b. David wird von Gott wegen seiner Versündigungen streng zurechtgewiesen. (V. 12) Auf seine Buße hin erlangt er zwar Vergebung, indes muss der im Ehebruche gezeugte Sohn zur Strafe sterben. (V. 23) Gott schenkt ihm zum Zeichen, dass ihm seine Sünden vergeben sind, einen anderen Sohn von Bethsabee, Salomon, und verleiht ihm einen durch Joab über die Ammoniter davongetragenen Sieg.
1Der Herr sandte daher Nathan zu David.Ein Jahr verstrich zwischen Verbrechen und Sühne. - Als dieser zu ihm kam, sprach er zu ihm:Anders sehen wir in anderen die Sünde, anders in uns. - Zwei Männer waren in einer Stadt, der eine reich, der andere arm.2 Der Reiche besaß Schafe und Rinder in sehr großer Menge.3 Der Arme aber hatte nichts weiter als ein einziges Schäflein, das er gekauft und aufgezogen hatte, und das bei ihm zugleich mit seinen Kindern aufgewachsen war, es aß von seinem Brote, trank aus seinem Becher und schlief in seinem Schoße und es war ihm wie eine Tochter.4 Als nun ein Fremder zu dem Reichen kam, dauerte es diesen, eines von seinen Schafen und Rindern zu nehmen, um dem Fremden, der zu ihm gekommen war, ein Mahl zu bereiten, und er nahm das Schaf des armen Mannes und bereitete für den, der zu ihm gekommen war, ein Essen.Der Reiche ist immer noch milder zu beurteilen als David, weil er unter dem Vorwand der Gastfreundschaft sich verfehlt. David einzig aus niederer Leidenschaft das Recht einer fremden Familie verletzt. -5 Da ergrimmte David in heftigem Zorne über den Mann und sprach zu Nathan: So wahr der Herr lebt, der Mann, der dies getan hat, ist ein Kind des Todes!Soll der gebührenden Strafe anheimfallen. Das Gleichnis war sehr weise gewählt, da der König berufen war, Recht und Gerechtigkeit zu üben. [2Sam 8,15] -6 Das Schaf soll er vierfach erstatten,Über den Sinn des Gleichnisses vergl. [Spr 6,31]. Vierfältig: [2Mos 22,1]. Vergl. [Lk 19,8]. Für den Mord des Urias verlor David durch den Tod vier Thronerben (V. 11): das im Ehebruch erzeugte Kind (V. 18), Ammon [2Sam 13,28-33], Absalom [2Sam 18,14], Adonias [1Koe 2,24], und erlitt für die Entehrung der Bethsabee eine ähnliche Strafe. [2Sam 13,14, 2Sam 16,22] - weil er das getan und kein Erbarmen gekannt hat!7 Nathan aber sprach zu David: Du bist dieser Mann! So spricht der Herr, der Gott Israels: Ich habe dich zum Könige über Israel gesalbt und ich habe dich aus der Hand Sauls errettet8 und habe dir das Haus deines HerrnHaus: Was einem Herrn gehört. Die Frauen Sauls werden [1Sam 14,50], eine Nebenfrau [2Sam 3,7] erwähnt. - und die Frauen deines Herrn in deinen Schoß gegeben und dir das Haus Israel und Juda gegeben, und wenn dies wenig ist, so will ich noch weit Größeres hinzutun.9 Warum also hast du das Wort des Herrn verachtet, um zu tun, was vor meinen AugenBesser: Vor seinen Augen. Das letzte Verbrechen war das geheimste und in dem Gleichnisse nicht angedeutet, daher der Schrecken des Königs umso größer. Zudem scheint David Gericht gehalten zu haben und V. 14 deutet darauf hin, dass seine Verirrung schon bekannt war. - böse ist? Den Hethiter Urias hast du mit dem Schwerte erschlagen und sein Weib hast du dir zur Frau genommen und ihn hast du durch das Schwert der Söhne Ammons umgebracht.10 Darum soll auch das Schwert nimmermehr von deinem Hause weichen,Von