Johannes 10
Biblia Sacra (Allioli-Arndt)
Public domain Quelle: vulgata.info
Die Pharisäer sind keine guten Hirten. (V. 6) Der Heiland ist der gute Hirt, der alle Völker zur Einheit des Glaubens berufen wird. (V. 21) d. Der Heiland bekennt (zwei Monate später) seine Wesensgleichheit mit dem Vater und beruft sich auf seine Werke. Jesus entzieht sich den Nachstellungen seiner Feinde und begibt sich nach Peräa, wohin viele kommen, die an ihn glauben.
1 Wahrlich, wahrlich, ich sage euch, Fortsetzung von [Joh 9,39] - wer Der Ausschluss des Geheilten ist für die Juden vorbildlich. Die Pharisäer haben sich als schlechte Lehrer und Hirten erwiesen, indem sie den Glauben an den Messias zum Grunde der Ausstoßung aus dem auserwählten Volke nahmen und andere täuschten. Im Gegenteile werden die, welche an Christus glauben, durch ihn in das messianische Reich eingehen. Unter dem schon im Alten Bunde wohlbekannten Bilde des Hirten [Jer 23,1ff, Jes 40,11, Ez 34, Ez 36] spricht der Heiland von dem wahren Lehramte. Zuerst stellt er die Kennzeichen desselben auf (V. 1 – 9) und bezeichnet sich alsdann als den einzig wahren Lehrer und Leiter des Volkes Gottes und aller Gläubigen. - nicht durch die Tür Die Herde übernachtete in einer festen Umfriedung, die meist aus Mauerwerk bestand. Bei dem Tore war ein Torwächter aufgestellt. Die Tür ist im übertragenen Sinne die Berufung durch Christus, der Heiland selbst, wie Jesus V. 7 sagt (Cyr., Aug.). [Ez 34,8, Jer 23,1]; Räuber, sofern sie dabei Gewalt brauchen, z. B. durch Ausschluss aus der Synagoge. Die Schafe sind zunächst die Juden jener Zeit. (Euth.) [Lk 11,52]. Nur der Glaube an Christus und die Liebe zu ihm führt zum ewigen Leben. Außer den Schafen aus Israel sind noch andere V. 16. - in den Schafstall eingeht, sondern anderswo einsteigt, der ist ein Dieb und ein Räuber! 2 Wer aber durch die Tür eingeht, der ist ein Hirt der Schafe. Eigenschaften des wahren Hirten. Der Türhüter wird des Bildes wegen genannt, ohne Anwendung (Chrys.), oder den Heil. Geist, der in die Heil. Schriften einführt (Theod., Aug., Theoph.), oder Christus selbst (Cyr., Aug.). - 3 Diesem macht der Türhüter auf, und die Schafe hören seine Stimme; Sie erschrecken also nicht, wie dies der Fall ist, wenn der Dieb kommt. - und er ruft die eigenen Schafe mit Namen, Beim Ein- und Ausgehen werden die Tiere gezählt. - und führt sie heraus. 4 Und wenn er die eigenen Schafe herausgeführt hat, so geht er vor ihnen her; Jesus geht voraus, weil er der Weg ist [Joh 14,6], die Schafe folgen, weil sie seine Stimme erkennen, den göttlichen Mahnruf im Herzen vernehmen. - und die Schafe folgen ihm nach, denn sie kennen seine Stimme. 5 Einem Fremden aber folgen sie nicht, sondern fliehen vor ihm; denn sie kennen die Stimme der Fremden nicht. Der Fremde, der kein Recht hat, der Dieb und Räuber ist (Chrys.). - 6 Dieses Gleichnis sagte Jesus zu ihnen; sie aber verstanden nicht, was er zu ihnen redete. 