Exodus 20
Biblia Sacra (Allioli-Arndt)
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B. Verkündigung der zehn Gebote. (V. 17) C. Beschluss der Offenbarung Gottes. (V. 21) 3. Ergänzungen zur Offenbarung Gottes (20,22 – 23,33): A. Ergänzung zum zweiten Gebote.
1 Und der Herr redete Nicht zu Moses. - alle diese Worte: Nur zwei Gebote sind positiv und in absoluter Form gegeben, das über die Beobachtung des Sabbat und das andere über die Pflichten gegen die Eltern. Das Gebot, den Sabbat zu heiligen, hat Gott nicht erst durch Moses gegeben, doch gibt er hier zugleich die Begründung für das Gebot. Dem Gebote der Pflichten gegen die Eltern, welches die Natur bereits die Menschen gelehrt, fügte Gott für die Israeliten eine besondere Verheißung bei. Die übrigen Gebote sind verneinend, die setzen ganz kurz gefasst (V. 13 – 17) und bereits vor Moses als natürliches Gesetz bekannt. Ebenso kurz ist ein anderes bereits vor Moses bestehendes Gebot (Vergl. [1Mos 35,2.4]), das bereits nun hier von Gott in erster Person gegeben wird. Es bleiben zwei andere negative: Verbot von Bildern Gottes und von Missbrauch des heiligsten Namens Jahve. Diese werden etwas ausführlicher gegeben als die in V. 13 – 17 enthaltenen. V. 7 hat eine Bedrohung. In V. 4 wird das Verbot durch drei Glieder ausgedrückt. V. 5 stellt die Strafe für die Übertretung und die Belohnung für die Beobachtung vor Augen. Fast wörtlich werden die Gebote [5Mos 5,6-21] wiederholt. Dass es 10 Gebote sind, wird [2Mos 34,28, 5Mos 4,13, 5Mos 10,4] ausdrücklich gesagt; doch werden dieselben nicht von allen Erklärern gleich geschieden. Die neueren Juden zählen seit Josephus I. V. 2. II. V. 3 – 6. III. V. 7. IV. V. 8 – 11. V. V. 12. VI. V. 13. VII. V. 14. VIII. V. 15. IX. V. 16. X. V. 17; der heilige Augustin unterscheidet nach dem Gegenstande drei Gebote, welche die Pflichten gegen Gott (V. 3 – 11), sieben, welche die Pflichten gegen den Nächsten darstellen, in dem er der Sept. folgt und so V. 17 in zwei Teile teilt. Das letztere ist indes kritisch unzulässig, indem ist es sicher, dass V. 17 nur ein Gebot ausmacht. Die Kalviner und Griechen zählen: I. V. 3. II. V. 4 – 6. III. V. 7. IV. V. 8 – 11. V. V. 12. VI – IX. 13 – 16. X. 17. Die katholische Kirche teilt nach dem Vorgange des heiligen Augustinus und der Septuaginta so, dass V. 2 – 6 ein Gebot ausmachen, V. 17 in zwei Gebote zerfällt. (Auch der hebr. Text teilt V. 17 in zwei Teile.) Dieser Einteilung folgen auch die Lutheraner. Am passendsten scheint es zu sagen, dass die ersten drei Gebote unserer Zählung Gott, die letzten sieben die Menschen betreffen. Wie die Gebote auf die beiden tafeln verteilt waren, ist nicht festzustellen, ebenso wenig, ob sie ihrem vollen Wortlaute nach auf dieselben geschrieben waren. - 2 Ich bin der Herr, dein Gott, der dich aus dem Lande Ägypten, aus dem Hause der Knechtschaft, geführt hat. 3 Du sollst keine andern Götter Oder: Gott. - neben mir Nicht einmal ihn mir gleichstellend. Da Gott nicht ungerecht sein kann, vermag er die Verehrung eines anderen wahren Gottes nicht zu untersagen, also ist er der einzige Gott. - haben. 