Lukas 3

2. Nächste Vorbereitung zur öffentlichen Tätigkeit Christi (3-4,13): Die Predigt Johannes des Täufers (V. 20), die Taufe Jesu (V. 22) und das Geschlechtsregister des Herrn.

Im fünfzehnten Jahre der Regierung des Kaisers Tiberius, Die Propheten, welche nur zu den Juden gesendet wurden, setzten die Namen der jüdischen Könige an den Anfang. Das Evangelium, dessen erster Verkündiger der heil. Johannes ist, ist für alle Völker bestimmt, deshalb wird der Beherrscher der Welt am Anfange genannt. Die Berufung des hl. Johannes erfolgt wohl 779 nach Gründung der Stadt. Archelaus war im 10. Jahre seiner Regierung von Augustus abgesetzt und die Verwaltung Judäas mit der der Provinz Syrien vereinigt worden. Der fünfte Prokurator war Pontius Pilatus (26-36 n. Chr.). - als Pontius Pilatus Landpfleger von Judäa, und Herodes Vierfürst von Galiläa, Und Peräa (bis 36 n. Chr.) Siehe [Mt 14,1] - Philippus aber, sein Bruder, Vierfürst von Ituräa und der Landschaft Trachonitis, So pflegt sein Gebiet bezeichnet zu werden, obgleich es noch andere Länderstrecken umfasste. - und Lysanias Vierfürst von Abilene Von Aliba genannt, einer etwa 200 Kilometer von Damaskus entfernten Stadt. - war, unter den Hohenpriestern Siehe [Mt 2,4] - Annas An Ansehen der erste. - und Kaiphas, erging das Wort des Herrn an Johannes, Der Evangelist wendet die Redeweise der alttestamentlichen Propheten an, um Johannes als solchen zu bezeichnen. - den Sohn des Zacharias, in der Wüste. Wo er herangewachsen war [Lk 1,80] - Und er kam Der Befehl wird in seiner Ausführung gezeigt. - in die ganze Gegend am Jordan, Es ist Weideland. So war auch das Volk des Alten Bundes einst in der Wüste auf den Besitz des verheißenen Landes vorbereitet worden. – und predigte die Taufe der Buße zur Vergebung der Sünden, Das Ziel der Predigt ist die Buße. – wie geschrieben steht im Buche der Reden Isaias, des Propheten: Vergl. [Jes 40,3]. Großen Fürsten pflegte der Weg bereitet zu werden. Mit diesen Worten hat Isaias das messianische Heil verkündet. – Stimme eines Rufenden in der Wüste: Bereitet den Weg des Herrn, machet gerade seine Pfade! Jedes Tal wird ausgefüllt, und jeder Berg und Hügel abgetragen werden; was krumm ist, wird gerade, was uneben ist, wird ebener Weg werden. Hier Unvollkommenheiten der Wege, auf denen man körperlich wandelt, werden auf das geistige Gebiet angewendet: Alle Hindernisse sollen entfernt werden. - Und alles Fleisch Jeder Mensch tun. - wird das Heil Gottes schauen. Er sprach also Seinem Amte gemäß, das V. 4-6 beschrieben ist. - zu den Volksscharen, die hinausgingen, um von ihm getauft zu werden: Die Juden liebten sehr die äußeren Zeremonien und glaubten, auf denselben beruhe alles. Solche Menschen sieht der heil. Johannes zu sich kommen, soll er sie nicht an die Notwendigkeit der Frömmigkeit und Tugend erinnern? - Ihr Natternbrut! wer hat euch gelehret, dem kommenden Zorne Ihr seid so tief in euren bösen Gewohnheiten versunken, als ob jemand euch einen Weg gezeigt hätte, der Strafe Gottes zu entrinnen. Vergl. [Mt 3,7]. Die Propheten hatten mit dem Erscheinen des messianischen Reiches ein Gericht vorherverkündet; wollen die Juden diesem entgehen, so müssen sie beherzigen, was V. 8 gesagt ist. - zu entfliehen? Bringet also würdige Früchte der Buße, Werke, aus denen ihre wahre Umkehr hervorgeht. - und fanget nicht an zu sagen: Wir haben Abraham zum Vater. Schon das Alte Testament zeigt in Ismael, den Söhnen der Retura und in Esau, dass die bloße weibliche Abstammung von Abraham nicht ausreicht, um des Segens teilhaftig zu werden, der ihm verheißen ist. Wahre Kinder Abrahams sind diejenigen, welche seinen Glauben und seinen Gehorsam nachahmen. Vergl. [Joh 8,39]. - Denn ich sage euch: Gott vermag aus diesen Steinen Siehe [Mt 3,9]. - dem Abraham Kinder zu erwecken! Denn schon ist die Axt an die Wurzel der Bäume angesetzt. Die Notwendigkeit der Buße. - Ein jeder Baum also, der keine gute Frucht bringet, wird umgehauen, und in's Feuer geworfen werden. Die Menge hält