7 Da sprach Jesus abermals zu ihnen: Wahrlich, wahrlich, ich sage euch, ich bin die Türe zu den Schafen! Ich bin die Türe, durch welche die Schafe eingehen, d. h. die Gläubigen gehen durch Christus in die Kirche ein, von ihm erhalten sie Belehrung, Gnade usw. - 8 Alle, soviel ihrer kamen, Griech.: Vor mir, die Pharisäer und die ganze Partei, dazu falsche Propheten des A. B. [Jer 23,21.28, Jer 17,15] (Cyr., Hier.), die Ahnen der Pharisäer. Vergl. [Mt 7,15]. Die wahren Propheten machten mit Christus gleichsam eine Person aus, und ihre Lehre war seine Lehre (Aug., Chrys., Bed.). – sind Diebe und Räuber, und die Schafe haben auf sie nicht gehört. D. h. ihnen nicht geglaubt. Angehört werden falsche Lehrer auch wohl von Gläubigen, aber bald erkannt und verlassen. – 9 Ich bin die Türe. Der Heiland will den Nutzen zeigen, den es hat, durch die wahre Türe einzugehen. - Wenn jemand durch mich eingeht, Wenn jemand von mir berufen ist. „Eingehen und ausgehen“ ist ein Hebraismus, dessen Sinn ist: Er wird in Sicherheit leben und wandeln. - wird er gerettet werden; er wird eingehen und ausgehen, und Weide finden. Die zur Erlangung des Heiles notwendigen Mittel in der Gemeinschaft mit Christus (Chrys., Aug.). - 10 Der Dieb kommt nur, um zu stehlen, zu morden und zu verderben; Der Gegensatz soll klarer zeigen, was Christus ist. - ich bin gekommen, Zu den Schafen. - damit sie das Leben haben, Das höhere, von ihm verliehene Leben. - und überreichlich haben. Durch Rechtfertigung, Gnade und Verleihung der himmlischen Herrlichkeit, deren Vollendung die Auferstehung des Leibes ist. Man kann das Wort „überreichlich“ auch auf die Mittel beziehen, durch welche das geistige Leben genährt wird; äußere und innere Gnaden, Sakramente und deren Wirkungen. - 11 Ich bin der gute Hirt. Der gute Hirt, den die Propheten vorherverkündet haben. [Jes 40,11, Ez 34,23, Ez 37,24, Sach 11,4]. Der Heiland ist der gute Hirt, das Vorbild aller Seelenhirten, besonders in der Hingabe des eigenen Lebens [Mt 20,28, 1Tim 2,6] für die Schafe. - Der gute Hirt setzt sein Leben ein für seine Schafe. 12 Der Mietling aber, Der ist kein wahrer Hirt, der das Hirtenamt nur um des Lohnes willen übernimmt. Immerhin ist ein großer Unterschied zwischen den Dieben und den Mietlingen. Jene sind keine Hirten, und darum ist ihr Tun verderblich, diese sind Hirten, aber keine guten, weil sie in Tagen der Gefahr dem Berufe untreu werden, da sie vor allem ihr eigenes Wohl im Auge haben. - der nicht Hirt ist, und dem die Schafe nicht eigen sind, Eigen im höchsten Sinne sind die Schafe nur dem höchsten Hirten, dem guten Hirten Christus. Wer aber durch die Türe eingeht, wird selbst ein solcher guter Hirte und wird als Gesandter an Christi statt [2Kor 5,20] von den Schafen erkannt und geliebt. - sieht den Wolf In Palästina gingen die Wölfe vereinzelt auf Raub aus. Böse Menschen, die durch falsche Vorspiegelungen Schafe von der Herde Christi entfernen wollen, sind Wölfe. [Mt 7,15, Apg 20,29]. Ihr Haupt ist der Teufel. - kommen, und verlässt die Schafe und flieht; und der Wolf raubt und zerstreuet die Schafe. Die einen raubt er, die anderen zerstreut er. - 13 Der Mietling aber flieht, weil er Mietling ist, und ihm an den Schafen nichts liegt. Er weidet sie nur wegen des Lohnes. - 14 Ich bin der gute Hirt, und kenne die meinen, und die meinen kennen mich, Ich aber bin kein Mietling, sondern der gute Hirt. Der Herr „kennt“ die seinen, er kennt auch die anderen, aber nicht als die seinen, wie auch die Gläubigen schlechte Hirten kennen, aber nicht als ihre Hirten anerkennen. - 15 wie Ein Zwischensatz. - mich der Vater kennt, und