Sacharja 3

3. Drittes Gesicht: Wiederherstellung der Heiligkeit des Priestertums. (Kap. 3) A. Die Heiligkeit des Priestertums wird wiederhergestellt. (V. 5) B. Bedeutung dieser Wiederherstellung.

Und Nachdem die Niederwerfung der Feinde verheißen und die Wiederherstellung der Stadt dargestellt ist, geht der Prophet zu dem über, was die Theokratie in ihrem eigensten Wesen begründet und dessen Wohltaten auf andere überleitet. Unter diesen Mitteln nimmt das Priestertum den ersten Platz ein. Dies zeigt schon die Aufgabe des Priestertums, Vermittler zu sein zwischen Gott und den Menschen, Gott durch Gebete und Opfer zu versöhnen, die Menschen dazu anzuleiten, Gott zu dienen und so die Wohltaten Gottes diesen zu vermitteln. Doch die Priester haben das Volk vielfach statt zum Guten zu führen, zum Bösen verführt und ihr heiliges Amt befleckt. - der Herr ließ mich Jesus, den Hohenpriester, schauen, wie er vor dem Engel des Herrn Dem Patrone und Schützer der alttestamentlichen Kirche, dem heiligen Michael. - stand, Der Engel stellt gleichsam das Volk dar, für welches der Hohepriester zu Gott fleht und dessen Weisungen an das Volk entgegennimmt. - und zu seiner Rechten stand Satan, ihn anzufeinden. Während der Priester die Hand ausstreckt zum Werke des Herrn, ist ein anderer da, um nachzustellen, zu hindern, zu schaden. Er steht zur Rechten, um die rechte Hand, die Ausführerin des Werkes zurückzuhalten und zu hemmen. Doch der Herr und der Engel sind besorgt für das Gottesreich und machen die Anschläge des Feindes zuschanden, wie der auf diesen geschleuderte Fluch andeutet. - Der Herr Der Engel im Namen und in der Person des Herrn. - aber sprach zu Satan: Der Herr bedräue dich, Satan! Das Bedrohen ist ein Schrankensetzen. - ja, es bedräue dich der Herr, Die Wiederholung ist ein Zeichen des heftigen Affektes wie des sicheren Eintretens des Erfolges. - welcher Jerusalem auserwählt hat! Hauptgrund. Vergl. [Sach 1,17]. Ein anderer aus der Gegenwart genommener Grund wird beigefügt. - Ist jener nicht ein aus dem Feuer herausgerissener Brand? Der Priester ist wie ein aus dem Feuer gerissenes, halb verbranntes Holz; er trägt noch die Zeichen der Strafe und der Gefangenschaft, Armut, Schmach und Elend an sich, so die Sünden der Väter büßend. Doch Gott wird durch eben dies Elend zum Mitleid bewegt und fragt entrüstet, ob das Priestertum sich in solchem Stande finden darf, ob der Teufel nicht Strafe leiden soll, der es in denselben versetzt hat und noch verfolgt. - Jesus aber war mit schmutzigen Kleidern angetan Mit Bundesbruch und Freveln war das Priestertum belastet, schuldig auch der Nachlässigkeit in Verhütung der Sünde des Volkes. Wie seine ganze Haltung Elend ausprägte, so forderte sie auch Erbarmen und Hilfe. - und stand vor dem Engel. Der helfen will und kann. - Da hob dieser an und sprach zu denen, die vor ihm standen, also: Ziehet ihm die schmutzigen Gewande aus! Alsdann sprach er zu ihm: Siehe, ich nehme deine Schuld Als Hoherpriester ist er der Vertreter des gesamten Priestertums. - von dir und bekleide dich mit Feierkleidern. Diese sind das Bild der Gnade, der Frömmigkeit und Tugenden, welche das wahre Priestertum schmücken müssen, damit es seine Aufgabe recht erfülle. - Dann sprach er: Setzet ihm einen reinen Kopfbund auf das Haupt! Einen neuen hohenpriesterlichen Schmuck. - Da setzten sie einen reinen Bund auf sein Haupt und legten ihm Gewänder an, der Engel des Herrn aber stand dabei. Dem Priestertum seine frühere Würde zurückgebend. - Da beschwor der Engel des Herrn Jesus und sprach: Das Gesicht soll nicht allein dem Propheten Nutzen bringen, sondern durch ihn auch andere