Lukas 24

3. Jesus glorreich auferstanden. (24.) Die Frauen am Grabe. (V. 12) Die zwei Jünger von Emmaus. (V. 35) Jesus offenbart sich seinen Jüngern.

Am ersten Tage der Woche aber kamen sie am frühesten Morgen zum Grabe, und brachten die Spezereien, welche sie bereitet hatten. Der Evangelist lässt mehrere Beweise für die Auferstehung folgen, weil diese schwer zu glauben war, vergl. [Lk 18,34], [Apg 17,32] - Da fanden sie den Stein vom Grabe weggewälzt. Und sie gingen hinein, fanden aber den Leib des Herrn Jesus Der Evangelist nennt den Heiland jetzt den Herrn Jesus. Vergl. [Mk 16,19] - nicht. Und es geschah, während sie im Gemüte darüber bestürzt waren, siehe, standen zwei Männer in glänzenden Kleidern neben ihnen. Plötzlich. - Da sie nun erschraken, und ihr Angesicht zur Erde senkten, sprachen jene zu ihnen: Was suchet ihr den Lebenden bei den Toten? Er ist nicht hier, sondern ist auferstanden. Erinnert euch, wie er zu euch geredet hat, als er noch in Galiläa war, Lange vor dem Leiden. - da er sprach: Der Menschensohn muss in die Hände der Sünder überliefert und gekreuziget werden, und am dritten Tage auferstehen. Und sie erinnerten sich seiner Worte. Sie wunderten sich wohl, dass sie diese klaren Worte nicht schon früher [Lk 18,34] verstanden. - Da kehrten sie vom Grabe zurück, und verkündeten dies alles den Elf und allen übrigen. Es war aber Maria Magdalena, und Johanna, und Maria, die Mutter des Jakobus, und die übrigen, die bei ihnen waren, Z. B. Salome [Mk 16,1] - welche dieses den Aposteln sagten. Und ihre Worte kamen diesen wie ein Märchen vor, und sie glaubten ihnen nicht. Ihr Zweifel stellt unseren Glauben sicher: diejenigen, welche die ersten Zeugen der Auferstehung waren und später dieselbe so standhaft behaupteten, waren keine leichtgläubigen Menschen. Sodann musste Christus seine Auferstehung beweisen, und diese Beweise erleichtern auch uns den Glauben (Greg., Bed., Bon.). - Petrus aber stand auf, und lief In gewohntem Eifer. - zum Grabe, und da er sich hineinbückte, sah er die Leintücher besonders liegen; und er ging hinweg, Griech.: Nach Hause. - sich bei sich selbst über das verwundernd, was geschehen war. Und siehe, zwei von ihnen Von den Anhängern des Herrn (V. 9). – gingen Nachdem Petrus vom Grabe gekommen, wie V. 23, 24 zeigen, noch bevor Maria Magdalena den Herrn gesehen, also etwa vor 8 Uhr früh. – an demselben Tage in einen Flecken mit Namen Emmaus, Emmaus jetzt Kubeide, drei Stunden nordwestlich von Jerusalem. – der sechzig Stadien von Jerusalem entfernt war. Sie redeten miteinander über alles dies, was sich zugetragen hatte. Und es geschah, als sie sich unterredeten, und einander sich befragten, Worüber, zeigt V. 19. – nahete sich Jesus selbst, und ging mit ihnen. Ihre Augen aber waren gehalten, dass sie ihn nicht erkannten. So geschah es auch Maria Magdalena [Joh 20,14] und den Jüngern am See Genesareth. [Joh 21,4] Einige Ausleger nehmen an, dass Christus ihnen in veränderter Gestalt erschien, doch ist diese Erklärung nicht notwendig zuzulassen. Da die Jünger von ihm reden, ist der Herr ihnen nahe, da sie aber an ihm zweifeln, können sie ihn nicht erkennen (Greg., Bedr.). – Und er sprach zu ihnen: Was sind das für Reden, die ihr miteinander auf dem Wege führt, und seid traurig? Da antwortete einer, mit Namen Kleophas, Wohl zusammengezogen aus Kleopatros. Wer der andere war, ist unbekannt. – und sprach zu ihm: Bist du allein ein Fremdling in Jerusalem, und hast nicht erfahren, was darin in diesen Tagen geschehen