ich den Vater kenne; und ich gebe mein Leben für meine Schafe. Das erste Merkmal des guten Hirten ist in V. 14 dargestellt. Ein zweites Kennzeichen desselben wird hier angegeben: Sein Leben für das Heil der Schafe hingeben. Der Heiland sagt seinen schmerzvollen Tod voraus. Vergl. [Jes 53,10]. - 16 Ich habe Die Liebe des guten Hirten erstreckt sich auf alle im A. B. verheißenen Schafe. [Mic 4,2, Jes 49,1ff, Jes 52,13ff, Jes 53,10ff, Jes 55,4ff] Ich habe: weil er sie bereits kennt und ihre Bekehrung bevorsteht. - noch andere Schafe, Die anderen Schafe sind die Heiden, welche dem alttestamentlichen Gottesreiche nicht angehören. - welche nicht aus diesem Schafstalle sind; auch diese muss ich herbeiführen, Dazu bin ich vom Vater gesendet. [Lk 2,32]. Diese führt der Herr nicht unmittelbar selbst, sondern durch die Apostel und ihre Nachfolger herbei. - und sie werden meine Stimme hören; und es wird eine Herde Eine Kirche aus Juden- und Heidenchristen zusammengesetzt. - werden und ein Hirt. Einem obersten Hirten werden alle folgen. Erst am Ende der Tage wird diese Verheißung des Herrn ihre volle Erfüllung finden. Vergl. [Roem 11,25] - 17 Darum liebt mich der Vater, weil ich mein Leben hingebe, Die Liebe des Vaters hat ihren ersten Grund in der Wesensgemeinschaft des göttlichen Sohnes, aber auch die heiligste Menschheit des Herrn bietet Beweggründe für die Liebe des Vaters zu ihm dar. Ein solcher Beweggrund ist der Wille des Herrn, den Vater durch seinen Opfertod zu verherrlichen. - um es wieder zu nehmen. Nicht so aber gebe ich mein Leben hin, dass ich im Tode bleibe, sondern dass ich von den Toten auferstehe. Vergl. [1Kor 15,14]. - 18 Niemand nimmt es von mir, sondern ich gebe es von mir selbst hin; Erklärung des Vorhergehenden. Deshalb kann ich mein Leben wieder annehmen, d. h. auferstehen, weil ich es ganz in meiner Gewalt habe, darum hat niemand das Recht, es mir zu nehmen, aber auch nicht die Kraft dazu. - und ich habe Macht, es hinzugeben, und habe Macht, Mir durch die Gottheit innewohnende Macht (Cyr., Chrys., Aug.). Die Hingabe des Heilandes ist vollkommen freiwillig; denn nicht nur hatte kein Mensch die Gewalt, ihn zu töten, wenn er nicht selbst wollte, sondern es bestand auch kein strenges Gebot des Vaters, die Erlösung gerade so, nämlich durch den blutigen Kreuzestod zu vollziehen, denn sonst hätte Christus, als notwendig sündenlos, diesen Auftrag vollziehen müssen. Dann wäre aber die Hingabe nicht in gleichem Umfange freiwillig gewesen. - es wieder zu nehmen. Bei der Auferstehung ist Jesus als Gott selbst mittätig. [Joh 2,19] Vergl. [Joh 20,9, Lk 24,46] Mithin sind in Christus zwei Naturen vereinigt (Cyr.). - Diesen Auftrag Der Herr wählte von verschiedenen Weisen, die Erlösung zu vollziehen, welche ihm der Vater vorlegte, eine aus. Die ausgewählte, weil gleichfalls vom Vater vorgelegt, kann des Vaters Auftrag genannt werden. - habe ich von meinem Vater empfangen. 19 Da entstand wiederum Wie [Joh 9,16]. - eine Spaltung unter den Juden um dieser Rede willen. 