Sacharja 12
Biblia Sacra (Allioli-Arndt)
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2. Last des Wortes des Herrn über Israel. (Kap. 12-14) A. Die Theokratie wird von allen Völkern angegriffen. (V. 4) B. Gott gewährt überreiche Hilfe. (V. 8) C. Gott verleiht reiche Gnade.
1 Last des Wortes des Herrn über Israel. Wird der Unglaube einiger die Verheißungen Gottes unwirksam machen? [Roem 3,3] Nein, nie wird ein Volk Gottes gänzlich fehlen. Was [Hos 1,10] gesagt, dass der Herr sich ein neues Israel bilden werde, bezeugt hier auch Zacharias. Doch wie der Messias geringgeschätzt ist, so wird auch sein Reich angefeindet werden. Israel, der Ehrenname des Volkes Gottes, wird hier das Messiasreich genannt. Dass nicht allein Israeliten dasselbe bilden werden, bezeugen die Propheten unzweideutig, wie sie auch die Ausdehnung des Reiches auf die Heiden immer von neuem verheißen. - Es spricht der Herr, der den Himmel ausgespannt und die Erde gegründet und des Menschen Geist in diesem geschaffen hat: Damit kein Diener Gottes sich fürchte, wenn er das Wort Last hört, mahnt der Prophet, dass Gott die Herrschaft über Himmel und Erde und alles Lebende innehat. Er, der alles erschaffen, kann auch so Großes leisten, wie der Prophet verkünden will. Die Last enthält bereits Sieg und Triumph. - 2 Siehe, ich werde Jerusalem Analogisch wird wie Israel für das neue Volk Gottes, so die Hauptstadt Jerusalem für den Mittelpunkt der Theokratie und ihren hauptsächlichsten Teil gesetzt. - zur Taumelpforte machen für alle Völker ringsum Ein Feind, der diese Pforte berührt, wird gebrochen zurücktaumeln. Dies haben alle Feinde der Kirche erfahren müssen. (Cyr.) Hebr.: Taumelschale, gleichsam ein an die Völker berauschendes Gefäß. Wie der Trinker, wie durch eine Notwendigkeit getrieben, nach dem Weine verlangt, so werden die Völker durch ein inneres Drängen und Begehren angetrieben, das Gottesreich zu befehden. Doch der Trunk, den sie aus diesem Kelche schlürfen, wird ihnen verhängnisvoll. - und auch Juda wird unter denen sein, die Jerusalem belagern. Hebr.: Und auch über Juda wird es kommen bei der Belagerung wider Jerusalem. - 3 Und es wird geschehen: An jenem Tage mache ich Jerusalem zu einem Laststeine für alle Völker; alle, die ihn aufheben wollen, werden sich zerfleischend verwunden Um die Wette greifen sie das Gottesreich an, ein Feind folgt dem anderen, alle strengen ihre Kräfte an, jenen Stein aufzuheben, d.i. die Stadt zu zerstören, doch es wird ihnen nicht gut abgehen, sie bringen sich selbst Wunden und Zerfleischung bei. Doch immer neue Gegner werden anstürmen, nicht gewarnt durch das Schicksal der anderen, sich für stärker und klüger haltend. - und alle Reiche Hebr.: Völker. - der Erde werden sich wider dasselbe sammeln. 4 An jenem Tage, spricht der Herr, werde ich alle Rosse mit Scheu schlagen und ihre Reiter mit Wahnsinn, Die Reiterei ist beim Angriff am meisten zu fürchten; da sie sich kopfüber in sicheren Untergang stürzt, sind alle Anstrengungen vergeblich. - aber über dem Hause Juda werde ich meine Augen offen halten und alle Rosse der Völker mit Blindheit schlagen. Den Seinigen aber wendet Gott die zärtlichste Fürsorge zu. Ihnen leuchtet das himmlische Licht, den Feinden wird selbst das natürliche entzogen, dass sie in Finsternis gehüllt, mit Schmach zurückgeworfen werden. Von welcher Zeit der Prophet dies geweissagt hat, darüber sind die Meinungen verschieden. Die einen verstehen die Weissagung von