4 Du sollst dir kein Bild machen, noch ein Gleichnis Weitere Erklärung [5Mos 4,15-19]. Die Israeliten sollen weder von Gott, noch von einem Götzen ein Bild machen, um es anzubeten. Bilder überhaupt sind nicht allgemein verboten, da Gott selbst [5Mos 25,18, 5Mos 26,31] Cherube und [4Mos 21,8], die eherne Schlange zu fertigen befiehlt, Salomo Löwen und Rinder machen lässt [1Koe 7,25.36]. - von etwas, was im Himmel oben, oder auf der Erde unten, oder was im Wasser unter der Erde ist. 5 Du sollst sie nicht anbeten, noch verehren; ich der Herr, dein Gott, bin ein starker und eifernder Gott, Hebr.: Ich Jahve, dein Gott, bin ein eifernder Gott. - der die Sünden der Väter an den Kindern heimsucht bis ins dritte und vierte Geschlecht derer, die mich hassen; 6 und Barmherzigkeit bis ins tausendste Also auf ewig. Die göttliche Güte erstreckt sich weiter als die strafende Gerechtigkeit. Die letztere gilt für das ganze Alte Testament und die Gesamtheit der Nation. Es handelt sich zunächst um natürliche Strafen, Krankheit, Blindheit usw., welche durch Geduld der Seele zum Nutzen gereichen können. - Glied denen erweist, die mich lieben und meine Gebote halten. V. 5 – 7 beziehen sich nicht allein auf V. 4, sondern auch auf V. 3, wie [2Mos 34,14] zeigt. - 7 Du sollst den Namen des Herrn, deines Gottes, nicht eitel nennen; denn der Herr wird den nicht ungestraft lassen, der den Namen des Herrn, seines Gottes, ohne Grund ausspricht. Die Drohung V. 5 ist feierlicher. - 8 Gedenke daran, Dies Wort und der Mangel einer Bestimmung, was der Sabbat ist, zeigen, dass es sich um etwas Bekanntes handelt. - den Sabbattag heilig zu halten. Was die Beschneidung das Zeichen des von Gott mit Abraham geschlossenen Bundes, ist der Sabbat das Zeichen des Bundes, den Gott am Sinai mit Israel geschlossen. Geheiligt wird, was dem profanen Gebrauch entzogen und Gottes Dienst und Verehrung geweiht wird. Der Hauptzweck des Sabbats also ist: Gott Verehrung zu erweisen; aus diesem folgt dann die Notwendigkeit der Sabbatsruhe. Diese wird weiter beschrieben. Das Gebot ist moralisch, soweit es den Menschen verpflichtet, eine bestimmte Zeit für Gott abzusondern, Zeremonialgesetz, soweit eine besondere Zeit bezeichnet wird. (Thom.) - 9 Sechs Tage sollst du arbeiten und alle deine Werke verrichten. 10 Aber am siebenten Tage ist der Sabbat des Herrn, deines Gottes; an diesem sollst du keine Arbeit verrichten, weder du selber, noch dein Sohn, noch deine Tochter, noch dein Knecht, noch deine Magd, noch dein Vieh, noch der Fremdling, Auch der heidnische. Besonders verbotene Arbeiten sind: Pflügen und ernten [2Mos 34,21], Manna sammeln [2Mos 16,26ff], kochen und backen [2Mos 16,23], Feuer anzünden [2Mos 35,3], Holz sammeln [4Mos 15,32], Lasten tragen [Jer 17,21], die Kelter treten, lasten auflegen oder fortschaffen [Neh 13,15], Handel treiben [Amos 8,5, Neh 13,15ff], u. a. - der innerhalb deiner Tore ist. 11 Denn in sechs Tagen hat der Herr den Himmel und die Erde, das Meer, und alles, was in ihnen ist, gemacht, aber am siebenten Tage ruhte er; darum segnete Gott den Sabbattag und heiligte ihn. Außer dieser Ursache wird eine andere [5Mos 5,15] angegeben. - 12 Ehre deinen Vater und deine Mutter, auf dass du lange lebest im Lande, welches dir der Herr, dein Gott, geben wird. Eine den Juden gegebene Verheißung, die vielleicht schon vor Moses in irgend einer Form bestand. Vergl. [Eph 6,2]: Es ist die erste ausdrückliche Verheißung, denn etwas wie eine Verheißung ist bereits in V. 6 enthalten. Wer für eine Wohltat dankbar ist, soll sie lange genießen. - 13 Du sollst nicht töten. Menschen, und zwar ungerecht. - 14 Du sollst nicht ehebrechen. Zuerst ist Ehebruch im strengen Sinne verboten, sodann folgegemäß die übrigen Vergehen gegen die