Markus 14

4. Leidensgeschichte Christi (Kap. 14, 15) Christus speist in Bethanien im Hause des Simon und wird von einem Weibe gesalbt. (V. 9) Verrat des Judas. (V. 11) Letztes Ostermahl des Herrn. (V. 26) Christi Leiden im Garten Gethsemani. (V. 42) Die Gefangennahme des Herrn. (V. 52) Jesus steht vor dem hohen Rate. (V. 65) Petrus verleugnet den Herrn zu dreien Malen.

Nach zwei Tagen aber war Ostern und das Fest der ungesäuerten Brote; Der 14. Nisan, von dem an durch acht Tage nur ungesäuertes Brot gegessen werden durfte. Jetzt suchen sie das auszuführen, was sie seit drei Monaten beschlossen. - und die Hohenpriester und Schriftgelehrten suchten, wie sie ihn mit List ergreifen und töten möchten. Sie sagten aber: Nicht am Feste, Als sie den Heiland ergreifen wollten, vermochten sie es nicht; an dem Tage, wo sie es nicht wollen, bietet er sich ihnen von selbst (Theoph., Vikt.). - damit nicht etwa unter dem Volke ein Aufruhr entstehe. Und als er zu Bethanien war im Hause Simons, des Aussätzigen, Siehe [Mt 26,Anm.10]. - und zu Tische saß, kam ein Weib mit einem alabasternen Gefäße voll kostbaren Salböls von echter Narde, und zerbrach das Gefäß, und goss das Salböl auf sein Haupt. Je mehr Salböl man gebrauchte, desto mehr ehrte man den Gast. - Es wurden aber einige unwillig, und sprachen zueinander: Wozu ist diese Verschwendung der Salbe geschehen? Man hätte diese Salbe um mehr als dreihundert Denare 195 – 200 Mark. Wie großen Wert diese Summe hatte, ist daraus zu schließen, dass die Jünger 200 Denare für ausreichend hielten, um für 5000 Menschen, ungerechnet Frauen und Kinder, Brot zu kaufen. Vergl. [Mk 6,37] Ein Denar war der Lohn eines Tages. [Mt 20,2] - verkaufen, und den Armen geben können. Und sie murrten über sie. Die anderen Apostel nicht aus bösem Herzen, wie Judas, aber in unkluger Weise. - Jesus aber sprach: Lasset sie! Warum belästiget ihr sie? Sie hat ein gutes Werk Griech.: Eine herrliche Tat. – Aus Liebe und Ehrfurcht brachte sie mir das Beste dar, umso mehr, da sie öfter gehört, dass das Ende meiner irdischen Tätigkeit naht. - an mir getan. Denn die Armen habet ihr immer bei euch, und könnet ihnen, wann ihr wollet, Gutes tun; mich aber habet ihr nicht allezeit. Diese tat, was sie konnte; schon zum voraus hat sie Sie selbst hat dies wohl nicht gedacht. - meinen Leib zum Begräbnisse gesalbt. Wahrlich, ich sage euch, wo immer dieses Evangelium in der ganzen Welt wird gepredigt werden, da wird auch das, was sie getan hat, erzählet werden zu ihrem Gedächtnisse. Christus offenbart seine Allwissenheit. - Da ging Judas Iskariot, Über Judas siehe [Mt 26,Anm.21ff]. – einer von den Zwölfen, hin zu den Hohenpriestern, um ihn ihnen zu verraten. Er denkt nicht an das, was nach dem Verrate geschehen wird und welchem Lose er den Heiland preisgibt. – Als diese es hörten, freuten sie sich, und versprachen, ihm Geld zu geben; er aber suchte, wie er ihn zu gelegener Zeit verraten könnte. Und am ersten Tage der ungesäuerten Brote, da man das Osterlamm schlachtete, Siehe [Mt 26,Anm.24]. – sprachen die Jünger zu ihm: Wo willst du, dass wir hingehen, und zurichten für dich, dass du das Osterlamm essest? Da sandte er zwei seiner Jünger, und sprach zu ihnen: Christus zeigt wiederum, dass er alles Zukünftige voraus weiß. (Beda) Nach anderen wollte der Heiland verhüten, dass Judas ihn vor der Zeit verriet (Euth.). - Gehet hin in die Stadt: da wird euch ein Mensch begegnen, der einen Wasserkrug trägt; folget ihm, und wo er hineingeht, da saget zu dem Herrn des Hauses: Der Meister lässt dir sagen: Wo ist das Gemach für mich, in dem ich das Osterlamm mit meinen Jüngern essen kann? Und er wird euch einen großen eingerichteten