Johannes 16
Biblia Sacra (Allioli-Arndt)
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4. Erneuter Trost (Kap. 16): Vorhersagung der bevorstehenden Verfolgungen. (V. 4) Notwendigkeit des Heimganges Christi, damit der Heil. Geist komme. (V. 11) Kürze der Trennung und freudenvolle Wiederkehr des Herrn. (V. 24) Der Ausgang des Sohnes vom Vater, Versprechen der Jünger, zu glauben und bei dem Leiden des Herrn standhaft zu bleiben.
1 Dieses Viele Ausleger beginnen mit dem Anfange dieses Kapitels einen neuen Abschnitt, andere ziehen V. 1 – 4 zu dem vorhergehenden. – Das Wort „dieses“ bezieht sich auf die Ankündigung der Leiden [Joh 15,18ff] zurück. - habe ich zu euch geredet, damit ihr nicht Anstoß nehmet. Es wird dem Heilande schwer, so schmerzliche Bilder seinen Jüngern vor Augen zu stellen, doch es ist notwendig, damit ihr Glauben nicht Schaden leide und jedes Misstrauen und Murren fern gehalten werde. - 2 Sie werden euch aus den Synagogen ausstoßen; ja, es kommt die Stunde, wo jeder, der euch tötet, meinen wird, Gott einen Dienst zu erweisen. Die Ältesten haben die Verabredung getroffen, jeden, der Jesus als Messias anerkennen würde, aus der Synagoge auszustoßen. Die Prophezeiung des Heilandes ging wohl nach dem Ausbruch der Verfolgung in Jerusalem [Apg 8,1] in Erfüllung. Ja noch Schwereres steht bevor. Nachdem der Heiland wegen Gotteslästerung des Todes schuldig erklärt ist [Mt 26,65], wird das Blut des heil. Stephanus wegen angeblicher Lästerung wider Moses und Gott vergossen. [Apg 6,11] Vergl. auch [Apg 8,3, Apg 9,1, Gal 1,13, Apg 26,9]. - 3 Und dies werden sie euch tun, weil sie weder den Vater noch auch mich kennen. Es ist dies nicht eine Entschuldigung wie [Joh 15,21], sondern eine Erklärung, wie es komme, dass sie meinen, Gott durch Verfolgung seiner Diener und Freunde, der Apostel, einen Dienst zu leisten. Also nicht die Jünger tragen die Schuld, wenn sie ein so herbes Geschick trifft (Chrys., Theoph., Aug.). Sie wollen ja der Ehre Gottes dienen und das Heil der Menschen fördern. - 4 Aber dies habe ich euch gesagt, damit, wenn diese Stunde kommt, ihr euch daran erinnert, dass ich es euch gesagt habe. Früher hatte der Heiland mehr im Allgemeinen von Verfolgungen gesprochen, nicht aber von den seitens der Juden bevorstehenden, doch gegen diese, als von den eigenen Volksgenossen ausgehende, und darum besonders schmerzliche, mussten die Jünger jetzt gewappnet werden. Die Worte: „weil ich bei euch war“ haben wohl den Sinn: ich wollte durch eine so traurige Voraussagung eure Freude an meiner Gegenwart nicht trüben. Zudem hatte der Herr in der Tat nie gesagt, dass ihr eigenes Volk die Tötung der Jünger als Opferdienst ansehen werde. - 5 Dies habe ich euch vom Anfang an nicht gesagt, weil ich bei euch war. Nun aber gehe ich hin zu dem, der mich gesandt hat; und niemand von euch fragt mich: Wo gehst du hin? Die Jünger dachten im tiefstem Schmerze nur daran, dass der Herr von ihnen weggehe, derart, dass die Traurigkeit jede Frage erstickte, wohin er denn gehe. War in den Fluten der Betrübnis das alles versunken, was der Herr über Zeit und Zweck seines Heimganges gesagt? Dies ist's, weshalb er ihnen vorhält, dass sie ihn nicht fragen, wohin er gehe. - 6 Vielmehr weil ich dies zu euch gesagt habe, hat Traurigkeit euer Herz erfüllt. 