ist? Er sprach zu ihnen: Was? Sie sprachen: Die Begebenheiten mit Jesus von Nazareth, der ein Prophet war, Das Griech. hat den Sinn: War und sich als solchen bewährte. – mächtig in Tat und Wort angesichts Gottes und alles Volkes, und wie ihn die Hohenpriester und unsere Vorsteher der Verurteilung zum Tode überliefert und ihn gekreuzigt haben. Wir aber hofften, Jesus hatte in ihnen diese Hoffnung erweckt. Aber ist er der Messias, der Erlöser Israels, wie konnte er von den Vorstehern Israels so grausam getötet werden und die Hoffnung auf die Erlösung unerfüllt lassen? – dass er es sei, der Israel erlösen werde. Und nun ist heute nach diesem allem der dritte Tag, dass dieses geschehen ist. Auch haben uns einige Frauen von den Unsrigen in Erstaunen gesetzt, welche vor Sonnenaufgang am Grabe waren, und da sie seinen Leib nicht fanden, kamen sie und sagten, sie hätten auch eine Erscheinung von Engeln gehabt, welche sagten, dass er lebe. Und einige von den Unsrigen Petrus (V. 12) und Johannes [Joh 20,2] hieraus ist [Mt 28,9] zu erklären. – gingen zu dem Grabe, und fanden es so, wie die Frauen gesagt hatten; ihn selbst aber fanden sie nicht. Da sprach er zu ihnen: O ihr Unverständigen, wie schwer kommt es euch an alles zu glauben, was die Propheten geredet haben! Musste nicht Christus dies Was geschehen (V. 18, 19) – leiden, und so Siehe [Lk 23,43] – in seine Herrlichkeit eingehen? Und er fing an von Moses und allen Propheten, und legte ihnen aus, was in der ganzen Schrift von ihm geschrieben steht. Und sie kamen nahe zu dem Flecken, wohin sie gingen; und er schickte sich an weiter zu gehen. Er wäre weiter gegangen, hätten sie ihn nicht so dringend eingeladen. Der Heiland stellt sie auf die Probe, ob sie ihn als Fremdling lieben (Beda). – Aber sie nötigten ihn, und sprachen: Bleibe bei uns, denn es wird Abend, und der Tag hat sich schon geneiget. Vergl. [Rich 19,8]. Es war nach Mittag. – Und er ging mit ihnen hinein. Und es geschah, als er mit ihnen zu Tische saß, nahm er das Brot, segnete es, Jesus handelt nicht wie ein Gast, sondern wie der Familienvater. Ein Tischgebet war bei den Israeliten üblich; vor der Mahlzeit reichte dann der Familienvater Brot. – brach es, und reichte es ihnen.
Jesus geht mit zwei Jüngern nach Emmaus
Da wurden ihre Augen aufgetan, und sie erkannten ihn; er aber verschwand aus ihrem Gesichte. Und sie sprachen zueinander: War nicht unser Herz in uns brennend, während er auf dem Wege redete, und uns die Schrift aufschloss? Und in der nämlichen Stunde machten sie sich auf, und gingen nach Jerusalem zurück, Sie konnten leicht vor Anbruch der Finsternis in Jerusalem sein. – und fanden die Elf, und die mit ihnen waren, versammelt, welche sprachen: Der Herr ist wahrhaftig auferstanden, Es ist so, wie Maria Magdalena verkündet und wir nicht geglaubt hatten. [Mk 16,11] – und ist dem Simon erschienen! Vergl. [1Kor 15,5]. Petrus bestärkt zum ersten Male seine Brüder im Glauben. – Da erzählten auch sie, was sich auf dem Wege zugetragen, und wie sie ihn bei dem Brechen des Brotes erkannt hatten. Während sie aber dieses redeten, stand Plötzlich. So offenbart der Heiland die Eigenschaften seines verklärten Leibes. – Jesus in ihrer Mitte, und sprach zu ihnen: Friede sei mit euch. Ich bin es, fürchtet euch nicht! Sie aber erschraken und fürchteten sich, und meinten, einen Geist zu sehen. Und er sprach zu ihnen: Warum seid ihr erschrocken, und warum steigen solche Gedanken in euern Herzen auf? Sehet meine Hände und meine Füße, ich bin es selbst. Sie