Sacharja 8
Biblia Sacra (Allioli-Arndt)
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C. Gott verheißt Sion Gnade und Glück. (V. 8) D. So mögen die Israeliten also Mut fassen, gewiss des Segens Gottes. (V. 17) E. Verheißung großer Freude und der Bekehrung der Heiden.
1 Wieder erging das Wort des Herrn der Heerscharen, also lautend: Nach der Heimsuchung folgt die Wiederherstellung. Wie der Seher durch die Erinnerung an den früheren Ungehorsam und Gottes Strafen Schrecken eingeflößt, so versucht er jetzt durch die Schilderung der Liebe Gottes und des Glückes der Wiederherstellung zu wahrer Frömmigkeit und zum Gehorsam zu bewegen. Darum legt er die zehn Worte Gottes, welche dies enthalten, mit besonderem Nachdrucke vor. - 2 So spricht der Herr der Heerscharen: Ich bin voll großen Eifers für Sion und eifre mit großem Zorne für dasselbe. Gesamtinhalt der Offenbarung und Beweggrund der Großtaten Gottes. Die Bestrafung der Feinde zeigt Gottes Eifer für die Seinen. - 3 So spricht der Herr der Heerscharen: Ich kehre wieder nach Sion zurück Als Gott die Stadt den Feinden überließ, hatte er gleichsam Sion und seine heilige Wohnung verlassen. Vergl. [Ez 10,18; Ez 11,23] und [Ez 43,2]. - und werde inmitten Jerusalems wohnen und Jerusalem wird die Stadt der Treue heißen und der Berg des Herrn der Heerscharen, heiliger Berg. Wiederholung der [Sach 2,5] im Gesichte gemachten Verheißung. Doch die Worte weisen in ihrer Allgemeinheit auf die wahre und vollkommene Theokratie, welche der Messias begründen soll und von der die frühere Vorbild und Vorbereitung war. - 4 So spricht der Herr der Heerscharen: Noch werden greise Männer und betagte Frauen Nach dem Charakter des Alten Testamentes galt frühzeitiger als Strafe für die Sünde. - in den Straßen Jerusalems wohnen und ein jeder mit seinem Stabe in der Hand vor hohem Lebensalter. 5 Und die Straßen der Stadt werden sich mit Knaben und Mädchen erfüllen, welche auf ihren Straßen spielen. Die unter den Augen der Greise die Chorreigen spielenden Knaben und Mädchen sind gleichsam Herolde der Freude und ein Zeugnis des göttlichen Segens, der sich auch in zahlreicher Nachkommenschaft offenbart. Die reiche Mehrung des Volkes Gottes ist ein beständiges Anzeichen der messianischen Zeit, wie auch langes Lebensalter bei [Jes 65,20] von der Zeit des Messias verheißen wird. - 6 So spricht der Herr der Heerscharen: Wenn es in den Augen des Überrestes dieses Volkes in jenen Tagen schwer scheint, wird es denn in meinen Augen schwer sein? spricht der Herr der Heerscharen. 7 So spricht der Herr der Heerscharen: Siehe, ich werde mein Volk aus dem Lande des Sonnenaufgangs und aus dem Lande des Niedergangs der Sonne Zwei Himmelsgegenden werden an Stelle aller genannt. Vergl. [Jes 43,5.6]. Die hier verheißene Rückkehr ist ein Vorbild der Sammlung der zerstreuten Söhne Gottes. Vergl. [Joh 11,52]. - erretten. 8 Und ich werde sie herbeiführen, dass sie inmitten Jerusalems wohnen, Die volle Erfüllung findet die Verheißung erst, wenn ganz Israel gerettet wird. Vergl. [Roem 11,26]. - sie sollen mein Volk sein und ich will ihr Gott sein in Wahrheit und Gerechtigkeit. 9 So spricht der Herr der Heerscharen: Folgerung für die Gegenwart. - Eure Hände sollen erstarken, die ihr in diesen Tagen diese Worte aus dem Munde der Propheten Aggäus und Zacharias. - vernehmt, zur Zeit, da der Grund zum Hause des Herrn der Heerscharen gelegt ward, damit der Tempel erbaut werde. Hebr.: der Tempel, um gebaut zu werden. - 10 Freilich war vor jenen Tagen kein Lohn für Menschen und von dem Vieh kein Ertrag; Vergl. [Hagg 2,17.18]. - wer ein- und auszog, war nicht sicher vor Bedrängnis Siehe [Esr 4,1-5;24]. - und ich ließ zu, dass alle Menschen wider einander waren; 11 nun aber werde ich an dem Überreste dieses Volkes nicht tun wie in den vergangenen Tagen, spricht der Herr der Heerscharen, 12 sondern es soll eine Saat des Friedens sein; Hebr.: Sondern Saat des Friedens, d.i. die Saat bleibt wohlbehalten. - der Weinstock wird seine Frucht geben, die Erde ihren Ertrag liefern und der Himmel seinen Tau spenden und ich will die Überreste dieses Volkes dies alles in Besitz nehmen lassen. Vergl. [Hagg 2,19.20]. - 13 Und es wird geschehen: wie ihr, Haus Juda und Haus Israel! unter den Völkern ein Fluch waret, so werde ich euch Heil gewähren und ihr sollt ein Segen sein; Im Sprichwort angeführter Segen. Vergl. [1Mos 48,20]. - fürchtet euch nicht, lasset eure Hände erstarken! 