Sacharja 4

4. Viertes Gesicht: Der Tempelbau. (Kap. 4) A. Geistige Waffen sind anzuwenden. (V. 7) B. Der Tempelbau.

Da kam der Engel, der mit mir redete, wieder Besser: Der in mir redete. Den er vorher neben sich gesehen, tritt wieder in seine Seele zurück. Vergl. [Sach 2,3]. Alsbald gibt der Engel einen Beweis seiner Gegenwart, indem er den Propheten aus seinem Staunen weckt. - und weckte mich Der Prophet ist noch ganz versunken in die Betrachtung des Gesichtes. Deshalb wird er von dem Engel auf ein neues Gesicht vorbereitet. - wie einen Mann, der aus seinem Schlafe geweckt wird. Und er sprach zu mir: Was siehst du? Er schärft die Augen des Propheten. - Ich antwortete: Ich sehe da einen Leuchter, ganz von Gold, Dem goldenen Leuchter im Heiligtum ähnlich, aber doch von demselben in seiner Gestalt etwas verschieden. - und oben darauf ist sein Ölgefäß und sieben Lampen sind an ihm und sieben Röhren für die Lampen, welche sich oben darauf befinden. Daneben stehen zwei Ölbäume, einer zur Rechten des Ölgefäßes und einer zur Linken desselben. Diese Ölbäume geben dem Ölgefäß mittelst zweier Äste Öl, wie V. 12 zeigt. - Hierauf hob ich an und sprach zu dem Engel, der mit mir redete, also: Was sind diese, Herr? Da antwortete der Engel, der mit mir redete, und sprach zu mir: Weißt du denn nicht, was diese sind? Der Engel will die Aufmerksamkeit des Propheten wecken. - Ich antwortete: Nein, Herr! Da begann er und sprach zu mir also: Dies ist der Ausspruch des Herrn an Zorobabel, Der Ausspruch Gottes an Zorobabel ist die Deutung des Gesichtes. (Hier.) Zorobabel soll nicht auf kriegerische Macht, sondern auf Gott sein Vertrauen setzen; ein Hinweis auf die geistige Natur der neuen Theokratie. - also lautend: Nicht durch Heeresmacht noch durch Stärke, sondern durch meinen Geist, spricht der Herr der Heerscharen! Das ist der Wahrspruch, der ihm in allen Dingen vor Augen stehen soll. Eine Anwendung auf die Gegenwart folgt: Alle dem Tempelbau entgegenstehenden Hindernisse werden beseitigt werden. - Wer bist du, du großer Berg vor Zorobabel? Du sollst zur Ebene werden! Selbst die gewaltigsten Hindernisse sollen weichen. Alle Gegner, welcher Art sie seien, der Teufel (Hier., Cyr.), menschliche Gegner (Theod. Gr.), die den Tempelbau hindernden Heiden (Theod.), sollen vernichtet werden. - Er wird den Hauptstein aufsetzen In besonderer Weise zeigt sich diese Hilfe bei dem Tempelbau. - und die Zierde der Zierde desselben gleichmachen. Die Vulg. schließt sich hier an die Sept. an, wodurch der Sinn der Stelle verdunkelt wird. Hebr.: Unter Zurufungen: Gnade, Gnade ihm! D.i. glücklich sei er gelegt, Gott segne ihn. – Der Leuchter ist, worauf [Offenb 1,20] hinweist, das Sinnbild des theokratischen Volkes. Im Heiligtum stehend und allezeit vor Gott leuchtend zeigt er, wie das auserwählte Volk sein Volk sein soll, vor Gott leuchtend und das Licht der Erkenntnis Gottes verbreitend, die Finsternis der Unwissenheit und Ungerechtigkeit vertreibend. Darum nennt auch Christus seine Jünger das Licht der Welt und der heilige Paulus mahnt die Christen in der Welt zu leuchten. Vollkommen wird dem Bilde des goldenen Leuchters die wiederhergestellte Theokratie entsprechen. Das Gold zeigt als kostbarstes Metall, in wie hohem Werke das theokratische Volk bei Gott steht. Die Siebenzahl, dem siebenarmigem Leuchter im Heiligtum entsprechend, deutet die verschiedenen guten Werke an, welche das Volk vor Gott auszeichnen sollen, z.B. die sieben Haupttugenden (drei göttliche, vier Kardinaltugenden). Allezeit: denn durch die Zahl sieben werden die Tage in Wochen geteilt, das Sabbats- und Jubiläumsjahr unterschieden und