20 Viele von ihnen sagten: Er hat einen bösen Geist, und ist von Sinnen; Steigerung des [Joh 7,20, Joh 8,48.52] gemachten Vorwurfes. - was höret ihr ihn an? 21 Andere aber sprachen: Das sind nicht die Reden eines Besessenen. Kann denn ein böser Geist Blinden die Augen öffnen? Die anderen bestreiten die Berechtigung des Vorwurfes, weil der Inhalt der Rede und das Wunder dagegen zeugen. Im zweiten Punkte stimmen sie mit den „anderen“ [Joh 9,16] und dem Geheilten [Joh 9,31] überein. - 22 Es war aber das Fest der Tempelweihe Zwischen Laubhüttenfest und Tempelweihe lagen etwa zwei Monate. Jesus kehrt wieder nach Jerusalem zurück. Das Fest der Tempelweihe war 164 v. Chr. Von Judas Machabäus zur Erinnerung an die Wiederherstellung des Gottesdienstes im Tempel und der neuen Weihe eingesetzt. [1Mak 4,52, 2Mak 10,5] Es fiel auf den 25. Kisleu, d. i. in die Mitte Dezember, und wurde acht Tage lang gefeiert. Bis zum Ende des 11. Kapitels folgen die übrigen der Leidenswoche vorausgehenden Ereignisse. - zu Jerusalem, und Winter. Dies wird wegen der nicht aus dem Judentum stammenden Leser bemerkt, damit sie die Zeit kennen, wann das Fest war. Auch in den Herzen der Juden war es kalt (Aug., Greg., Euth.). - 23 Und Jesus wandelte im Tempel in der Halle Salomons. Der Tempel war auf drei Seiten mit doppelten, auf der Südseite mit dreifachen Säulengängen umgeben. Nach dem Vorbilde des Heilandes besuchten auch die Christen gern die Halle. - 24 Da umringten ihn die Juden, und sprachen zu ihm: Wie lange Aus der Person der Fragesteller lässt sich auf die Absicht schließen, in welcher die Frage gestellt ward. Die dem Heilande feindlich gesinnten Bewohner Jerusalems wollen dem Herrn eine bestimmte Antwort ablocken, um ihn zu verderben. Sie umringen ihn, scheinbar lernbegierig, und fordern, er solle sich endlich einmal über seine Person bestimmt aussprechen. - hältst du unsere Seele in Ungewissheit? wenn du Christus bist, so sag es uns frei heraus! 25 Jesus antwortete ihnen: Ich sage es euch, Griech.: Ich habe es gesagt. Es sind wohl die [Joh 5,17ff, Joh 7,14] berichteten Reden gemeint. Der Samariterin gegenüber hat sich Jesus als Messias zu erkennen gegeben [Joh 4,26], weil sie sich empfänglich zeigte. Den Juden kann ein offenes Selbstzeugnis nur zum Vorwande der Verfolgung dienen. Wenn Jesus redet, fordern sie Zeichen [Joh 2,18, Joh 6,30], wenn er Wunder tut, Reden (Chrys.). Gibt er von sich selbst Zeugnis, so verwerfen sie es [Joh 8,13] beruft er sich auf die Werke und das Zeugnis des Vaters, so fordern sie ein Bekenntnis. Wo der gute Wille gänzlich mangelt, finden alle Heilsmittel unempfänglichen Boden. - und ihr glaubet nicht. Die Werke, welche ich tue im Namen meines Vaters, Beständig, auch jetzt noch. - diese geben Zeugnis von mir. Wer den Werken nicht glaubt, wird den Worten noch weniger glauben. - 26 Aber ihr glaubet nicht, Ihr gehört nicht zu meinen Schafen, weil ihr nicht innerlich so beschaffen seid, wie die sein müssen, welche an mich glauben sollen. - weil ihr nicht zu meinen Schafen gehört. Ich habe als guter Hirt getan, was sich gebührte. (V. 25) Wenn ihr mir nicht glaubt, so geschieht dies nicht, weil ich nicht euer Hirt sein wollt. Und dennoch versucht der Herr, die harten Seelen noch einmal zu einem besseren Entschlusse zu bewegen, indem er ihnen sein Verhältnis zu den Schafen (V. 27) und die Größe und Gewissheit ihres ewigen Glückes schildert (V. 28). - 27 Meine Schafe hören meine Stimme; ich kenne sie, und sie folgen mir. Meine Schafe: die mich kennen und lieben (V. 