Speisesaal Ein Gemach im oberen Teile des Hauses. - zeigen; daselbst richtet für uns zu. Und seine Jünger gingen hin, und kamen in die Stadt, und fanden es, wie er ihnen gesagt hatte, Die Bewohner von Jerusalem vermieteten Fremden solche Säle zur Osterfeier. - und bereiteten das Ostermahl. Da es nun Abend geworden war, kam er mit den Zwölfen. Wohl aus Bethanien. - Und als sie zu Tische saßen und aßen, sprach Jesus: Wahrlich, ich sage euch, einer von euch, der mit mir isst, wird mich verraten! Christus bezeugt, dass er seinen Verräter kennt, weist darauf hin, wie unwürdig es ist, dass einer seiner Vertrauten sein Verräter wird und bedroht ihn mit furchtbarer ewiger Strafe. Solche Worte sollten doch jeden von einem so entsetzlichen Frevel abschrecken. - Sie aber wurden traurig, und fingen an, einer um den andern, ihn zu fragen: Doch nicht ich? Und er sprach zu ihnen: Einer von den Zwölfen, der mit mir die Hand in die Schüssel eintaucht! Dasselbe wie V. 18, doch wird die Vertraulichkeit des nahesten Umganges hervorgehoben. - Der Menschensohn geht zwar hin, Aus dem Leben. Jetzt hat Judas keinen Vorwand mehr zur Verminderung seiner Schuld. - wie von ihm geschrieben steht; aber wehe jenem Menschen, durch welchen der Menschensohn verraten wird; es wäre jenem Menschen besser, wenn er nicht geboren wäre! Und während sie aßen, Während sie noch bei Tisch saßen (wie V. 18). Das Osterlamm wurde nicht allein geopfert, sondern auch verzehrt und war also nicht einzig ein Vorbild des Heilandes als Opfer, sondern auch als Speise. - nahm Jesus das Brot, segnete es, brach es, Die Brote waren dünn wie eine Messerschneide und rund. - gab es ihnen, und sprach: Nehmet hin, dies ist mein Leib! Und er nahm den Kelch, dankte, und gab ihnen denselben; und sie tranken daraus alle. Was im Kelche war, wird V. 24 gesagt. - Und er sprach zu ihnen: Dieses ist mein Blut des neuen Bundes, das für viele wird vergossen werden! Diese Worte entsprechen in der Höhe des Neuen Bundes den Worten Moses [2Mos 24,8]. Über das Wort: viele [Mt 26,Anm.48]. – Wie die Apostel diese Worte verstanden haben, nämlich im eigentlichen Sinne, zeigt Paulus [1Kor 11,23] und die übereinstimmende Lehre der heil. Väter. Der Heiland setzt die heil. Eucharistie nach dem Paschamahl ein, um seinen letzten Liebeserweis den Herzen der Jünger tiefer einzuprägen. (Aug.) Es hat dem heil. Geiste gefallen, dass, um ein so großes Sakrament zu ehren, keine andere Speise vor dem Leibe des Herrn in den Mund der Christen eintrete, denn aus diesem Grunde wird eine solche Sitte auf dem ganzen Erdboden beobachtet (Aug.). - Wahrlich, ich sage euch, ich werde nicht mehr trinken von diesem Gewächse des Weinstockes bis zu jenem Tage, da ich es neu trinken werde im Reiche Gottes! Was dies ist, zeigt der Heiland selbst [Lk 22,29.30]. Christus sagt dies nicht erst bei der Einsetzung der heil. Eucharistie (die er nach der Meinung zahlreicher Erklärer auch selbst nahm). - Und nachdem sie den Lobgesang gesprochen hatten, gingen sie hinaus auf den Ölberg. Und Jesus sprach zu ihnen: Alle werdet ihr euch an mir ärgern in dieser Nacht; denn es steht geschrieben: Ich will den Hirten schlagen, und die Schafe werden zerstreut werden. Nachdem ich aber auferstanden sein werde, Sie sollen nicht meinen, dass er sie deshalb verstößt. - will ich euch vorausgehen nach Galiläa. Dem widerspricht nicht [Lk 24,36] oder [Joh 20,19], da der Heiland weder sagt, er werde sich nach der Auferstehung sofort nach Galiläa begeben, noch, er werde sich dort zuerst seinen Jüngern offenbaren. - Petrus aber sprach zu ihm: Wenn sich auch alle an dir ärgern sollten, doch ich nicht. So sehr auch die Liebe ihn erfüllt, er ist