dem Hause, das damals lebte, sollte das Schwert nicht weichen; auf ewig: D.i. so lange dies Haus bestehen würde. Schwert: bildlich für die nachher genannten Dinge. Von der Schändung Thamars bis zum Tode Amnons [2Sam 13,22] sind zwei Jahre, es folgen drei Jahre Exil für Absalom in Gessur, dann vergehen vier Jahre bis zum Aufstande Absaloms. [2Sam 15,7] Der alsdann in rechtmäßiger Ehe empfangene Salomon soll der Erbe der Verheißungen werden; dies ist die [2Sam 7,11] verheißene Neuaufrichtung. Es konnten mit hin 13 Jahre vergehen, bis diese Periode endete und Salomon zur Herrschaft kam. - weil du mich verachtet und das Weib des Hethiters Urias genommen hast, dass sie dein Weib sei.11 Deshalb spricht der Herr also: Siehe, ich werde Unglück über dich aus deinem HauseDeine Söhne werden es tun, nicht werde ich Fremden gestatten, deine Rechte zu verletzen. - kommen lassen und werde deine Frauen vor deinen Augen wegnehmen und sie deinem Nächsten geben und er wird im Angesichte dieser Sonne deinen Frauen beiwohnen.Sie soll gleichsam Davids Stelle als Augenzeuge vertreten. -12 Denn du hast es heimlich getan, ich aberDas Gesetz göttlichen Gerichtes. - werde diese Drohung vor den Augen von ganz Israel und vor dem Angesichte der Sonne erfüllen.13 Da sprach David zu Nathan: Ich habe wider den Herrn gesündigt!Ich habe gesündigt gegen Urias, gegen Bethsabee, gegen das Volk, dem ich durch mein schlechtes Beispiel geschadet; doch was ist dies alles im Vergleiche zu dem, was ich gegen Gott getan? Dasselbe sagte einst Saul [1Sam 15,24], aber wie mit anderem Herzen als David! Es ist gleichsam eine stillschweigende Annahme des Todesurteiles, das er V. 5 gegen sich ausgesprochen. Von jetzt an tat David Buße und bereute seine Sünden vielfach, wie das Folgende sowie [Ps 31,50] u.a. beweisen. Er ist eine Warnung durch seine Sünde und ein Vorbild durch seine Buße. (Chrys.) - Nathan sprach zu David: So hat der Herr auch deine Sünde hinweggenommen, du wirst nicht sterben!14 Weil du jedoch den Feinden des Herrn Anlass gegeben hast zu lästern, so soll der Sohn, der dir geboren ward, um dieser Schuld willen des Todes sterben.15 Hierauf kehrte Nathan in sein Haus zurück. Und der Herr schlug das Kind, welches das Weib des Urias dem David geboren hatte, dass es aufgegeben ward.16 Da flehte David zu dem Herrn um das Kind und fastete hart und schloss sich ein und warf sich auf die Erde.17 Die Ältesten seines Hauses aber kamen und drangen in ihn, dass er von der Erde aufstehen sollte, doch er wollte nicht und genoss keine Speise mit ihnen.18 Da geschah es am siebenten Tage,Am siebenten Tage entweder seit dem Beginne des Fastens oder der Krankheit. - dass das Kind starb; die Diener Davids aber fürchteten sich, es ihm mitzuteilen, dass das Kind gestorben sei, denn sie sprachen: Sehet, als das Kind noch lebte, redeten wir zu ihm und er hörte nicht auf unsere Stimme; wie viel mehr wird er sich betrüben, wenn wir sagen: Der Knabe ist tot!19 Als nun David sah, wie seine Diener flüsterten, erkannte er, dass das Kind gestorben sei, und sprach zu seinen Dienern: Ist der Knabe gestorben? Sie antworteten ihm: Er ist gestorben!20 Da stand David von der Erde auf, wusch sich, salbte sich und wechselte seine Kleider. Alsdann ging er in das Haus des Herrn und