der Zeit der Machabäer (Ephr., Theod., Theod. Gr.), andere allegorisch von der Kirche, noch andere unmittelbar von der Kirche Christi und den gegen sie gerichteten Verfolgungen. (Hier., Cyr.) Die letzte Ansicht scheint die wahrscheinlichste, da schon [Sach 11] von der Zeit des Messias handelt, also der Prophet schwerlich auf eine vor derselben liegende Epoche zurückgeht. - 5 Dann werden die Fürsten von Juda in ihrem Herzen sagen: Meine Stärke seien die Bewohner Jerusalems durch den Herrn der Heerscharen, ihren Gott. Die Fürsten werden zeigen, dass alle Hoffnung auf den Herrn der Heerscharen zu setzen ist; der, dem Himmel und Erde unterworfen ist, ist auch ihr Herr, durch heiligen Bund ihnen vereint als ihr Beschützer und Spender aller Güter. - 6 An jenem Tage werde ich die Fürsten Judas einer Glut unter Scheiten gleichmachen und wie Feuerlohe unter Heu Der Sieg ist leicht und vollkommen, denn was kann dem Feuer widerstehen? Und wie leicht brennbar sind Scheiter und Heu! - und sie werden zur Rechten und Linken Ihre Stärke vermag niemand zu widerstehen. - alle Völker ringsum verzehren und Jerusalem wird wieder bewohnt werden an seiner Stelle zu Jerusalem. Der Zusatz ist des Nachdrucks halber gemacht. Die Feinde suchen Jerusalem zu zerstören, den Eckstein (V. 3) zu entfernen, doch die Stadt bleibt an der Stelle, wo sie von Gott gegründet ist. - 7 Und der Herr wird die Hütten Judas Die aller kriegerischen Verteidigung entbehren. - wie ehedem Z.B. zur Zeit Gedeons, zur Zeit des Einfalls Sennacheribs u.a. - retten, So dass Heil und Sieg ihm allein kann zugeschrieben werden. - damit sich nicht stolz rühme das Haus Davids und die Bewohner Jerusalems sich nicht wider Juda erheben. Die Führer werden sich nicht rühmen können, dass sie das Volk gerettet, noch auch die Hauptstadt, dass sie den Landbewohnern Hilfe und Zuflucht geboten. - 8 An jenem Tage wird der Herr die Bewohner Jerusalems schützen Damit Gottes Herrlichkeit noch heller strahle und das neue Gottesreich höher ausgezeichnet werde, will Gott außer dem Siege über die Feinde sein Volk auszeichnen wie nie zuvor. - und ein Strauchelnder unter ihnen wird an jenem Tage sein wie David Wird von Gott mit Stärke begnadigt werden, dass er ein Held wird wie David, der den Löwen und Goliath überwand. - und das Haus David wird wie das Haus Gottes, wie der Engel des Herrn vor ihrem Angesichte sein. Die, welche, der zweite David, der Messias, zu Genossen und Helfern seiner Mühen annimmt und die ihm in besonderer Weise zugehören, werden wie Elohim sein, d.i. wie der Engel Jahves vor ihnen her (hebr.) – wie der Engel Gottes, der sie aus Ägypten führte und der oft dem Volke Gottes beistand, z.B. als er in einer Nacht im Lager der Assyrier 185000 Feinde tötete. [Jes 36,36] Diese Vergleiche zeigen, wie sehr die Wahrheit den Schatten, das Neue Testament das Alte überragt. Vergl. [Gal 4,2]. Die Vergleiche mit David, Gott und dem Engel des Bundes zeigen auch, was zum Siege über die Verfolgungen notwendig ist, Starkmut und Gottes Hilfe. - 9 Und es wird an jenem Tage geschehen, V. 9, V. 10 nehmen V. 4 wieder auf. Alle Kraft der Kirche beruht auf Gottes Gnade, diese aber wird geschöpft aus der frommen Betrachtung des Leidens Christi und durch sie auch gemehrt. - dass ich alle Völker, die wider Jerusalem kommen, zu vertilgen unternehme. Es wird allezeit meine Sorge sein, die Feinde der Kirche zu vernichten, dass sie nichts gegen dieselbe vermögen. - 10 Über das Haus