7 Doch ich sage euch die Wahrheit: Es ist gut für euch, dass ich hingehe; denn wenn ich nicht hingehe, so wird der Tröster nicht zu euch kommen; wenn ich aber weggehe, so werde ich ihn zu euch senden. Mit großem Nachdrucke beginnt die Rede. Die letzte Ursache dieser Heilsordnung ist der Wille Gottes. - 8 Und wenn dieser kommt, wird er die Welt überführen von der Sünde, und von der Gerechtigkeit, und von dem Gerichte. Das Überführen geschieht durch Erleuchtung, Predigt, Wunder. Das Wort „überführen“ hat gewöhnlich die Nebenbedeutung, dass das Ziel desselben Buße und Wirkung des Heiles ist. Wenngleich also der Heil. Geist die Welt vor allem besiegen und überwinden will, ist doch die Bekehrung einzelner aus der Welt nicht ausgeschlossen. Die Welt ist also hier die Gesamtheit der Menschheit nach Ausschluss der bereits zum Glauben Gekommenen, jedoch mit Einschluss derer, welche zwar noch zur Welt gehören, aber durch die Sendung der Jünger an die Welt [Joh 17,18] noch zum Glauben geführt und zu ihrem Heile von der Welt losgelöst werden. [Joh 17,20]. Der Heil.Geist überführt die Welt durch sein Zeugnis in der Welt und an die Welt [Joh 15,26]. Das Organ des Heil. Geistes ist die Kirche. Auf was sich die Überführung des Geistes bezieht, wird gleichfalls gesagt: dass es Sünde, Gerechtigkeit, Gericht gebe, und was es damit für eine Bewandtnis habe. - 9 Von der Sünde, weil sie nicht an mich geglaubt haben. Der Heil. Geist sagt der Welt, dass es Sünde gibt, und stellt es ihr so vor Augen, dass sie ihren Irrtum anerkennen muss: er weist sie hin auf ihren Unglauben gegen Jesus und überführt sie dadurch der Sünde, und dass sie selbst in Sünden liege. Nicht glauben ist Quelle anderer Sünden. - 10 Von der Gerechtigkeit aber, weil ich zum Vater gehe, und ihr mich nicht mehr sehen werdet. Der Heil. Geist überführt die Welt, dass es eine Gerechtigkeit gebe, und wo und welche sie sei. Ist Jesus zum Vater gegangen, so war auf seiner Seite Gerechtigkeit, ob auch die Welt an ihm Sünde entdecken wollte, denn dass nur der Gerechte in den Himmel aufgenommen wird, musste auch der Welt einleuchten. Hat die Welt den Gerechten verfolgt, so ermangelt sie der Gerechtigkeit, die nur bei Jesus im Anschlusse an die im Himmel verherrlichte Gerechtigkeit zu finden ist. Diese Erkenntnis, dass nur bei Christus die wahre Gerechtigkeit zu finden ist, wird bei den Böswilligen fruchtlos bleiben, ja sie noch mehr verstocken; andere aber werden sich zu Jesus führen lassen und der Gerechtigkeit teilhaftig werden. Der Zusatz: „Ihr werdet mich nicht mehr sehen“ betont das bleibende Wohnen beim Vater auf ewig (Chrys.). – 11 Von dem Gerichte, weil der Fürst dieser Welt schon gerichtet ist. Der Tod des Herrn ist die Stunde des Gerichtes [Joh 12,31] über den Satan, welchem durch Christi Erlösungstod alle Seelen entrissen werden, außer jenen, welche sich nachher wieder freiwillig ihm übergeben. Der Heil. Geist wird die Welt lehren, dass es