betete an und kam in sein Haus zurück und begehrte, dass man ihm Speise vorsetzte und aß.21 Seine Diener aber sprachen zu ihm: Was bedeutet das, was du getan hast? Um des Kindes willen hast du gefastet und geweint, als es noch lebte; nun aber, da der Knabe gestorben ist, bist du aufgestanden und hast Speise genossen.22 Er sprach: Um des Kindes willen habe ich gefastet und geweint, so lange es noch lebte; denn ich dachte: Wer weiß, ob nicht etwa der Herr es mir schenkt und das Kind am Leben bleibt?23 Da es nun aber gestorben ist, warum sollte ich fasten? Könnte ich es denn wieder zurückrufen? Ich werde vielmehr zu ihm gehen, aber es wird nicht zu mir zurückkehren.24 Und David tröstete Bethsabee, sein Weib, und ging zu ihr und wohnte ihr bei; und sie gebar einen Sohn, den nannte er Salomon und der Herr liebte ihn.Zu verbinden mit V. 25. -25 Und er übergab ihn dem Propheten Nathan und nannte seinen Namen Liebling des Herrn, weil ihn der Herr liebte.Salomon hatte also zwei Namen: Jedidiath, Liebling Gottes, und Salomon, Friedensfürst. -26 Joab stand also im Felde gegen Rabbath der Söhne Ammons und berannte die Königsstadt.Die Stadt hatte zwei Teile: die Wasserstadt, der Teil, welcher die Stadt mit Wasser versorgte, und der andere. V. 27 Hebr.: Ich habe die Wasserstadt erstürmt. -27 Und Joab sandte Boten zu David und ließ ihm sagen: Ich habe Rabbath bestürmt und es ist nunmehr die Wasserstadt einzunehmen.28 Sammle also nun den übrigen Teil des Volkes und belagere die Stadt und nimm sie ein, damit man nicht, wenn ich die Stadt erstürme, meinem Namen den Sieg zuschreibe.29 David brachte also das ganze Volk zusammen und zog gegen Rabbath; und er griff es an und nahm es ein.30 Und er nahm die goldene Krone ihres Königs von seinem Haupte, ein Talent Goldes im Gewichte,Etwa 136700 Mark an Wert, der durch die Edelsteine bedingt war. - mit den kostbarsten Edelsteinen besetzt, und man setzte sie auf Davids Haupt. Auch führte er aus der Stadt sehr viel Beute hinweg.David greift die Ammoniter an
Gustave Doré (1832-1883), La Grande Bible de Tours (Alfred Mame et fils, Tours, 1866)
The Doré Bible Illustrations (Dover Publications, 1974) — Scans bereitgestellt von Rev. Felix Just, S.J.31 Die Bevölkerung derselben führte er gleichfalls herbei und ließ sie zersägen, mit Eisen beschlagene Wagen über sie herfahren, sie mit Messern zerhacken und durch Ziegelöfen ziehen.Diesen harten Strafen werden wohl nur die Urheber des Frevels [2Sam 10,4] unterworfen und sind dieselben gewählt, weil die Ammoniter selbst sehr grausam waren [1Sam 11,2] vergl. [Rich 8,7, Amos 1,3, Dan 3,21], dazu der Strafe und dem Grundsatze des A. T. entsprechend, Auge um Auge. [3Mos 24,20] Auch war David damals noch nicht bekehrt. So nach der Vulg. Den hebräischen Text indes versteht man allgemein jetzt einzig von Zwangsarbeiten, zu denen die Ammoniter verurteilt wurden, nicht von einer solchen Grausamkeit, wie sie die lateinische Übersetzung andeutet. Das Hebräische lautet: Die Bevölkerung aber, die sich darin befand, führte er weg und stellte sie als Zwangsarbeiter an die Sägen, an die eisernen Picken und die eisernen Äxte und ließ sie mit Ziegelformen arbeiten. So tat er mit allen Städten Ammons; und David und das ganze Heer kehrten nach Jerusalem zurück.