nicht frei von zu großem Selbstvertrauen. Er hätte aus früheren Ereignissen [Mt 14,30] lernen und den Voraussagungen der Propheten, sowie den wiederholten Versicherungen des Heilandes glauben sollen. Es kommt ihm auch nicht in den Sinn, den Heiland um Abwendung der Gefahr zu bitten. - Und Jesus sprach zu ihm: Wahrlich, Damit Petrus nicht glaubte, der Heiland spreche nur eine Vermutung aus. - ich sage dir, heute Der Tag beginnt mit dem Abend, also nach unserer Redeweise: vor Tagesanbruch, ehe der Hahn zwei Mal kräht (V. 68, V. 72). Der heil. Petrus fühlt sich angetrieben, noch Größeres zu versprechen. - in dieser Nacht, noch ehe der Hahn zweimal gekräht hat, wirst du mich dreimal verleugnen! Er aber redete noch weiter: Und wenn ich auch zugleich mit dir sterben müsste, so werde ich dich doch nicht verleugnen. Desgleichen sagten sie alle. Bald lernen sie alle, nicht auf sich zu vertrauen, sondern bei Gott Hilfe zu suchen. Christus nimmt die Bezeugungen ihrer Liebe gütig auf. - Und sie kamen an einen Meierhof, der Gethsemani hieß; und er sprach zu seinen Jüngern: Setzet euch hier, während ich bete! Vor jeder wichtigen Angelegenheit pflegt der Heiland zu beten. - Und er nahm den Petrus, Jakobus und Johannes mit sich, und fing an sich zu ängstigen und Trauer zu empfinden. Bevor der Heiland seinen heiligsten Leib den Peinigern überliefert, will er in seiner Seele die härtesten Schmerzen erdulden. - Und er sprach zu ihnen: Meine Seele ist betrübt bis zum Tode. Der Tod träte ein, wenn der Herr ihn nicht durch ein Wunder fern hielte. - Bleibet hier, und wachet! Dann ging er ein wenig weiter, fiel auf die Erde nieder, Bald kniend [Lk 22,41], bald niedergeworfen. - und betete, dass, wenn es möglich wäre, die Stunde Was in der Stunde geschehen sollte. - vor ihm vorüberginge. Nicht eintrete. - Und er sprach: Abba, Vater! Der heilige Markus gibt wohl für die Römer die Übersetzung bei. - dir ist alles möglich, Du kannst gestatten, dass die Erlösung auf eine andere Weise vollbracht werde. [Lk 22,42]: Wenn du willst. - nimm diesen Kelch Von dem [Joh 18,11]. Dass Christus alle dem Kreuzestode vorangehenden und die denselben begleitenden Qualen gefürchtet habe, bezeugen Joh. Damascen., Vikt., Thom. Aquin u. a. Zu den Ursachen seiner Traurigkeit gehört auch das Vorherwissen, dass für viele sein Leiden umsonst ist, und sein Abscheu vor den Sünden der Menschen. Aus alle dem folgt, dass Christus wahrer Mensch war (Just., Hil., Orig., Hier.). - weg von mir; doch nicht, was ich will, sondern was du willst. Und er kam, und fand sie Die V. 33 genannten drei. - schlafend. Da sprach er zu Petrus: Simon! du schläfst? Konntest du nicht eine Stunde wachen? Ihr hattet doch versprochen mit mir zu sterben, und ihr könnt nicht einmal dem Schlafe widerstehen? Der heil. Petrus schweigt beschämt. - Wachet und betet, damit ihr nicht in Versuchung fallet! Der Heiland wiederholt seine frühere Mahnung, die Aufforderung zu beten hinzufügend. Gebet und Wachsamkeit können die Gefahr des Falles abwenden. - Der Geist ist zwar willig, Das Gute zu wählen; damit aber das Fleisch ihn nicht besiege, wenn die Gefahr naht; ist Gottes Hilfe notwendig Um diese also bittet! Der Heiland zeigt so zugleich, dass es nicht Verachtung seines Gebotes war, wenn sie einschliefen, sondern Schwäche des Fleisches. - aber das Fleisch ist schwach. Und er ging wieder hin und betete, indem er dieselben Worte sprach. Der Heiland gibt uns das Vorbild der Beharrlichkeit im Gebete, zeigt uns, von wo allein uns in den Versuchungen Hilfe kommen kann und lehrt uns unseren Willen dem göttlichen zu unterwerfen. (Joh. Dam.) - Und da er zurückkam, fand er sie abermals schlafend (denn ihre