Johannes für einen Propheten [Mt 21,26], die Führer des Volkes für einen Besessenen [Mt 11,18]. Deshalb bekehren sich von jenen viele, von diesen fast keiner. - Und das Volk fragte ihn, und sprach: Was sollen wir also tun? Er aber antwortete, Was er im Allgemeinen gedroht, stellt er im Einzelnen vor Augen. - und sprach zu ihnen: Wer zwei Röcke hat, gebe dem einen, der keinen hat; und wer Speise hat, tue desgleichen. Er empfiehlt Werke der Barmherzigkeit wie [Dan 4,24] und Liebe, um an einem Beispiele die Weise der Umkehr zu zeigen. - Und es kamen auch Zöllner, Siehe [Mt 9,Anm.12]. - um sich taufen zu lassen, und sprachen zu ihm: Meister! was sollen wir tun? Er aber sprach zu ihnen: Der heil. Johannes nimmt sie freundlich auf, anders als die V. 7 genannten. Vergl. [Mt 21,31.32]. - Fordert nicht mehr, als was euch festgesetzt ist! Und es fragten ihn auch die Kriegsleute, und sprachen: Was sollen denn wir tun? Und er sprach zu ihnen: Verübet gegen niemanden Erpressung noch Unbilde, und seid zufrieden mit euerm Solde! Da aber das Volk der Meinung war, In Erwartung war. - und alle in ihren Herzen von Johannes dachten, ob er nicht etwa selbst Christus sei, so antwortete Johannes, und sprach zu allen: Ich zwar taufe euch mit Wasser, es wird aber der kommen, welcher mächtiger ist als ich, Er gibt eine Prophezeiung, also gilt für ihn die [5Mos 18,22] aufgestellte Regel. - dem ich nicht wert bin, die Schuhriemen aufzulösen; dieser wird euch im heiligen Geiste Wie ich euren Leib in das Wasser tauche, wird er eure Seelen mit dem heiligen Geiste erfüllen. Da nun niemand den heiligen Geist aus eigener Machtvollkommenheit geben kann, ist der Messias also Gott. Der Vergleich des heiligen Johannes ist bei den Propheten häufig. Vergl. [Jes 43,3, Ez 11,29, Joel 2,28] u. a. Gott wird ein verzehrendes Feuer genannt, auch der Messias mit solchem verglichen [Mal 3,2.3] Der Messias wird also den Gläubigen eine gewisse Ähnlichkeit mit Gott verleihen. - und Feuer taufen. Er hat seine Wurfschaufel in seiner Hand, und wird seine Tenne reinigen; den Weizen wird er in seine Scheune sammeln, die Spreu aber verbrennen mit unauslöschlichem Feuer. Auch die Propheten [Jes 63,3, Mal 3,2] und der greise Simeon [Lk 2,34] haben den Messias als Richter vorherverkündet. Vergl. [Mt 3,12, Mt 13,30]. Die Tenne sind Juden und Heiden. - Und noch viel anderes lehrte und verkündigte er dem Volke. Vergl. [Mt 11] - Als aber Herodes, der Vierfürst, von ihm zurechtgewiesen wurde wegen der Herodias, des Weibes seines Bruders, und wegen aller Übeltaten, die Herodes begangen hatte, fügte er zu allem noch dieses hinzu, dass er den Johannes im Gefängnisse einschloss. Es geschah aber, als alles Volk sich taufen ließ, dass auch Jesus getauft wurde, Christus will getauft werden, als ob er der Buße bedürfte, von Johannes, der geringer ist als er selbst, und unter dem Volke wie ein gewöhnlicher Mensch. Nach der Taufe betet der Heiland, um seine Unterwerfung unter den Vater zu zeigen. Vergl. [Mt 4] - und da er betete, öffnete sich der Himmel; und der heilige Geist stieg in leiblicher Gestalt Damit niemand im Zweifel war, wem die Worte galten. - gleich einer Taube auf ihn Damit die Fülle der in ihm wohnenden Gnaden offenbar würde. Wie die Taube einst als Friedensbote zu Noe kam, so bringt Jesus der Welt Friede und Versöhnung (Bed., Theoph., Bon.). - herab und eine Stimme erscholl vom Himmel: Du bist mein geliebter Sohn, an dir habe ich mein Wohlgefallen. Da der himmlische Vater an diesem einen, der das Beispiel der Demut, der Buße und des Gebetseifers gegeben hat, besonderes Wohlgefallen hat, müssen alle, die Gott gefallen wollen, ihm gleichförmig werden. - Und Jesus Dem die Göttliche Bezeugung zuteil ward. - war, als er anfing, Das messianische Amt (Euth., Bed., Bonav.) - ungefähr Die Zeit ist also nicht ganz genau angegeben. Der Höhepunkt des Lebens. - dreißig Jahre alt, und wurde für einen Sohn Josephs gehalten; Er wurde für einen Sohn Josephs gehalten. Mit diesen Worten schließt der