14). - 28 Und ich gebe ihnen das ewige Leben; und sie werden in Ewigkeit nicht verloren gehen, Soviel an mir liegt, wenn sie nur aus freiem Willen bei mir bleiben. Der Gegensatz zum Leben ist das ewige Verderben. - und niemand wird sie meiner Hand entreißen. Sie können sich aber selbst preisgeben (Konz. von Trient Sitz 6 Kap. 2) und hören dann freilich auf, seine Schafe zu sein. - 29 Was mein Vater mir gegeben hat, ist größer als alles, Was der Vater dem Sohne gegeben hat, ist die gemeinsame göttliche Natur. Die Worte „mein Vater“ sind nachdrucksvoll vorangesetzt. Die göttliche Natur und macht ist größer als alles, als jede Wesenheit und Macht, mithin sind die Gläubigen, welche unter dem Schutze des Sohnes stehen, auch des göttlichen Schutzes teilhaftig. Viele Handschriften und Väter (Basil., Chrys.) haben: Mein Vater, welcher mir (die Werke) gegeben hat, ist größer als alle (nämlich als alle Feinde der Herde Christi). - und niemand vermag sie der Hand meines Vaters zu entreißen. 30 Ich und der Vater sind eines. Zwei verschiedene Personen in einer Natur. (Basil., Chrys., Hil., Athan.). der Heiland hat den Juden mehr von sich geoffenbart, als sie erwarten konnten: nicht nur, dass er der Messias ist, sondern auch, dass er dem Vater wesensgleich ist. - 31 Da hoben die Juden Steine auf, um ihn zu steinigen. 32 Jesus entgegnete Jesus nahm aus der drohenden Haltung der Juden Anlass zum Reden. - ihnen: Viele gute Werke habe ich euch von meinem Vater her gezeigt, wegen welches dieser Werke steinigt ihr mich? Die Werke hätten sie zum Glauben und zur Anerkennung seiner göttlichen Sendung führen sollen (V. 25 [Joh 5,36, Joh 8,38]), und sie wollen ihn deshalb steinigen. V. 31 (Griech.: Sie hoben wieder Steine auf, nämlich wie [Joh 8,59]). Man steinigt wegen böser Werke, ich aber habe euch gute Werke gezeigt, und zwar solche, die ich im Auftrage und mit der Macht des Vaters verrichtete. - 33 Die Juden antworteten ihm: Der Heiland beweist aus dem Gesetze, weil seine Feinde dieses immer im Munde führen, sie konnten also nichts dagegen einwenden. Vergl. [Joh 5,18]. - Nicht eines guten Werkes wegen steinigen wir dich, sondern wegen Gotteslästerung, weil du, ein Mensch, dich selbst zu Gott machst. 34 Jesus antwortete ihnen: Jesus beweist, dass er recht gesprochen, aus der Heil. Schrift und den Werken. - Steht nicht in euerm Gesetze Unter „Gesetz“ versteht man oft die ganze Heil. Schrift. Die angeführte Stelle findet sich [Ps 81,6]. - geschrieben: Ich habe gesagt, Als sie zur Obrigkeit bestellt wurden. - ihr seid Götter? Weil sie ihre Macht und Erleuchtung von Gott empfangen haben. - 35 Wenn es diejenigen Götter genannt hat, an welche die Rede Gottes gerichtet war, und die Schrift nicht aufgehoben werden kann, Mit diesen Worten hat der Heiland die Heilige Schrift als Richtschnur anerkannt und auch für den N. B. als solche bestätigt. - 36 wie saget ihr zu dem, welchen der Vater Wenn ihn der Vater geheiligt hat, hat er ihn offenbar als Sohn geheiligt (Thom.), d. h. er hat die menschliche Natur bestimmt, dass sie in der zweiten Person mit der göttlichen Natur vereinigt, dass Christus auch als Mensch der wahre Sohn Gottes sei. Diesen vollen Sinn konnten jedoch wohl die Zuhörer nicht fassen, jedenfalls aber den nächsten Sinn: Wenn es