Augen waren schwer geworden), und sie wussten nicht, was sie ihm antworten sollten. Hier redet offenbar einer der drei. - Und er kam zum dritten Male, und sprach zu ihnen: Schlafet nunmehr, und ruhet! Er gestattet ihnen, etwas zu ruhen, bis der Verräter kommt. - Es ist genug, die Stunde ist gekommen; siehe, der Menschensohn wird in die Hände der Sünder Der Heiden. Diese werden vorzugsweise Sünder genannt, weil sie von Gott und seinem Bunde fern sind. – Wie anders erscheint der Herr nach dem Gebete als zuvor, um uns zu zeigen, was auch uns das Gebet gewähren kann! - überliefert werden! Wie Christus gesagt. - Stehet auf, lasset uns gehen! Siehe, der mich verraten wird, ist nahe! Und während er noch redete, kam Judas Iskariot, einer von den Zwölfen, und mit ihm eine große Schar mit Schwertern und Prügeln, gesandt von den Hohenpriestern und Schriftgelehrten und Ältesten. Sie schicken rohe gottfremde Menschen, welche den Heiland nicht einmal kennen. -
Judas verrät Jesus
Es hatte ihnen aber sein Verräter ein Zeichen gegeben, und gesagt: Welchen ich küssen werde, der ist es; den greifet, und führet ihn behutsam! Judas wusste, dass der Herr schon mehrfach den Händen der Juden entronnen war, und will alle Schuld von sich fern halten, wenn dies wieder geschehen sollte. - Und da er herbeigekommen war, In den Garten. - trat er sogleich auf ihn zu, und sprach: Sei gegrüßt, Meister! und küsste ihn. Sie aber legten Hand an ihn, und ergriffen ihn. Einer aber von den Umstehenden Petrus [Joh 18,10] - zog sein Schwert, schlug nach dem Knechte des Hohenpriesters und hieb ihm ein Ohr ab. Und Jesus redete sie an, und sprach zu ihnen: Wie gegen einen Mörder seid ihr ausgezogen mit Schwertern und Prügeln, um mich zu fangen! Täglich war ich bei euch im Tempel, und lehrte, und ihr habt mich nicht ergriffen. Allein es muss die Schrift erfüllet werden. Sie sollen erfahren, dass sie nicht sowohl ihre als Gottes Pläne ausführen, die in der heil. Schrift offenbart sind. - Da verließen ihn alle seine Jünger, und flohen. Wo sind jetzt die herrlichen Versprechungen, die sie zuvor gegeben? - Ein Jüngling aber folgte ihm, angetan mit einem Linnengewande auf dem bloßen Leibe; und sie ergriffen denselben. Er ist wohl durch den Tumult aus dem Schlafe aufgestört worden, wohnte also in der Nähe des Gartens. Euthymius u. a. vermuten, es sei der Evangelist Markus selbst gewesen, welcher zwar noch nicht Jünger des Herrn, ihm aber zugetan war. Ähnlich tut ja auch [Mt 9,9] seines ersten Zusammentreffens mit dem Heilande Erwähnung. Der Jüngling hatte außer den Beinkleidern nur den leichten Linnenüberwurf ohne das Oberkleid, so floh er also nackt am Oberleibe. - Er aber warf das Linnengewand von sich, und floh nackt von ihnen. Und sie führten Jesus zu dem Hohenpriester; Kaiphas. - und es versammelten sich alle Priester und Schriftgelehrten und Ältesten. Petrus aber folgte ihm von ferne bis hinein in den Hof des Hohenpriesters; und setzte sich zu den Dienern an's Feuer, und wärmte sich. Furchtsam macht ihn die menschliche Natur, seine Liebe lässt ihn folgen, Bestürzung führt ihn zur Verleugnung, der Glaube zur Reue. (Ambros.) - Die Hohenpriester nun und der ganze hohe Rat Sie wollen den äußeren Schein eines Gerichtes wahren. - suchten Die Wahrheit? Nein, falsches Zeugnis. - Zeugnis wider Jesus, damit sie ihn dem Tode überliefern könnten; aber sie fanden keines. Denn viele gaben zwar falsches Zeugnis wider ihn; aber die Zeugnisse waren nicht übereinstimmend. Die Ursachen hätten vielleicht zur Fällung eines Todesurteils ausgereicht, indes die Bezeugung nicht. - Und einige traten auf, legten falsches Zeugnis wider ihn ab, und sprachen: Wir haben ihn