über alle ein Gericht gibt, und zum Beweise dafür dient das über den Teufel bereits verhängte Gericht. Die Erneuerung des Menschengeschlechtes, die Gewalt der Jünger Jesu über die bösen Geister bezeugte deutlich, dass das Gottesreich gegen das Reich Satans errichtet, dieser also „gerichtet“ sei. Über der Welt schwebt beständig die Wetterwolke des Gerichtes, aus welcher der Blitz bereits auf den Satan herabgefahren ist. Die beiden ersten Dinge führen auf das dritte, bei dem Gerichte handelt es sich um Sünde und Gerechtigkeit. – 12 Noch vieles habe ich euch zu sagen, aber ihr könnet es jetzt nicht tragen. Will der Heiland sagen, dass der Heil. Geist ganz neue, bisher noch nicht verkündete Geheimnisse offenbaren wird oder ist nur die tiefere Einführung in das Verständnis der schon offenbarten Wahrheiten gemeint? Nur das letztere. Der Geist der Wahrheit, der nicht irren und nicht irre führen kann, wird die von Christus gelegten Keime immer mehr entwickeln und entfalten bis an das Ende der Tage. Wie von Christus einst gesagt ward, dass er wuchs [Lk 2,52], so wächst die Kirche an Alter und Weisheit (Hilar.). Dazu wird der Heil. Geist freilich auch die künftigen Entwicklungen und Schicksale der Kirche offenbaren. (Offenbarung des Johannes) - 13 Wenn aber jener kommt, der Geist der Wahrheit, so wird er euch in alle Wahrheit einführen; denn er wird nicht von sich selbst reden, sondern alles, was er hört, wird er reden, und was zukünftig ist, wird er euch verkünden. Der Heil. Geist ist gleichsam ein Wegführer, welcher die rechten Geistesbedürfnisse weckt und befriedigt, des Menschen eigenes Mitgehen und Mittun berücksichtigend. Alle Lehren des Heil. Geistes sind aber in der Lehre Jesu grundgelegt und treten zu ihr nur als Erklärung, Entwicklung und Ergänzung hinzu (V. 16). So wirket der Heil. Geist fort in der Kirche durch alle Zeiten und bewirkt, dass sie sich nie im geringsten von der Lehre Jesu entfernt, sondern dieselbe nach ihrem Bedürfnisse vollkommen besitzt, wie das Sonnenlicht von der Morgendämmerung bis zur Mittagshöhe wächst und dennoch das gleiche ist. (Vinz. von Lerin.) - 14 Dieser wird mich verherrlichen; denn er wird von dem Meinigen nehmen, und euch verkünden. 15 Alles, was immer der Vater hat, ist mein; darum habe ich gesagt: Er wird von dem Meinigen nehmen, und wird es euch verkündigen. Der Heil. Geist ist Lehrer der Wahrheit, weil er nur redet, was er hört (V. 13). Die Wahrheit selbst entnimmt er aus dem Schatze der Erlösungswahrheiten des Sohnes (V. 14). Nun ist was immer das Wahrheitseigentum des Sohnes umfasst, dem Vater eigen, der den ewigen Heilsratschluss aus dem Schatze seiner Weisheit entnommen und dem Sohne mitgeteilt hat, also teilen beide diese Wahrheiten dem Heil. Geist mit, der sie seiner Braut, der Kirche vermittelt. Wenngleich die Worte des Herrn nicht das Verhältnis der drei göttlichen Personen zueinander darstellen sollen, lassen sie doch auf dasselbe schließen. Deshalb beweisen die hl. Väter und der allgemeine Kirchenrat von Florenz (Sitz 25) die Gottheit des Sohnes und den Ausgang des Heil. Geistes vom Sohne wie vom Vater aus dieser