14 Denn so spricht der Herr der Heerscharen: Dem siebten Worte fügt Gott die Ursache bei, worauf sie so große Hoffnung schöpfen sollen (V. 14, V. 15), und bezeichnet die Bedingungen, welche sie erfüllen müssen. (V. 16, V. 17) - Wie ich beschlossen, Der Vergleich soll ihre Zuversicht stärken. (Theod. Gr.) - euch zu züchtigen, als eure Väter mich zum Zorne reizten, spricht der Herr, 15 und ich kein Mitleid hatte, so habe ich hingegen in diesen Tagen beschlossen, dem Hause Juda und Jerusalem Gutes zu erweisen; fürchtet euch nicht! Wie nichts mich hindern konnte, meine Drohungen auszuführen, so wird mich auch nichts daran hindern, meinen Segen reichlich zu spenden. - 16 Dies ist es nun, was ihr zu tun habt: Redet die Wahrheit, ein jeder gegen seinen Nächsten; nach Wahrheit und Gericht des Friedens Ein Gericht, das Frieden schafft, die Streitenden versöhnt, dem Streit ein Ende macht. - richtet in euren Toren. In den Toren wurde Gericht gehalten, weil dies ebenso den Landleuten wie den Städtern zugänglich sein sollte. - 17 Keiner sinne Böses wider seinen Nächsten in seinem Herzen und liebet nicht falsche Eide zu schwören; Dasselbe hatte Gott von ihren Vätern verlangt, vergl. [Sach 7,9]. Es werden besonders Tugenden genannt, welche das Fundament des sozialen Lebens sind, Wahrheit und Gerechtigkeit, also nichts Außerordentliches. - denn solches alles hasse ich, spricht der Herr. Da Gott die Bedingungen so sorgfältig aufzählt, sind die Verheißungen von Segen und Glück nicht absolut gegeben, sondern werden in ihrer Erfüllung von den Tugenden und der Frömmigkeit des Volkes bedingt. Auch im Reiche des Messias hängt die größere und geringere Fülle der Güter wie die Ausbreitung des Reiches von der Mitwirkung der Menschen ab. - 18 Und es erging das Wort des Herrn der Heerscharen an mich also: 19 So spricht der Herr der Heerscharen: Das Fasten des vierten Monats, das Fasten des fünften, das Fasten des siebenten und das Fasten des zehnten soll dem Hause Juda zur Freude, zur Wonne und zu herrlichen Festzeiten werden; nur liebet Wahrheit und Frieden! Die Wiederherstellung der Theokratie soll so glorreich und so beseligend sein, dass selbst die Erinnerung an die alte Trauer Freude verursachen soll, insofern jene der Weg zum Glück, gleichsam die Schmerzen der Geburt desselben waren: wenn sie nur Tugend üben. Am 17. Des vierten Monats (Juli) sollen die Juden gefastet haben, weil Moses an diesem Tage von dem Berge herabsteigend, die Gesetzestafeln zerbrach und die Mauern der Stadt den ersten Riss erhielten. Im fünften Monate fasteten sie wegen des Aufstandes, der nach der Rückkehr der Kundschafter in der Wüste statthatte und die vierzigjährige Wanderung nach sich zog; in diesem Monate soll auch der Tempel von Nabuchodonosor und viele Jahrhunderte später von Titus in Brand gesteckt worden sein u.a.m. Im zehnten Monate hörte Ezechiel und das gesamte Volk der Gefangenschaft, dass der Tempel zerstört sei. (Hier., Mischna) - 20 So spricht der Herr der Heerscharen: Noch wird es geschehen, dass Völker kommen und viele Städte bewohnen, Hebr.: Noch wird es geschehen, dass ganze Völker und die Bewohner vieler Städte herbeikommen. Ihre Bewohner werden zueinander gehen und sagen: Auf! lasset uns hinziehen usw. – Sie werden wetteifern miteinander in der Verehrung Gottes. Ein Anfang davon zeigte sich bereits zur Zeit Zorobabels. Vergl. [Est 8,17]. - 21 und ihre Bewohner werden sich aufmachen und einer zu dem andern sprechen: Lasset uns hinziehen und das Angesicht des Herrn anflehen und den Herrn der Heerscharen suchen, auch ich will mitziehen! 22 Und viele Völker und mächtige Nationen werden kommen, den Herrn der Heerscharen in Jerusalem zu suchen und das Angesicht des Herrn anzuflehen. 23 So spricht der Herr der Heerscharen: In jenen Tagen werden zehn Menschen aus allen Sprachen der Völker die Hand ausstrecken Hebr.: In jenen Tagen wird es geschehen, dass zehn Männer…. Ergreifen. Die Zahl zehn steht öfter für die Mehrzahl. – Da alle Sprachen der Völker zu dem Gottesreiche gehören, greift dieses über die Grenzen der Völker hinaus, sind alle vereinigt in einem Schafstalle. - und den Saum eines jüdischen Mannes ergreifen Gleichsam sich an denselben haltend, um gegen Irrtum gesichert zu sein. Die wahren Juden sind, wie das Neue Testament zeigt, die, welche Gott mit wahrer Frömmigkeit dienen. Die wahre Theokratie ist ein Ölbaum [Roem 11,17-21], die wahren Juden alle, die zu demselben gehören, an ihm gewachsen oder eingepfropft. Daher beziehen die Verfasser der Bücher des Neuen Testamentes die den Juden gegebenen Verheißungen auf die aus den verschiedenen Völkern gesammelten Christen. Vergl. [Gal 3,7.29], denen die Worte des heiligen Johannes, des Vorläufers des Herrn, gelten: Gott kann aus diesen Steinen Kinder Abrahams erwecken. [Mt 3,9] Die, welche nur durch leibliche Abstammung Abrahams Kinder sind, nicht aber seinen Glauben und seine Frömmigkeit nachahmen, haben den Tempel zum Vater. [Joh 8,39; Roem 4,12] und sagen: Wir wollen mit euch ziehen; denn wir haben gehört, dass Gott mit euch ist.
Zitiert in 1
- V. 19 Summa (EN)(II-II 147.5)