genügte, von Gott einer Ansprache gewürdigt zu sein, damit jemand „Gott“ genannt ward, um wie viel mehr kann ich „Sohn Gottes“ genannt werden, da ich zum Erlöser auserwählt und in die Welt gesandt bin, die Erlösung zu vollbringen. - geheiliget Da die Heiligung der Sendung vorausgeht und den Vater zum Urheber hat, beruht sie auf der ewigen Auswahl und Heiligung zum messianischen Amte. Dieser entsprach in der Zeit die wirkliche Sendung in die Welt. - und in die Welt gesandt hat: Du lästerst Gott! weil ich gesagt habe: Ich bin der Sohn Gottes? Der wahre Sohn Gottes lästert nicht, wenn er sich Gott nennt. Damit ist die Anklage der Juden widerlegt. Hiermit schwächt Christus nicht ab, was er V. 30 sagte, wo er sich als wesensgleich mit Gott erklärt. Wenn ich mich den Sohn Gottes nenne, so wäre dies auch dann keine Lästerung, wenn ich nicht der wahre und eigentliche Sohn Gottes wäre, sondern nur vom Vater „geheiliget“ und „gesandt“. Denn auch andere werden Götter genannt, wenngleich sie kein so wichtiges Amt bekleideten, also darf ich mich umso mehr Gottes Sohn nennen, da ich es nicht nur in einem gewissen Sinne, sondern wirklich und eigentlich bin. - 37 Wenn ich nicht die Werke meines Vaters tue, Wenn ich die Werke meines Vaters unterlasse, euch also die Beweise meiner göttlichen Sendung vorenthalte, so erlaube ich euch, nicht nur mir nicht zu glauben, nein ich gebiete es sogar. - so glaubet mir nicht. 38 Wenn ich sie aber tue, so glaubet, wenn ihr mir nicht glauben wollet, den Werken, Glaubet dem Zeugnisse meiner Werke, d. h. glaubet an mich als denjenigen, als welchen mich meine Werke bezeugen: als Gottgesandten, als Sohn Gottes. - damit ihr erkennet und glaubet, dass der Vater in mir ist, und ich in dem Vater. Es wird hier die Lehre von der wechselseitigen Durchdringung der göttlichen Personen und die göttliche Natur der Person Christi ausgesprochen. Denn von einem Geschöpfe kann nie gesagt werden, dass es in Gott ist, wie Gott in ihm. - 39 Da suchten sie ihn zu ergreifen, Die Verteidigung des Herrn hat insoweit auf sie Eindruck gemacht, als sie die Steinigung aufgaben. Dennoch suchen sie von neuem wie [Joh 7,30.32] des Heilandes habhaft zu werden, weil er die vermeintliche Gotteslästerung wiederholt und bekräftigt hat. - er aber entging ihren Händen. Wie, sagt der Evangelist nicht. Es war wohl die ehrfurchtgebietende Majestät Jesu, welche seine Verfolger zurückschreckte; vielleicht war es auch Furcht vor dem Volke, welche für den Augenblick ihrer Rachsucht Einhalt gebot. Nach einigen war es ein wunderbares Entgehen. - 40 Und er begab sich wieder jenseits des Jordan an den Ort, wo Johannes zuerst getauft hatte, Der Heiland begibt sich an den Ort, wo der Täufer zuerst [Joh 1,28] gewirkt, und wo ihm selbst die ersten Jünger zugeführt worden, um nach so vielem Schmerzlichen etwas Trost zu finden, indem er dort dem Volke in Erinnerung bringt, was Johannes ehedem von ihm bezeugt (Chrys.). - und blieb daselbst. Jesus blieb dort, bis er nach Judäa ging, um Lazarus aufzuwecken. - 41 Und viele kamen zu ihm, und sprachen: Johannes hat zwar keine Wunder gewirkt, 42 alles aber, was Johannes von diesem gesagt hat, ist wahr gewesen. Haben wir dem Johannes geglaubt, der kein Wunder getan hat, wie sollen wir dem nicht glauben, der Wunder tut, und den Johannes als Messias verkündet hat? - Und viele glaubten an ihn. Griech.: Glaubten dortselbst.