Stelle. Über das Verhältnis der göttlichen Personen zueinander bekennt die Kirche im Athanasianischen Glaubensbekenntnisse: Der katholische Glaube besteht darin, dass man einen alleinigen Gott in der Dreifaltigkeit, und die Dreifaltigkeit in der Einigkeit bekenne und anbete, ohne die Personen untereinander zu vermischen, noch die Wesenheit zu trennen. Denn eine andere Person ist die des Vaters, eine andere die des Sohnes, eine andere die des Heiligen Geistes. Doch ist die Gottheit des Vaters, des Sohnes und des Heiligen Geistes an sich nur eine, auch ihre Glorie durchaus dieselbe, und ihre Majestät von gleicher Ewigkeit. Was und wie hierin der Vater ist, ist auch der Sohn und der Heilige Geist. Der Vater ist von niemanden weder gemacht, noch erschaffen oder erzeugt. Der Sohn ist vom Vater allein, nicht gemacht, noch geschaffen, sondern gezeugt. Der Heilige Geist ist zwar von dem Vater und dem Sohne, aber nicht von ihnen gemacht oder erschaffen, noch erzeugt, sondern geht von ihnen beiden aus. Es ist demnach ein Vater, nicht drei Väter; ein Sohn, nicht drei Söhne; ein Heiliger Geist, nicht drei Heilige Geiste. Das Ziel und der Erfolg des Wirkens des Heil. Geistes ist die Verherrlichung Jesu (V.14), wie der Sohn einst auf Erden den Vater verherrlicht. - 16 Noch eine kleine Weile, und ihr werdet mich nicht mehr sehen; und wieder eine kleine Weile, und ihr werdet mich sehen; Von demselben Wiedersehen spricht der Heiland. V. 22, 23, 25, 26. Es ist das Wiedersehen nach der Auferstehung bis zum Pfingstfeste gemeint wie [Joh 14,18] - denn ich gehe zum Vater. 17 Da sprachen einige von seinen Jüngern zueinander: Was ist das, was er uns sagt: Noch eine kleine Weile, und ihr werdet mich nicht mehr sehen; und wieder eine kleine Weile, und ihr werdet mich sehen: und: Denn ich gehe zum Vater? 18 Sie sagten also: Was ist das, was er sagt: Noch eine kleine Weile? Wir wissen nicht, was er meint. Vor kurzem hatte der Heiland von seinem Heimgange zum Vater gesprochen und damit das Nichtmehrsehen in Zusammenhang gebracht (V.10). Dort ist sicher die Himmelfahrt gemeint, hier das Sterben und Auferstehen. „Denn ich gehe zum Vater“ fehlt in manchen Handschriften. Wie dunkel der Ausspruch des Herrn war, zeigen die verschiedenartigen Erklärungen, welche auch jetzt, nachdem die angekündigten Ereignisse bereits eingetreten sind, gegeben werden. - 19 Jesus aber erkannte, dass sie ihn fragen wollten, und sprach zu ihnen: Darüber fraget ihr einander, dass ich gesagt habe: Eine kleine Weile, und ihr werdet mich nicht sehen; und wieder eine kleine Weile, und ihr werdet mich sehen? Der Heiland sagt nicht geradezu, welchen Zeitabschnitt jede der beiden kleinen Weilen umfasst. Die Jünger hätten wohl nur auf das Betrübende geachtet und die Verkündigung der Auferstehung kaum noch empfunden. - 20 Wahrlich, wahrlich, ich sage euch, ihr werdet weinen und wehklagen; die Welt aber wird sich freuen. Ihr werdet traurig sein; aber eure Traurigkeit wird in Freude gewandelt werden! Die beiden Gegensätze entsprechen wohl den beiden anderen in V. 16 mit den Worten, „eine kleine Weile“ eingeleiteten. Die