allgemein bedeutet diese Zahl die Fülle und Menge. Das Öl ist die göttliche Gnade, wie die Salbung Zeichen der Stärke, Kraft und Freude ist, welche durch die Eingießung des Geistes Gottes den Menschen mitgeteilt werden. Das Öl strömt aus den Ölbäumen zu, wie der Weinstock den Reben ständig Leben verleiht. [Joh 15,1.5] Die beiden Ölbäume sind die zwei theokratischen Würden, durch welche Gott seine Gnadenhilfe gewährt, das geheiligte Königtum und das Priestertum. Sie stehen vor Gott, weil sie von Gott eingesetzt sind, um durch sie das Reich Gottes auf Erden zu verbreiten, die Menschen zu unterrichten, mit Gott zu versöhnen, den Weg des Heiles zu führen, ihnen Gnade und Wahrheit mitzuteilen. Dass die beiden Ölbäume ihr Öl in ein Gefäß ergießen, weist auf die innige Verbindung beider Gewalten hin, die zwar voneinander verschieden sind, doch ein Ziel haben: dass Heiligkeit leuchte vor Gott und den Menschen. So ist im Neuen Bunde die Priesterwürde und die geistige Gewalt verbunden, beide einander ergänzend und von Christus ausgehend. - Und das Wort des Herrn erging an mich also: Besondere Aufgabe Zorobabels in Gottes Werke. Die Worte werden von dem Engel gesprochen. - Die Hände Zorobabels haben den Grund zu diesem Hause gelegt und seine Hände werden es auch vollenden und ihr werdet erkennen, Aus dem Bau des Tempels werden sie erkennen, dass auch alles übrige von der Theokratie Verkündete in Erfüllung gehen wird. - dass der Herr der Heerscharen mich zu euch gesandt hat. Diese Prophezeiung im achten Monate nach denen des Aggäus im sechsten Monate am ersten Tage und im siebten Monate am einundzwanzigsten Tage macht den Israeliten neuen Mut und gibt ihnen neuen Eifer. - Denn wer wollte die Tage der kleinen Anfänge Im Gegensatze zu dem Tage, an dem Salomon den Tempel erbaute. - verachten? Vielmehr sollen sie sich freuen, in Zorobabels Hand das Senkblei zu sehen. Wenn er die Mauer baut. - Diese sieben aber sind die Augen des Herrn, welche die ganze Erde durchstreifen. Die Freude ist umso begründeter, als die sieben Engel, welche vor Gott stehen und seine hauptsächlichsten Diener sind, das Werk begünstigen und unterstützen. - Da begann ich und sprach zu ihm: Was sind diese zwei Ölbäume zur Rechten des Leuchters und zu seiner Linken? Aus der Antwort des Engels hat der Prophet erkannt, dass der brennende Leuchter das Sinnbild der durch Gottes Geist wiederherzustellenden Theokratie ist und dass diese Wiederherstellung den Tempel fordere, das Band der Vereinigung für alle und das Unterpfand der göttlichen Wohltaten. Deshalb bleibt ihm nur übrig, betreffs der zwei Ölbäume zu fragen. - Und ich hob nochmals an und sprach zu ihm: Was sind diese beiden Ölzweige an den zwei goldenen Armen, unter denen sich die Röhren von Gold befinden? Hebr.: Was haben die beiden an den Ölbäumen befindlichen Büschel zu bedeuten, die neben den goldenen Röhren sind, welche das Gold von sich aus ergießen? – Gold, goldfarbig glänzende Flüssigkeit, Öl. Warum der Seher zum zweiten Male fragt, wird verschieden erklärt. Jedenfalls zeigt die Wiederholung der Frage die Sehnsucht des Propheten, die Bedeutung zu verstehen. - Er sprach zu mir: Weißt du nicht, was diese sind? Der Engel verwundert sich. - Ich entgegnete: Nein, Herr! Da sprach er: Dies sind die zwei Gesalbten, Die zwei, welche durch die Berufung Gottes und die Salbung des Heiligen Geistes zu einem theokratischen Amte berufen werden. - welche vor dem Herrn der ganzen Erde stehen. Zum Dienste bereit. Wie Jesus, der Hohepriester, indem dritten Gesichte, so wird Zorobabel im vierten über seinen Beruf belehrt.

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