Sittlichkeit. - 15 Du sollst nicht stehlen. Die Septuag ordnet: V. 14, V. 15. V. 13. - 16 Du sollst kein falsches Zeugnis gegen deinen Nächsten reden. Hebr.: du sollst nicht gegen deinen Nächsten als Zeuge der Lüge antworten. Vornehmlich fasst das Gebot also die Gerichtsverhandlung in's Auge, ohne das sonstige Verhalten auszuschließen. - 17 Du sollst nicht das Haus deines Nächsten begehren, du sollst nicht sein Weib, [5Mos 5,21] steht Weib vor Haus. - noch auch seinen Knecht, seine Magd, seinen Ochsen, seinen Esel, oder irgend etwas, was sein ist, begehren. 18 Als das ganze Volk die Donnerschläge Ehe Jahve sprach und nachdem er gesprochen, ertönen Donner. Vergl. [5Mos 6,22]. Von den vormosaischen Priestern ist keine Rede mehr. - und die Blitze, den Schall der Posaunen, und den rauchenden Berg gewahrte, ward es von Schrecken und Entsetzen ergriffen, und blieb in der Ferne stehen, 19 und sprach zu Moses: Sprich du mit uns, und wir werden hören; [5Mos 5,27]. Und werden es tun. - der Herr aber rede nicht mit uns, wir möchten sonst sterben. Vom Feuer verzehrt: [5Mos 5,25]. Der Grund [5Mos 5,26]. Die Hebräer bitten um dasselbe, wie zuvor [2Mos 19,23], aber aus verschiedenen Beweggründen: damals aus Misstrauen, jetzt im Bewusstsein ihres Ungehorsams. Die Erhörung der Bitte ist zugleich Gunst und Strafe. Vergl. auch [5Mos 5,23ff]. - 20 Da erwiderte Moses dem Volke: Fürchtet euch nicht! denn um euch zu prüfen, Einzig um euch zu prüfen, nicht um euch zu töten. - ist Gott gekommen, und damit seine Furcht euch innewohne, dass ihr nicht sündiget. In Zukunft. - 21 Das Volk blieb also in der Ferne stehen. Da Gott und Moses es so gut geheißen. - Moses aber nahte sich dem Dunkel, in dem sich Gott befand. 22 Da sprach der Herr weiter zu Moses: Also sprich zu den Söhnen Israels: Am Eingange des ersten Gesetzes wird Jahve als Autorität eingeführt. Wenngleich V. 22 – 26 sich an die Priester richtet, redet Gott dennoch nicht zu den Priestern der alten Ordnung. - Ihr habt gesehen, dass ich vom Himmel zu euch So nehmet auch ferner alle Worte auf, welche Moses zu euch redet. - geredet habe. 23 Machet euch keine Götter aus Silber und machet euch keine Götter aus Gold. Gott wusste, wie sehr das Volk zum Bilderdienst geneigt war, deshalb soll der Altar ohne Bilder, ja selbst von unbehauenen Steinen gefertigt sein, weil behauene leicht den Übergang zu einer Bildsäule machen konnten. Auch Stufen werden aus dem V. 26 angegebenen Grunde verboten, wohl auch, weil auch zu diesen leicht behauene Steine gewählt worden wären. Einen solchen Altar, wie er V. 24ff beschrieben wird, errichtete Josue auf Hebal [5Mos 27,4ff, Jos 8,30], Elias auf dem Karmel [1Koe 18,31ff]. Für den Tempel wurde diese Vorschrift aufgehoben. [2Mos 27, 2Mos 28] und [2Chr 4], was die Makkabäer nicht beachteten [1Mak 4,47]. - 24 Einen Altar von Erde Damit sind Ziegelsteine nicht ausgeschlossen. - sollt ihr mir machen und auf diesem eure Brandopfer und Friedopfer, eure Schafe und Rinder darbringen an jedem Orte, wo eine Gedenkstätte meines Namens sein wird. Dort werde ich zu dir kommen und dich segnen. 25 Wenn du mir aber einen Altar aus Stein machen willst, so baue ihn nicht von gehauenen Steinen auf; denn wenn du ein Eisen darüber erhebst, so wird er entweiht sein. So soll aller Aberglaube fern gehalten werden. - 26 Du sollst auch nicht auf Stufen zu meinem Altare aufsteigen, damit deine Blöße nicht enthüllt werde. Vergl. [2Mos 28,42].