Worte „weinen und wehklagen“ bezeichnen den höchsten Schmerz, welcher laut hervorbricht. Was gibt es Traurigeres als das Scheiden durch den Tod? Dies deutet also der Herr schonend an. Weiter, während die Jünger trauern, freut sich die gottentfremdete Welt. Also was dieser Freude macht, muss ihnen Kummer bereiten. Aber was jetzt für die Jünger Ursache der Betrübnis ist, wird beim Wiedersehen Anlass zur Freude werden, weil aus dem Grabe Leben, aus dem Leiden Herrlichkeit hervorging. [Joh 20,20] - 21 Wenn das Weib gebärt, ist es traurig, weil seine Stunde gekommen ist; wenn es aber das Kind geboren hat, so gedenkt es nicht mehr an die Bedrängnis, um der Freude willen, dass ein Mensch zur Welt geboren ist. 22 Auch ihr habt jetzt zwar Traurigkeit, wiederum aber werde ich euch sehen, und euer Herz wird sich freuen; und eure Freude wird niemand von euch nehmen. Der Vergleich in V. 21 zeigt, in wie rascher Folge Leid und Freud aufeinander folgen, und wie die Freude aus dem Schmerze herausgeboren wird. Die Jünger trauern des Heilandes wegen, und des Heilandes wegen wird alle Trauer von den Jüngern weichen und sich in Freude wandeln. - 23 An jenem Tage werdet ihr mich um nichts fragen. Wahrlich, Es ist an V. 17, 18, 19 zu denken. Nach der Auferstehung war ihnen klar, was bis dahin dunkel war. Einige Erklärer übersetzen: „Um nichts bitten“: weil nach der Auferstehung die Versöhnung mit Gott schon eingetreten war, brauchten die Apostel sich nicht mehr an Christus als menschlichen Vermittler zu wenden, sondern konnten, freilich eben wegen der Verdienste Christ (in meinem Namen) sich unmittelbar an die Gottheit wenden (Thom.). - wahrlich, ich sage euch, wenn ihr den Vater um etwas bitten werdet in meinem Namen, so wird er es euch geben! 24 Bisher habt ihr um nichts gebeten in meinem Namen. Weil ich selbst mit euch war und mit euch betete (Chrys.). Man bittet im Namen eines Abwesenden, nicht eines Gegenwärtigen. - Bittet, und ihr werdet empfangen, damit eure Freude vollkommen sei. 25 Dieses habe ich in Gleichnissen zu euch geredet. Es kommt die Stunde, da ich nicht mehr in Gleichnissen zu euch rede, sondern unverhüllt euch vom Vater Kunde geben werde. Alles, was von V.16 an gesprochen wurde, ist so gehalten, dass die Apostel den eigentlichen Sinn nicht erfassten. Einige sagen, die ganze Lehrweise des Herrn sei so geartet gewesen. Vergl. [Mt 13,10ff]. Nach der Auferstehung und bei der Geistessendung erhielten die Jünger die volle Aufklärung. Vergl. [Apg 1,13, Lk 24,45] - 26 An jenem Tage werdet ihr in meinem Namen bitten; und ich sage euch nicht, dass ich den Vater für euch bitten werde; 27 denn der Vater selbst liebt euch, weil ihr mich geliebt, und geglaubt habet, dass ich von Gott ausgegangen bin. Die Jünger sollen nicht meinen, ihr Gebet zum Vater werde erst wirksam, wenn er auch seinerseits nach diesem Gebete der Jünger zum Vater bete. In meinem Namen, in meinen Verdiensten hat euer Gebet seine Weihe und seine Kraft, deshalb bedarf es keiner weiteren Vermittlung und Empfehlung beim Vater. Der Vater liebt den Sohn und alle, welche ihm in Glaube und Liebe angehören. - 28 