Davids aber und über die Bewohner Jerusalems Die Theokratie nach der hierarchischen Ordnung und dem Stande der Laien. - will ich den Geist der Gnade Den Geist, der sie durch die eingegossene Gnade Gott und den Engeln angenehm und liebeswert macht. Diese Gnade gibt ihnen das Anrecht auf besondere Hilfe Gottes, die sie in jedem Kampfe stärkt. - und des Gebetes Der Geist des Gebetes ist derjenige, der für uns mit unaussprechlichen Seufzern fordert und uns selbst fordern macht. Dies sind die Waffen, mit denen die Leiter der Kirche, welcher der Gewalt des Messias teilhaftig gemacht sind, wie die Gläubigen, die Bewohner Jerusalems, stark sind und siegen. - ausgießen; Reichlich gewähren. - da werden sie Die Bürger des Gottesreiches. - auf mich Den Messias. Vergl. [Jes 53,3-12; Sach 11,12.13] und weiter unten [Sach 13,7]. - schauen, Mit Hoffnung, Vertrauen, Ehrfurcht, Liebe. Mit welcher Innigkeit die, welche den Geist der Gnade und des Gebetes haben, die Wunden des Heilandes betrachten werden, wird durch einen doppelten Vergleich dargelegt. - den sie durchbohrt haben, Die Herde misshandelt den Hirten [Sach 11,12.13] und dieser erduldet den Tod um der Frevel der Menschen willen, von den Menschen zum Tode verurteilt. [Jes 53,8.9.12] Die Stelle ist ein Beweis für die Gottheit des Messias. Da aber der Messias von Jahve wieder unterschieden wird, wie der gesandte vom Sendenden, ist eine nach der Anlage des Alten Testamentes klare Andeutung der Wahrheit gegeben, dass in Gott, wie eine Natur, so verschiedene Personen sind. - und werden ihn mit Wehklagen beweinen, wie einen einzigen Sohn, und sich betrüben Die Erhaltung der Familie galt als Segen Gottes, ihr Erlöschen als Fluch. Die Worte [Offenb 1,7] sind nicht eine Erklärung dieser Stelle des Propheten, sondern die Übertragung dieser Worte selbst auf eine ähnliche Sache und einen anderen Anblick. Wenn die Apostel aus der Heiligen Schrift etwas beweisen wollen, führen sie dieselbe ausdrücklich an; dies aber ist in der Offenbarung nicht der Fall. - über ihn, wie man über den Tod des Erstgebornen sich zu betrüben pflegt. Die Klage um den Erstgeborenen wird oft in der Heil. Schrift als eine besonders große bezeichnet. Vergl. [Jer 6,26; Amos 8,10]. - 11 An jenem Tage wird in Jerusalem laute Klage erhoben werden, wie das Wehklagen zu Adadremmon im Gefilde von Mageddon. Die Trauer wird allgemein und immer andauernd sein, wie einst nach dem Tode des Josias. [1Koe 15,18] Diese allgemeine, andauernde, das ganze Gottesreich erfüllende, alle Herzen ergreifende Trauer wird nun lebhaft beschrieben. - 12 Da wird das Land wehklagen, Familie um Familie für sich, die Familien des Hauses David besonders und ihre Frauen besonders, 13 die Familien des Hauses Nathan Nathan ist der Sohn Davids, von dem Zorobabel abstammt. - besonders und ihre Frauen besonders, die Familien des Hauses Levi besonders und ihre Frauen besonders, die Familien Semei Semeis Familie stammt von Gerson, dem Sohne Levis, ab. Das königliche und das priesterliche Haus wird erwähnt und beiden eine andere Familie beigefügt. Den Priestern geziemt es sich insbesondere, Christi Leiden zu gedenken. Die Erwähnung der Frauen ruft die um den sterbenden Heiland stehenden Frauen ins Gedächtnis zurück und alle jene, welche durch so viele Jahrhunderte im Kloster frommer Betrachtung ihr Leben geweiht. besonders und ihre Frauen besonders; 14 alle übrigen Familien, jede einzelne Familie besonders und ihre Frauen besonders.