (V. 4) Ekbatana liegt von Rages etwa 37 geographische Meilen, so dass die Reise in vier Tagen gemacht werden konnte. Die Abreise musste so schnell wie möglich stattfinden, da sonst die Einladung an Gabel illusorisch ward. Die Zumutung, nach Rages zu gehen, während Tobias die Hochzeitsfeier begann, konnte Tobias freilich nur stellen, da er den Engel Raphael noch nicht seinem wahren Wesen nach erkannt. - rief Tobias den Engel zu sich, den er für einen Menschen hielt, und sprach zu ihm: Bruder Azarias! ich bitte, höre meine Worte: Wenn ich mich auch dir zum Knechte hingäbe, so würde ich doch deine Fürsorge nicht nach Gebühr lohnen. Dennoch bitte ich dich, nimm dir Tiere oder Knechte und reise zu Gabel nach Rages, der Stadt der Meder; gib ihm seine Verschreibung zurück, nimm das Geld von ihm in Empfang und bitte ihn, zu meiner Hochzeit zu kommen. Was Azarias mitnahm, wird V. 6 gesagt. - Denn du weißt selbst, dass mein Vater die Tage zählt, und wenn ich um einen Tag länger zögere, so wird sich seine Seele härmen. Du siehst ja auch, wie Raguel mich beschworen hat, dessen Beschwörung ich nicht missachten kann. Da nahm Raphael vier von den Knechten Raguels Die vier Sklaven waren wohl eine Schutzmannschaft. Raphael ließ dies alles zu, um nicht erkannt zu werden. - und zwei Kamele und zog nach Rages, der Stadt der Meder, hin; und als er Gabel gefunden, Finden kann vielleicht im Sinne von antreffen genommen werden, da der Engel den Tobias [Tob 5,8] der Bekanntschaft mit Gabel und dessen Hause versichert hatte. - gab er diesem seine Verschreibung zurück und nahm von ihm das Geld in Empfang. Auch erzählte er ihm über Tobias, den Sohn des Tobias, alles, was geschehen war, und bewog ihn, mit ihm zur Hochzeit zu kommen. Als jener nun in das Haus Raguels trat, fand er Tobias bei der Mahlzeit, da sprang dieser auf und sie küssten einander. Gabel aber weinte, pries Gott und sprach: Der Gott Israels segne dich, denn du bist der Sohn eines vortrefflichen Mannes, der gerecht und gottesfürchtig ist und Almosen gibt. Die zweite Vershälfte V. 9, V. 12 fehlt in den anderen Texten. - Gesegnet möge auch dein Weib sein und eure Eltern, ihr möget eure Kinder und die Kinder eurer Kinder sehen bis ins dritte und vierte Geschlecht, und eure Nachkommenschaft möge vom Gott Israels gesegnet sein, der von Ewigkeit zu Ewigkeit herrscht! Alle sagten Amen und gingen zum Mahle. Aber auch das Hochzeitsmahl hielten sie in der Furcht des Herrn. Die frommen Verwandten hatten, wie immer, so bei der Hochzeitsfeier Gott und sein heiliges Gesetz vor Augen.

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