Ich bin vom Vater ausgegangen, und in die Welt gekommen; wiederum verlasse ich die Welt, und gehe zum Vater. Diese Worte enthalten einen Abriss der Lebensgeschichte des Herrn. Die Worte: „Ich bin vom Vater ausgegangen“ sind nicht von der Zeugung der zweiten Person zu verstehen, sondern davon, dass der Vater die menschliche Natur Christi erschuf, mit der göttlichen Natur in der zweiten Person vereinigte und in die Welt sandte. Der Heiland muss das Wort vom Gehen und Scheiden noch einmal aussprechen, ehe er schließt, und er tut es, indem er dasselbe den Jüngern unter einem Gesichtspunkte zeigt, der keine Trauer mehr zulässt, sondern zur gläubigen Anbetung der ewigen Ratschlüsse und zur demütigen Unterwerfung unter seine Heilsabsichten führt. Jetzt ist es den Jüngern, als ob ein heller Lichtstrahl in das Dunkel fiele, das sie umgibt (V. 30). Jetzt ahnen sie, dass es ein göttliches Gesetz ist, nach dem er die Welt verlässt und zum Vater heimkehrt. - 29 Da sprachen seine Jünger zu ihm: Siehe, jetzt redest du unverhüllt, und sagst kein Gleichnis. 30 Jetzt wissen wir, dass du alles weißt, und nicht nötig hast, dass jemand dich frage; darum glauben wir, dass du von Gott ausgegangen bist. Seine Kenntnis der Herzensgeheimnisse ist ihnen ein Beweis seiner Allwissenheit. Ehe du fragen hörst, weißt du als Gott, was uns Bedenken verursacht, und hast du diese Bedenken behoben (Chrys.). Nur wer von Gott dem Allwissenden ausgegangen, konnte dies wissen. - 31 Jesus antwortete ihnen: Jetzt Der Heiland deutet an, dass ihr glaube nicht die Festigkeit habe, welche sie ihm in ihrem Meinen und Reden beilegten. Deshalb lässt er ihrem feurigen „Siehe wir glauben“ die Warnung folgen: euer Glaube wird schwach werden, so dass er euch nicht mehr miteinander noch mit mir vereint zu halten vermag (Chrys., Euth., Theoph.). - glaubet ihr? 32 Siehe, es kommt die Stunde, und sie ist schon da, wo ihr euch zerstreuen werdet, ein jeder in das Seinige, und mich allein lasset. Und ich bin nicht allein, denn der Vater ist bei mir. Ich bin nur scheinbar allein, denn der Vater unterstützt meine menschliche Natur mit seiner allmächtigen Hilfe, dass ich den Kampf siegreich zu Ende führe. An die Wesenseinheit mit dem Vater ist zunächst wohl nicht zu denken, denn in diesem Sinne konnten ihn die Jünger nicht allein lassen, dauerte jene doch ununterbrochen fort. - 33 Dies habe ich zu euch geredet, auf dass ihr in mir Frieden habet. Frieden in mir, das war das Ziel meiner Reden. - In der Welt werdet ihr Bedrängnis haben; doch seid getrost: Ich habe die Welt überwunden! Nach dem Friedenswort noch ein Kampfwort. Es erwartet euch Kampf – seid getrost! – nicht wäre ich der Sieger über die Welt, könnte die Welt meine Glieder überwinden! (Aug.)
Zitiert in 217
- Dieses Kapitel Dominum Et Vivificantem(§14
§67) Sacerdotalis Caelibatus(§18§47) - V. 2 Summa (EN)(I-II 19.6)
- V. 3 Mediator Dei(§127)
- V. 4 Ecclesiam Suam(§8
§22) - V. 6 Dominum Et Vivificantem(§14)
- V. 7 CCC(¶692