Zitiert in 162
- Dieses Kapitel CCC(¶2504
¶2811) Summa (EN)(II-II 81.6) - V. 1 CCC(¶2056)Summa (EN)(I-II 98.3
II-II 13.2) Fragen(Technology and artificial intelligence) - V. 2 CCC(¶2056
¶2061) Kompendium(442445) Summa (EN)(II-II 16.1)Fragen(Technology and artificial intelligence)Lumen Fidei(§46)Veritatis Splendor(§10§11 §66) - V. 3 CCC(¶2056)Kompendium(446)Summa (EN)(II-II 16.1)Fragen(Technology and artificial intelligence)Veritatis Splendor(§10
§11) - V. 4 CCC(¶2056)Kompendium(446)Summa (EN)(I-II 102.4
III 25.3) Fragen(The saints, statues and imagesTechnology and artificial intelligence) Spe Salvi(§43)Veritatis Splendor(§11) - V. 5 CCC(¶2056)Summa (EN)(I-II 81.2
I-II 87.8 Fragen(The saints, statues and imagesII-II 84.2 II-II 94.2 II-II 108.4 III 31.3 Suppl 54.4) Technology and artificial intelligence) Veritatis Splendor(§11) - V. 6 CCC(¶2056)Veritatis Splendor(§11)
- V. 7 CCC(¶2056)Summa (EN)(II-II 13.2
II-II 122.3) Fragen(Using the Name)Veritatis Splendor(§11) - V. 8 CCC(¶2056)Summa (EN)(II-II 40.4)Fragen(Sunday Mass)Dies Domini(§12
§59 Laborem Exercens(§25)Mater et Magistra(§228§61 §65) §247 Rerum Novarum(§24§249) §30 Veritatis Splendor(§11)§32 §41) - V. 9 CCC(¶2056)Fragen(Sunday Mass)Dies Domini(§12
§59 Laborem Exercens(§25)Veritatis Splendor(§11)§65) - V. 10 CCC(¶2056)Fragen(Sunday Mass)Dies Domini(§12
§59 Laborem Exercens(§25)Laudato si’(§71)Veritatis Splendor(§11)§65) - V. 11 CCC(¶2056
¶2169) Kompendium(450)Summa (EN)(I-II 100.5II-II 122.4) Fragen(Sunday Mass)Dies Domini(§12§59 Laborem Exercens(§25)Veritatis Splendor(§11)§65) - V. 12 CCC(¶2056
¶2200 Summa (EN)(I-II 98.2¶2214) II-II 26.8 Fragen(Honouring a parent)Amoris Laetitia(§17II-II 32.5 II-II 34.3 II-II 63.3 II-II 189.6) §189) Casti Connubii(§9§44 Christus Vivit(§189)Ecclesia In Medio Oriente(§64)Evangelium Vitae(§94)Laborem Exercens(§25)Sollicitudo Rei Socialis(§36)§115) - V. 13 CCC(¶2056)Compendium of the Social Doctrine of the Church(112)Casti Connubii(§4
§23 Ecclesia In Medio Oriente(§26)Evangelium Vitae(§40§64) §48 Sollicitudo Rei Socialis(§36)§53) - V. 14 CCC(¶2056)Kompendium(493)Summa (EN)(II-II 154.8
II-II 170.1) Fragen(After an affair)Casti Connubii(§5§26 Sollicitudo Rei Socialis(§36)§73) - V. 15 CCC(¶2056
¶2450) Summa (EN)(II-II 66.5)Fragen(Socialism and Marxism)Sollicitudo Rei Socialis(§36) - V. 16 CCC(¶2056
¶2504) Summa (EN)(II-II 70.4)Fragen(Socialism and MarxismReputation, privacy and what is said online) Sollicitudo Rei Socialis(§36) - V. 17 CCC(¶1456
¶2056) Summa (EN)(I-II 98.1II-II 118.2 Fragen(Socialism and Marxism)Amoris Laetitia(§96)Sollicitudo Rei Socialis(§36)II-II 170.1) - V. 18 Veritatis Splendor(§10)
- V. 19 Veritatis Splendor(§10)
- V. 20 CCC(¶1867)Kompendium(442)Veritatis Splendor(§10)
- V. 21 CCC(¶1867)Veritatis Splendor(§10)
- V. 22 CCC(¶1867)
- V. 23 Veritatis Splendor(§10)
- V. 24 Summa (EN)(I-II 102.4
III 83.3) - V. 26 Summa (EN)(I-II 102.4
III 83.4)