belehren. - So spricht der Herr der Heerscharen: Wenn du auf meinen Wegen wandelst und meine Gebote beobachtest, so sollst du mein Haus richten und meine Vorhöfe hüten Dem Hause Gottes vorstehen, die Familie Gottes, das Volk Gottes richten. - und ich will dir Geleiter von denen geben, welche jetzt hier stehen. Damit er dies Amt recht zu verwalten vermag, wird ihm der Beistand der Engel versprochen. Erinnerung an das Gesicht Jakobs [1Mos 28,12]. – Das Stehen bezeichnet die Bereitschaft, alsbald tätig zu sein. - Höre, Und nimm zu Herzen. - Jesus, Hoherpriester, du und deine Genossen, Die Würde des Priestertums wird noch mehr hervorgehoben und den Priestern Heiligkeit empfohlen, durch den Hinweis darauf, dass jenes das Bild und Vorbild des Messias ist, die also, welche das Priesteramt bekleiden, in sich das Amt und die Würde des Messias gleichsam vorbilden. - die vor dir sitzen! denn diese Männer sind Vorbilder; Wunderbare Vorbilder, welche die Herzen auf Höheres vorbereiten sollen. - denn siehe, ich will meinen Knecht, den Spross, Wer dies ist, steht aus den früheren Weissagungen fest. So aus [2Sam 23,2-5] (hebr.), [Jes 4,2] und [Jer 23,5]. Es ist der Messias, der Knecht Gottes. Er ist der vorzüglichste Spross des Hauses David, der alle Güter besitzt und allen neues, ewiges Leben mitteilt. Die Theokratie wird wieder hergestellt, um durch den Messias ihre Vollendung zu finden. Die Weltreiche werden gestürzt, weil das Reich des Messias aufgerichtet werden soll. Der Herr will sich Sions erbarmen, denn der Messias wird kommen; die Stadt wird erbaut werden, weil der Messias kommen wird; die neue Theokratie wird Überfluss haben an allen Gütern um des Messias willen; und an dieser Stelle wird auch das Priestertum von Gott genehm gehalten, weil es das Vorbild des Messias ist. - kommen lassen. Denn siehe, den Stein, welchen ich Jesus vorgelegt, Der Stein, der zu meißeln und zu vervollkommnen ist, ist die Theokratie, welche zur Vollkommenheit geführt werden soll. Noch umgestaltet liegt er vor Jesus, denn noch unvollkommen liegt die Theokratie, der dieser seine Dienste zu weihen hat. Da er nun nicht imstande ist, den Stein zu bilden, soll ein anderer Diener Gottes herbeigeführt werden, der Messias. - über dem einen Stein sind sieben Augen; Auf der Theokratie, wie sie zur Zeit Jesus bereits besteht, befinden sich sieben Augen: Die Augen des Herrn sind auf ihn gerichtet, wachen über ihn. Sieben ist die Zahl der Vollkommenheit, bedeutet also wohl die beständig über ihn wachende Sorge der göttlichen Vorsehung, die sieben Engel, welche vor Gott stehen [Offenb 5,6] und seiner Vorsehung dienen. Doch den hauptsächlichsten Teil der Arbeit wahrt sich der Herr selbst. - siehe, ich will sein Bildwerk ausmeißeln, spricht der Herr der Heerscharen, und die Schuld jenes Landes an einem Tage hinwegnehmen. Das alte Priestertum konnte Gott nicht voll versöhnen, er will also die Schuld durch seinen Diener, den Spross, hinwegnehmen. Von diesem also geht auch die Kraft der Reinigung aus, welche Jesus im Gesichte zuteil wird und ihn für sein Amt geeignet und tauglich macht, ein Vorbild des Messias zu sein. - An jenem Tage, spricht der Herr der Heerscharen, wird ein Freund den andern einladen unter seinen Weinstock und unter seinen Feigenbaum. In der von Gott gebildeten Theokratie, welche die wahre Vergebung der Sünden gewährt, wird Eintracht und Friede herrschen. Das hierfür gebrauchte Bild ist der Zeit Salomos entlehnt [1Koe 4,25], recht passend auf den wahren Friedensfürsten. Der geistige Charakter der Theokratie wird von den Propheten klar vor Augen gestellt.

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