Evangelist jedes Missverständnis betreffs des folgenden Geschlechtsregisters aus. Wie [2Mos 6,16] das Geschlechtsregister Moses beim Beginn seiner öffentlichen Tätigkeit geboten wird, so hier das Christi. Das von Lukas gebotene weicht von dem [Mt 1,16ff] gegebenen in einigen Punkten ab. Dort wird der Vater Josephs Jakob genannt und mit Ausnahme von Salathiel und Zorobabel werden bis auf König David andere Vorfahren angeführt. Nach Julius Afrikanus waren Heli und Jakob Brüder von mütterlicher Seite, so dass Heli von väterlicher Seite von Nathan, dem Sohne Davids, Jakob aber von Salomon abstammte. Heli starb ohne Kinder, deshalb nahm nach dem Leviratsgesetze, vergl. [Mt 22,23] sein Bruder Jakob seine kinderlose Witwe zur Frau. Aus dieser Ehe stammt Joseph, der also Heli zum gesetzlichen, Jakob zum natürlichen Vater hatte. Matthäus gibt das Geschlechtsregister nach dem natürlichen, Lukas nach dem gesetzlichen Vater. Wenn Salathiel bei Matthäus Sohn des Zacharias, bei Lukas Sohn des Neri heißt, so liegt der Grund in derselben Ursache. Lukas nennt den Sohn des Zorobabel Resa, Matthäus Abiud. Alsdann wird als Stammvater nach David bei Lukas Nathan genannt, bei Matthäus Salomon, dem die Könige bis zur Gefangenschaft sich anschließen. Von David bis Abraham stimmen beide Geschlechtstafeln überein. Da Matthäus für Juden schreibt, bleibt er bei Abraham stehen, Lukas steigt bis zu dem Ursprunge des Menschengeschlechtes empor, weil einer dem ganzen Menschengeschlechte Heil bringt, wie einer es in das Verderben gestürzt hat. Wie Adam Gott zum Vater hatte, so auch Jesus, wenngleich der Herr auf andere Weise als jener. - dieser war (ein Sohn) des Heli, dieser ein Sohn des Mathat, dieser ein Sohn des Levi, dieser ein Sohn des Melchi, dieser ein Sohn des Janne, dieser ein Sohn des Joseph, dieser ein Sohn des Mathathias, dieser ein Sohn des Amos, dieser ein Sohn des Nahum, dieser ein Sohn des Hesli, dieser ein Sohn des Nagge, dieser ein Sohn des Mahath, dieser ein Sohn des Mathathias, dieser ein Sohn des Semei, dieser ein Sohn des Joseph, dieser ein Sohn des Juda, dieser ein Sohn des Joanna, dieser ein Sohn des Resa, dieser ein Sohn des Zorobabel, dieser ein Sohn des Salathiel, dieser ein Sohn des Neri, dieser ein Sohn des Melchi, dieser ein Sohn des Addi, dieser ein Sohn des Cosan, dieser ein Sohn des Elmadam, dieser ein Sohn des Her, dieser ein Sohn des Jesus, dieser ein Sohn des Eliezer, dieser ein Sohn des Jorim, dieser ein Sohn des Mathat, dieser ein Sohn des Levi, dieser ein Sohn des Simeon, dieser ein Sohn des Juda, dieser ein Sohn des Joseph, dieser ein Sohn des Jona, dieser ein Sohn des Eliakim, dieser ein Sohn des Melea, dieser ein Sohn des Menna, dieser ein Sohn des Mathatha, dieser ein Sohn des Nathan, dieser ein Sohn des David, dieser war ein Sohn des Jesse, dieser ein Sohn des Obed, dieser ein Sohn des Booz, dieser ein Sohn des Salmon, dieser ein Sohn des Naasson. dieser ein Sohn des Aminadab, dieser ein Sohn des Aram, dieser ein Sohn des Esron, dieser ein Sohn des Phares, dieser ein Sohn des Judas. dieser ein Sohn des Jakob, dieser ein Sohn des Isaak, dieser ein Sohn des Abraham, dieser ein Sohn des Thare, dieser ein Sohn des Nachor, dieser ein Sohn des Sarug, dieser ein Sohn des Ragau, dieser ein Sohn des Phaleg, dieser ein Sohn des Heber, dieser ein Sohn des Sale, dieser ein Sohn des Kainan, dieser ein Sohn des Arpharad, dieser ein Sohn des Sem, dieser ein Sohn des Noe, dieser ein Sohn des Lamech, dieser ein Sohn des Mathusale, dieser ein Sohn des Henoch, dieser ein Sohn des Jared, dieser ein Sohn des Malaleel, dieser ein Sohn des Kainan, dieser ein Sohn des Henos, dieser ein Sohn des Seth, dieser ein Sohn des Adam, dieser war Gottes. Da der Heiland Mensch geworden, musste er sich der Sitte unterwerfen, nach welcher der Stammbaum des Familienhauptes gegeben ward. Da nun Joseph und Maria verwandt waren, sind die meisten Vorfahren Josephs auch Vorfahren Marias, und somit auch Jesu.

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