Zitiert in 396
- Dieses Kapitel Fulgens Corona(§44)Redemptoris Missio(§89)
- V. 1 CCC(¶754
¶764) Ad Apostolorum Principis(§27§42) Evangelii Nuntiandi(§61)Haurietis Aquas(§9)Laborem Exercens(§26)Lumen Gentium(§6)Mystici Corporis Christi(§16§36 Redemptoris Missio(§89)§37) - V. 2 CCC(¶754
¶764) Evangelii Nuntiandi(§61)Haurietis Aquas(§9)Laborem Exercens(§26)Lumen Gentium(§6)Mystici Corporis Christi(§16§36 §37) - V. 3 CCC(¶754
¶764 Christifideles Laici(§58¶2158 ¶2167) §68) Evangelii Nuntiandi(§61)Haurietis Aquas(§9)Laborem Exercens(§26)Lumen Fidei(§30)Lumen Gentium(§6)Mystici Corporis Christi(§16§36 Pastores Dabo Vobis(§22)Pastores Gregis(§1)Sacra Virginitas(§41)§37) - V. 4 CCC(¶754
¶764 Ad Apostolorum Principis(§42)Evangelii Nuntiandi(§61)Haurietis Aquas(§9)Laborem Exercens(§26)Lumen Fidei(§30)Lumen Gentium(§6)Mystici Corporis Christi(§16¶1829) §36 Pastores Gregis(§66)Princeps Pastorum(§15§37) §28 §31) - V. 5 CCC(¶754
¶764) Ad Apostolorum Principis(§27§42) Evangelii Nuntiandi(§61)Haurietis Aquas(§9)Laborem Exercens(§26)Lumen Fidei(§30)Lumen Gentium(§6)Mystici Corporis Christi(§16§36 §37) - V. 6 CCC(¶754
¶764) Evangelii Nuntiandi(§61)Haurietis Aquas(§9)Laborem Exercens(§26)Lumen Gentium(§6)Mystici Corporis Christi(§16§36 §37) - V. 7 CCC(¶754
¶764) Summa (EN)(Suppl 17.1)Evangelica Testificatio(§23)Evangelii Nuntiandi(§61)Haurietis Aquas(§9)Incarnationis Mysterium(§8)Laborem Exercens(§26)Lumen Gentium(§6)Mystici Corporis Christi(§16§36 Spes Non Confundit(§1)§37) - V. 8 CCC(¶754
¶764) Evangelii Nuntiandi(§61)Haurietis Aquas(§9)Laborem Exercens(§26)Lumen Gentium(§6)Mystici Corporis Christi(§16§36 §37) - V. 9 CCC(¶754
¶764) Compendium of the Social Doctrine of the Church(16) Summa (EN)(Suppl 90.2)Ecclesia In Medio Oriente(§9)Evangelii Nuntiandi(§61)Haurietis Aquas(§9)Laborem Exercens(§26)Lumen Gentium(§6)Mystici Corporis Christi(§36§37) Princeps Pastorum(§28§31) Spes Non Confundit(§1) - V. 10 CCC(¶754
¶764) Summa (EN)(III 50.1III 55.5) Allgemeine Gebete(Kreuzweg)Christus Vivit(§128)Ecclesia In Asia(§2§8 Ecclesia In Europa(§21)Ecclesia In Oceania(§30)Editae Saepe(§29)Evangelii Gaudium(§75)Evangelii Nuntiandi(§61)Evangelium Vitae(§1§50) §28 Haurietis Aquas(§9)Humani Generis Redemptionem(§102)Immortale Dei(§5§29 §102) §8 Laborem Exercens(§26)Lumen Gentium(§6)Magnifica Humanitas(§11)Mystici Corporis Christi(§36§14) §37) Pastor Bonus(§14)Pastores Dabo Vobis(§13)Princeps Pastorum(§28§31) Redemptor Hominis(§6§22) Redemptoris Missio(§31)Spe Salvi(§27)Summi Pontificatus(§11)Verbum Domini(§2§23) Vitae Mysterium(§2) - V. 11 CCC(¶553
¶754 Summa (EN)(II-II 185.4)Africae Munus(§167)Apostolos Suos(§12)Christifideles Laici(§21¶764) §31) Ecclesia In America(§28)Editae Saepe(§38)Evangelii Nuntiandi(§61)Haurietis Aquas(§9)Laborem Exercens(§26)Lebanon(§27)Lumen Gentium(§6§27) Mystici Corporis Christi(§36§37) Pastor Bonus(§1)Pastores Dabo Vobis(§1§13 Pastores Gregis(§42)Presbyterorum Ordinis(§3§22 §40 §49 §64 §65) §5 Princeps Pastorum(§15§13) §28 Satis Cognitum(§32)Ut Unum Sint(§94)Veritatis Splendor(§19)§31) - V. 12 CCC(¶754