¶729 Summa (EN)(III 57.1¶1287) III 57.6 Divinum Illud Munus(§1)Dominum Et Vivificantem(§7III 72.1 III 75.1) §8 Ecclesia In America(§10)Ecclesia In Medio Oriente(§15)Editae Saepe(§7)Lebanon(§22)Redemptor Hominis(§1§14 §24 §27 §61) §2 Redemptoris Mater(§25)Sacramentum Caritatis(§12)Satis Cognitum(§14)Unitatis Redintegratio(§2)Verbum Domini(§15)§7) - V. 8 CCC(¶388
¶729 Summa (EN)(III 59.1)Dominum Et Vivificantem(§7¶1287 ¶1433) §8 Satis Cognitum(§14)§27) - V. 9 CCC(¶729
¶1287 Dominum Et Vivificantem(§27¶1433) §31 Satis Cognitum(§14)§51) - V. 10 CCC(¶729
¶1287) Dominum Et Vivificantem(§27)Satis Cognitum(§14) - V. 11 CCC(¶385
¶729 Summa (EN)(Suppl 89.8)Dominum Et Vivificantem(§26¶1287) §27 Satis Cognitum(§14)§35 §37 §48) - V. 12 CCC(¶729
¶1287) Summa (EN)(III 42.3III 45.4) Fragen(Whether teaching changes)Dei Verbum(§19)Divinum Illud Munus(§7)Dominum Et Vivificantem(§6)Evangelii Gaudium(§225)Fides Et Ratio(§38§92) Satis Cognitum(§14) - V. 13 CCC(¶91
¶243 Kompendium(47)Compendium of the Social Doctrine of the Church(104)Summa (EN)(I-II 106.4¶687 ¶692 ¶729 ¶1117 ¶1287 ¶2466 ¶2615 ¶2671) II-II 1.9 Fragen(Whether teaching changes)Africae Munus(§16III 39.7) §18) Amoris Laetitia(§3)Catechesi Tradendae(§72)Christifideles Laici(§20§30) Dei Verbum(§19§20) Divinum Illud Munus(§7)Dominum Et Vivificantem(§6§22 Ecclesia In Africa(§57§25) §78) Evangelii Gaudium(§225)Fides Et Ratio(§11§38 Lebanon(§38)Lumen Gentium(§4)Novo Millennio Ineunte(§56)Pastor Bonus(§1)Redemptor Hominis(§1§92) §2 Redemptoris Missio(§29§7 §9 §22) §87) Rosarium Virginis Mariae(§14)Sacerdotalis Caelibatus(§18)Sacramentum Caritatis(§12)Satis Cognitum(§14)Sollicitudo Rei Socialis(§1)Verbum Domini(§15§20) Veritatis Splendor(§19§28) - V. 14 CCC(¶244
¶485 Compendium of the Social Doctrine of the Church(104)Summa (EN)(I 36.2)Dominum Et Vivificantem(§7¶690 ¶729 ¶1287 ¶2615) §11 Sollicitudo Rei Socialis(§1)§22) - V. 15 CCC(¶485
¶729 Compendium of the Social Doctrine of the Church(29¶1287 ¶2615) 104) Dominum Et Vivificantem(§7§22 Sollicitudo Rei Socialis(§1)§24 §48) - V. 17 Ecclesia In America(§10)
- V. 20 Dies Domini(§56)Dominum Et Vivificantem(§14
§24) Evangelii Gaudium(§5)Gaudete Et Exsultate(§124)Gaudete In Domino(§30) - V. 21 Fragen(Whether to have children)Casti Connubii(§1
§15) Evangelium Vitae(§1)Gaudete In Domino(§30)Mulieris Dignitatem(§19) - V. 22 Summa (EN)(III 55.3)Dominum Et Vivificantem(§67)Evangelii Gaudium(§5
§84) Gaudete Et Exsultate(§124)Gaudete In Domino(§30)Mulieris Dignitatem(§19)Spe Salvi(§12) - V. 23 CCC(¶2615)Summa (EN)(II-II 83.7
Suppl 78.1) Mediator Dei(§113§159) Mulieris Dignitatem(§19) - V. 24 CCC(¶2615
¶2761 Kompendium(545)Dominum Et Vivificantem(§7)¶2815) - V. 25 CCC(¶2615)
- V. 26 CCC(¶2615
¶2815) - V. 27 CCC(¶2615)
- V. 28 CCC(¶661
¶2795) Dilexit Nos(§72)Sempiternus Rex Christus(§37)Tertio Millennio Adveniente(§49)Verbum Domini(§90) - V. 32 Gaudete In Domino(§24)Sacerdotalis Caelibatus(§59)
- V. 33 CCC(¶1808)Summa (EN)(Suppl 96.8)Africae Munus(§30
§71) Au Milieu Des Sollicitudes(§12)Evangelii Praecones(§2§12) Evangelium Vitae(§82)Lebanon(§35)Orientales Ecclesias(§18)Pastores Gregis(§65§66) Presbyterorum Ordinis(§22)Princeps Pastorum(§3§6) Sacerdotalis Caelibatus(§47)Salvifici Doloris(§25)Sapientiae Christianae(§14)Spe Salvi(§50)