tragen die Merkmale der Nägel. Der Heiland behielt seine Wundmale, um dadurch seinen Jüngern die Wahrheit seiner Auferstehung zu beweisen, dem Vater zu zeigen, was er für uns in diesem Leben erduldet, den Erlösten allezeit das Andenken an seine Erbarmung vor Augen zu stellen, den Ungläubigen zu offenbaren, wie gerecht sie verdammt werden (Beda.). Diese Wunden gehören auch zur Mehrung seiner Verherrlichung als Wahrzeichen seiner Tugenden (Thom.). – Rühret mich an und sehet! denn ein Geist hat nicht Fleisch und Bein, wie ihr sehet, dass ich habe. Und als er das gesagt hatte, zeigte er ihnen die Hände und die Füße. Da sie aber noch nicht glaubten vor Freuden, und sich verwunderten, Alle Umstände, die sichtbare Erscheinung des Herrn, seine Ansprache, seine Wundmale, drängten die Tatsache auf: Er ist auferstanden, daher die Verwunderung: Ist es denn möglich, dass der vor drei Tagen Verstorbene heute lebendig vor uns steht? – sprach er: Habt ihr etwas zu essen hier? Da legten sie ihm einen Teil von einem gebratenen Fische, und eine Honigscheibe vor. Und nachdem er vor ihnen gegessen hatte, nahm er das übrige und gab es ihnen. Griech.: Und er nahm es und aß es vor ihnen. Vergl. [Apg 10,40.41]. – Und er sprach zu ihnen: Vielleicht an einem anderen Tage. – Das sind die Worte, Nämlich: Dass alles erfüllt werden müsse. – die ich zu euch geredet habe, da ich noch bei euch war, Im sterblichen Leibe. – dass alles erfüllt werden müsse, was im Gesetze Moses, in den Propheten und Psalmen Die Bücher des A. T. wurden zur Zeit Christi, wie die Einleitung des Ekklesiastikus (Jesus Sirach) zeigt, in drei Klassen geteilt, welche der Heiland hier aufzählt. – von mir geschrieben steht. Dann erschloss er ihnen den Sinn, dass sie die Schrift verständen. Die in den Evangelien und Briefen gelegentlich vorkommenden Schrifterklärungen sind also mit Recht dem Heilande selbst zuzuschreiben. – Und er sprach zu ihnen: Also steht es geschrieben, und also musste Christus leiden, Also steht es geschrieben, und weil es geschrieben steht, musste es geschehen, dass Christus litt usw. – und am dritten Tage von den Toten auferstehen, und es muss in seinem Namen Buße und Vergebung der Sünden gepredigt werden unter allen Völkern, von Jerusalem angefangen. Ihr aber seid Zeugen hiervon. Des Leidens, der Auferstehung, der Vollendung des messianischen Werkes, der Erfüllung der Prophezeiungen. – Und ich sende die Verheißung meines Vaters auf euch herab; Den vom Vater verheißenen heil. Geist. [Jes 44,3, Ez 11,19, Ez 36,26.27, Ez 39,29, Joe 2,28] Vergl. [Joh 14,16] [Joh 16,7] – ihr aber bleibet in der Stadt, bis ihr ausgerüstet werdet mit Kraft aus der Höhe. Mit dem von oben gesandten kraftspendenden heil. Geiste. – Er führte sie aber nach Bethanien Nach dem Griech. nicht in dem Flecken selbst. – hinaus; und seine Hände erhebend, segnete er sie.
Jesus fährt in den Himmel auf
Und es geschah, während er sie segnete, schied er von ihnen, und fuhr auf in den Himmel. Und sie beteten ihn an, Nur an dieser Stelle lesen wir, dass die Jünger den Herrn angebetet. – und kehrten nach Jerusalem mit großer Freude zurück. Und sie waren immer im Tempel, Täglich zu bestimmten Zeiten. Wie anders als zuvor, wo sie sich hinter verschlossenen Türen verbargen! – Mit dem Opfer im Tempel hat das Evangelium begonnen, mit dem Lobe Gottes im Tempel, das die Priester des Neuen Testamentes Gott als Opfer darbringen, schließt es (Beda.) Gott lobend und preisend. Amen.

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