¶764) Summa (EN)(I-II 113.5II-II 185.5) Africae Munus(§167)Evangelii Nuntiandi(§61)Haurietis Aquas(§9)Laborem Exercens(§26)Lumen Gentium(§6)Mystici Corporis Christi(§36§37) Pastores Dabo Vobis(§13)Ut Unum Sint(§94)Veritatis Splendor(§19) - V. 13 CCC(¶754
¶764) Africae Munus(§167)Evangelii Nuntiandi(§61)Haurietis Aquas(§9)Laborem Exercens(§26)Lumen Gentium(§6)Mystici Corporis Christi(§36§37) Pastores Dabo Vobis(§13)Ut Unum Sint(§94)Veritatis Splendor(§19) - V. 14 CCC(¶754
¶764) Africae Munus(§167)Evangelii Nuntiandi(§61)Haurietis Aquas(§9)Laborem Exercens(§26)Lumen Gentium(§6)Mystici Corporis Christi(§36§37) Pastor Bonus(§1)Pastores Dabo Vobis(§13§22) Perfectae Caritatis(§14)Presbyterorum Ordinis(§3)Princeps Pastorum(§15§28) Sacra Virginitas(§41§43) Sacramentum Caritatis(§23)Ut Unum Sint(§94)Veritatis Splendor(§19)Vita Consecrata(§16) - V. 15 CCC(¶754
¶764) Summa (EN)(II-II 184.5)Africae Munus(§167)Ecclesia de Eucharistia(§13)Evangelica Testificatio(§23)Evangelii Nuntiandi(§61)Evangelium Vitae(§47)Gaudete In Domino(§24)Haurietis Aquas(§9)Laborem Exercens(§26)Lumen Gentium(§6)Mystici Corporis Christi(§36§37) Pastores Dabo Vobis(§13§49) Perfectae Caritatis(§14)Presbyterorum Ordinis(§3)Redemptoris Missio(§49)Sacramentum Caritatis(§23)Ut Unum Sint(§94)Veritatis Splendor(§19) - V. 16 CCC(¶60
¶754 Summa (EN)(III 35.8)Ad Catholici Sacerdotii(§37¶764) §42) Ad Petri Cathedram(§32§60) Aeterna Dei Sapientia(§29)Africae Munus(§167)Evangelica Testificatio(§23)Evangelii Nuntiandi(§61)Evangelii Praecones(§3§16) Evangelium Vitae(§47)Fulgens Corona(§39)Haurietis Aquas(§9)Laborem Exercens(§26)Mortalium Animos(§8)Mystici Corporis Christi(§36§37) Paenitentiam Agere(§13§25) Pastores Dabo Vobis(§13§22 Pastores Gregis(§42§23) §66) Perfectae Caritatis(§14)Presbyterorum Ordinis(§3)Princeps Pastorum(§2§5) Redemptor Hominis(§1§6) Redemptoris Missio(§49)Sacrosanctum Concilium(§2)Satis Cognitum(§44)Ut Unum Sint(§94)Veritatis Splendor(§19) - V. 17 CCC(¶606
¶614 Kompendium(130)Summa (EN)(III 5.4)Africae Munus(§167)Dominicae Cenae(§8)Ecclesia de Eucharistia(§13)Evangelica Testificatio(§23)Evangelium Vitae(§47)Gaudete In Domino(§24)Haurietis Aquas(§9)Mystici Corporis Christi(§36¶649 ¶764) §37) Perfectae Caritatis(§14)Redemptionis Donum(§13)Ut Unum Sint(§94) - V. 18 CCC(¶609
¶614 Summa (EN)(III 5.3¶649 ¶764) III 47.1 Africae Munus(§167)Ecclesia de Eucharistia(§13)Evangelica Testificatio(§23)Lebanon(§27)Mystici Corporis Christi(§36III 47.2 III 50.3 III 53.4) §37) Perfectae Caritatis(§14)Redemptionis Donum(§13)Ut Unum Sint(§94) - V. 19 CCC(¶595
¶596 ¶764) - V. 20 CCC(¶574
¶595 ¶764) - V. 21 CCC(¶595
¶764) - V. 22 CCC(¶583)
- V. 23 CCC(¶583)
- V. 25 CCC(¶548
¶582) - V. 27 Summa (EN)(I-II 108.4)Satis Cognitum(§44)
- V. 28 Dominum Et Vivificantem(§37)
- V. 30 CCC(¶590)Summa (EN)(I 39.2
III 17.1) Dilexit Nos(§72)Sempiternus Rex Christus(§37)Vita Consecrata(§16§22) - V. 31 CCC(¶548
¶574) - V. 32 CCC(¶548)
- V. 33 CCC(¶548
¶574 ¶589 ¶594) - V. 34 CCC(¶548)
- V. 35 CCC(¶548)Spiritus Paraclitus(§29
§31) Verbum Domini(§40) - V. 36 CCC(¶437
¶444 Summa (EN)(III 34.1)Ad Gentes(§3)Dominicae Cenae(§8)Lumen Gentium(§28)Presbyterorum Ordinis(§2¶548 ¶591 ¶1562) §4 Vita Consecrata(§22§12) §72) - V. 37 CCC(¶548
¶582 Satis Cognitum(§13)¶591) - V. 38 CCC(¶548
¶582 Summa (EN)(I 39.2¶591) III 43.1) Novo Millennio Ineunte(§24)Satis Cognitum(§13) - V. 41 Summa (EN)(III 27.5
III 38.2)