sagen gehört: Ich werde diesen Tempel, der mit Händen gemacht ist, abbrechen, und in drei Tagen einen andern, der nicht mit Händen gemacht ist, aufbauen. Wie schwer eine Anklage auf Verachtung des Tempels war, siehe [Jer 26,9] und [Apg 6,13]. - Aber ihr Zeugnis war Griech.: Auch so nicht. - nicht gleichlautend. Da stand der Hohepriester auf, trat in die Mitte, fragte Jesus, und sprach: Antwortest du nichts auf das, was diese dir vorwerfen? Dass der Richter aufsteht und zu dem Herrn hintritt, ist ein Zeichen seiner Verlegenheit. Gott hat es so gelenkt, damit der Heiland von dem geistlichen wie von dem weltlichen Richter nur seiner erhabenen Würde wegen verurteilt wurde. - Er aber schwieg still, Durch die Zeit der falschen Anklagen. - und antwortete nichts. Auf die Frage des Hohenpriesters. - Abermals fragte ihn der Hohepriester, und sprach zu ihm: Bist du Christus, der Sohn Gottes, des Hochgelobten? Jesus sprach zu ihm: Ich bin es; Er beweist es durch ein bald eintretendes und durch ein fern liegendes Ereignis. - und ihr werdet den Menschensohn sehen zur Rechten der Kraft Gottes sitzend Teilnehmend an der Allmacht [Ps 109,1]. Ob auch nicht wollend, werden sie es sehen müssen, was [Dan 7,13] vorausgesagt. - und in den Wolken des Himmels kommend. Da zerriss Kaiphas tut in seiner Heuchelei, als ob der Eifer für Gott ihn fortrisse. - der Hohepriester seine Kleider, Die vornehmen Leute trugen außer dem Mantel zwei Kleider. Seine Worte verraten freilich Triumph, nicht Schmerz. Vergl. [Mt 26,Anm.117]. - und sprach: Was benötigen wir noch Zeugen? Ihr habt die Gotteslästerung gehört; was dünket euch? Und sie alle verurteilten ihn, dass er des Todes schuldig sei. Nun fingen einige Vom hohen Rate. - an, ihn anzuspeien, sein Angesicht zu verhüllen, und ihn mit Fäusten zu schlagen, und zu ihm zu sagen: Weissage! Weil das Volk ihn als Propheten begrüßt hatte [Mt 21,11]. - Und die Diener schlugen ihn mit Backenstreichen. Griech.: Empfingen ihn mit Backenstreichen, nämlich als er ihnen zur Bewachung bis zum Morgen übergeben wurde. - Und als Petrus Fortsetzung zu V. 54. - unten im Hofe Bei Matthäus: draußen. Das Verhörzimmer lag also höher. - war, kam eine von den Mägden des Hohenpriesters; und da sie den Petrus sich wärmen sah, schaute sie ihn an, Griech.: Schaute ihn scharf an. - und sagte: Auch du warest bei Jesus, dem Nazarener! Er aber leugnete, Er denkt nur an die ihm drohende Gefahr. - und sprach: Weder weiß ich noch verstehe ich, was du sagest! und er ging hinaus vor den Hof, In die Vorhalle. Das Krähen des Hahnes ruft ihm die Worte des Heilandes nicht in's Gedächtnis zurück, derart ist er in Angst. Dennoch will er das Ende sehen und bleibt. Vergl. [Mt 26,58]. - da krähte der Hahn. Und da die Magd Eine andere als die zuvor genannte. - ihn sah, fing sie wieder an zu den Umstehenden zu sagen: Dieser ist einer von ihnen! Er aber leugnete abermals. Und nach einer kleinen Weile sagten die Umstehenden wieder zu Petrus: Wahrlich, du bist einer von ihnen; denn du bist auch ein Galiläer! Er hat also mit jenen ein Gespräch angeknüpft. - Er aber fing an zu verwünschen und zu schwören: Ich kenne diesen Menschen nicht, von dem ihr redet! Wie eitel sind die besten Vorsätze, wenn jemand auf sich vertraut und Gott nicht um seinen Beistand anfleht. - Und sogleich krähte der Hahn zum zweiten Male. Da erinnerte sich Petrus an das Wort, welches Jesus ihm gesagt hatte: Ehe der Hahn zweimal kräht, wirst du mich dreimal verleugnen. Der Heiland sah ihn an [Lk 22,61]. Petrus lernte Demut und Mitleid mit den Schwachen und ward uns eine Mahnung zur Demut und Buße. Und er fing an zu weinen.

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